Orientierungslauf in Deutschland


BRL Ski-OL Nr. 5, 6 und 7 in Nordböhmen

Über 400 Ski-OLer liefen die Internationalen Tschechischen und Polnischen Sprintmeisterschaften am südlichen Rande des Isergebirges. Am Nachmittag folgte eine Mitteldistanz, am Sonntag eine Langstrecke. Etwa 30 Deutsche folgten der Einladung des OL-Clubs TJ Tatran Jablonec nad Nisou.

Langstrecken-Ski-OL-Vizemeister Martin Weisbrich vom SSV Planeta Radebeul beim Sprintstart
Langstrecken-Ski-OL-Vizemeister Martin Weisbrich vom SSV Planeta Radebeul beim Sprintstart  Foto: Jan Petr

2010 hatte der Verein Teile des halboffenen, hügeligen Gebietes bereits für den Ski-OL erschlossen. Diesmal lag das WKZ jedoch im Norden bei Maxov. Auch die Schneeverhältnisse glichen sich nicht: damals Tiefschnee, diesmal weiche, leicht matschige Spuren – und meist eisige, harte am Sonntag.
Schon der Anstieg im Wald vom Orientierungsbeginn des Sprints weg hatte es in sich und es mussten extra Spuren von Wettkämpfern von denen auf der Karte unterschieden werden. Harald Männel vom OL-Team Wehrsdorf fand zu Beginn des Rennens zwar kaum solche vor, aber während er lief, spurten auch noch die Loipengeräte. Und dennoch: Silber in der H45 für den 63-Jährigen. In der D21 sicherte sich Anke von Gaza (OLV Uslar, insgesamt 11.) mit ihrem 4. Sieg den BRL-Gesamt-Titel. Das Gleiche gelang in der H21 als bestem Deutschen Bernd Kohlschmidt (SV Robotron Dresden, insgesamt 14.). Andrei Kraemer (Post SV Dresden) lief hier auf den 18. Rang. Zwei 21er-Herren verwechselten unabhängig voneinander zwei Posten in einer Bahnkreuzung. Ein weiterer Beleg dafür, dass Ski-OL in der Praxis unter Belastung zuweilen schwerer ist, als der theoretische Blick auf Ski-OL-Karten verrät.

Vier Stunden später ging es von einem entfernteren Startpunkt für die Elite auf doppelt so lange Strecken. Das hieß 29 Posten auf 9km Luftlinie für die HE. Bernd gewann als 13. erneut 100 Punkte für die BRL. Diesmal waren ihm jedoch drei Verfolger innerhalb von 3-4min relativ dicht auf den Fersen. Anne Heinemann (ebenfalls SV Robotron Dresden) musste sich nach eigenen Worten in der D21 als Achtplatzierte auch nicht verstecken. Ihr Schwiegervater Rolf schenkte sich einen Tag nach seinem 80. Geburtstag einen Sieg in der H75. Harald gewann diesmal in der H45, genauso wie Beatrix Haenelt vom SV IHW Alex Berlin in der D65 und Ute Schönfeld vom SV TU Ilmenau in der D45. Diethard Kundisch (USV TU Dresden) schaffte in der H55 den Sprung aufs „Treppchen“ – Platz 3.

Wiesenposten schienen kinderleicht, dabei kam es jedoch auf Routenwahlen und gute Kondition an
Wiesenposten schienen kinderleicht, dabei kam es jedoch auf Routenwahlen und gute Kondition an  Foto: Wieland Kundisch

Über Nacht war es kälter geworden und der Schnee zu Bruchharsch überfroren. Gleich vom Start an ging es somit nicht nur bergab, sondern schnell bergab. Stürze: keine Seltenheit. Und an der WKZ-fernsten der vielen durchgängig mit Schnee präparierten Straßenquerungen musste ein Helfer die Bergabfahrer mit Handzeichen deutlich zum Bremsen auffordern. Stürzen geschuldet brach Andrei Kraemer das Rennen ab. Da Bernd Kohlschmidt seinen SI-Chip verlor (wurde gefunden), bewältigte schließlich nur ein deutscher Starter die ganze Elitebahn. Bei den deutschen Damen setzte sich wiederholt Anne Heinemann durch – gesamt wieder 8. Ihr Mann Björn belegte Platz 4 und Helmut Conrad (USV TU Dresden) zum 3. Mal ebenso. Harald wurde 3. und Ute sowie Rolf wurden jeweils 2.

Trotz der Verhältnisse (und des Verzichtes auf das berührungslose SI Air+) hatten die Ausrichter herausfordernde und durch die Verhältnisse abenteuerliche Wettkämpfe geboten. Bei denen einmal mehr erkennbar wurde, dass Ski-OL kein Sprint-OL um Häuser ist, da Querrouten unter Umständen lohnen können. Oder auch das Abschnallen und kurze Laufen auf einer Straße um das nächste Gehöft zur Hauptloipe oder zum Skihang abzuwägen war. Ab Sonntag Mittag strahlte wie zum Dank auch die Sonne streckenweise ungehindert auf die schöne Winterlandschaft.
Über die Sprint-Ski-OL-Meisterschaften wurde ein Beitrag fürs tschechische Fernsehen gedreht.

Anke Dannowski (ESV Dresden MBO/Preetzer TSV) – Anreise von Kiel und dritte Abfahrt ins Ziel
Anke Dannowski (ESV Dresden MBO/Preetzer TSV) – Anreise von Kiel und dritte Abfahrt ins Ziel  Foto: Jan Petr

Die Autos und Skier vorm Hotel Maxov und die Schuhe und das Gedränge im Hotel (und gelegentlich im Wald) ließen die hohe Beteiligung spüren, jedoch liefen am Sonntag weit weniger die Langdistanz. Ein Grund dafür: Der 50. Isergebirgslauf keine 10km entfernt. 5-mal war der Jizerska ausgefallen, mehrheitlich in den letzten Jahrzehnten, im letzten Jahr wurde er verkürzt ausgetragen, weswegen er vom Jahresbeginn auf Mitte Februar verschoben worden war. Am 50km-Klassiklauf nehmen traditionell viele (ost)deutsche OLer teil. Und dieses Jahr unterbot die Siegerzeit nach 2015 zum 2. Mal 2 Stunden.

Ski-OL ist ein Angebot von vielen, Skilaufen insgesamt ein gutes Wintertraining für OLer – besonders mit Karte.
Nächsten Winter soll erneut ein Ski-OL-Wettkampfwochenende in Deutschland stattfinden.


Mehr:
Ergebnisse
Fotos
Bundesrangliste (Stand vor dem Wochenende)

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 20.02.2017

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