Orientierungslauf in Deutschland


Orientierungssport in Großstädten und Ballungsräumen – Konzept für eine naturverträgliche Sportausübung

Der DOSB fördert jährlich über seinen Innovationsfonds Breitensport/Sportentwicklung ausgewählte Projekte, um die sich Sportverbände bewerben können. Für den Projektzeitraum 2016/2017 haben die Unterzeichner gemeinsam mit der Leiterin des Bereichs Sportentwicklung des DTB erfolgreich einen Antrag mit obigem Titel gestellt. Es werden somit für den Orientierungslauf erfreulicherweise insgesamt 7.000 € zur Verfügung stehen.

Sprint in Seesen
Sprint in Seesen  Foto: Daniel Härtelt

Projektidee: Großstädte und Ballungsräume verzeichnen in Deutschland seit Jahren einen ständigen Zuzug, wodurch die im urbanen Raum und seinem Umland existierenden Grünflächen abnehmen. Der Flächenabnahme steht eine immer größer werdende Zahl von Erholungssuchenden gegenüber und es ergeben sich Konfliktpotentiale.
Die dargestellte Situation führt dazu, dass besonders die Ausübung von Natursportarten häufig nur im weiteren Umland stattfinden kann. Aber insbesondere um Kinder, Jugendliche und Familien für Natursportarten wie Orientierungslauf zu begeistern, müssen leicht und kostengünstig erreichbare Sportangebote erschlossen werden.
Die Ausübung von Natursportarten selbst ist in der Regel nur in geringem Maße umweltbelastend, durch die Randbedingungen wie weite Anfahrten werden jedoch Umweltbelastungen generiert. Der große Zeitaufwand durch An- und Abfahrten ist weiterhin nachteilig, er macht insbesondere die Integration von Anfängern und Jugendlichen schwierig. Stadtnahe Angebote sollten deshalb deutlich mehr als bisher in den Vordergrund treten und aus sport- und umweltpolitischer Sicht gefördert werden.
In den vergangenen 15 Jahren wurden in der Sportart Orientierungslauf verstärkt zusätzliche Trainings- und Wettkampfformate entwickelt, die auf urbane Gebiete, vom Siedlungsgebiet über Schulgelände und Parkanlagen bis zu stadtnahen Wäldern zugeschnitten sind. Diese Formate sind in hohem Maße auch für Freizeitangebote, Anfänger und Jugendliche geeignet, da die Orientierung meist übersichtlich und in den Grundzügen vergleichsweise schnell erlernbar ist.
Den genannten Vorteilen stehen in der Praxis oftmals Genehmigungsprobleme gegenüber. Diese sind mehrheitlich dem Umstand geschuldet, dass die Sportart OL selbst in Deutschland wenig bekannt ist, und die realen Auswirkungen von Behörden und Eigentümern nur schwer eingeschätzt werden können. Weiterhin sind Modellprojekte bzw. Modellregionen, in denen solche Angebote im Nahbereich erfolgreich sind, kaum dokumentiert, so dass auf Good-Practice-Beispiele kaum zurückgegriffen werden kann.

Zieleinlauf der WM in Strömstad
Zieleinlauf der WM in Strömstad  Foto: Fred Härtelt

Projektdurchführung: Innerhalb des Projekts sollen deshalb zunächst bereits vorhandene, stadtnahe Orientierungslaufangebote weiterentwickelt, dokumentiert und hinsichtlich des Ablaufs von Genehmigungsverfahren und der behördlichen Regelungen ausgewertet werden. Auf dieser Basis sollen in einem zweiten Schritt in drei ausgesuchten Modellregionen freizeit- und breitensportlich orientierte Angebote initiiert werden, wobei ein wesentlicher Fokus auch hier auf dem Prozess der Genehmigung bzw. der vertrauensvollen Einbindung von Behörden und Eigentümern liegt („runde Tische“).

Ziele: Die Ergebnisse sollen als Handreichung sowohl für Orientierungslaufvereine, aber speziell auch für Genehmigungsbehörden, im Umweltschutz aktive Organisationen und für andere Natursportverbände zugänglich gemachet werden. Hiermit soll eine Basis gelegt werden, in einem kommunikativen Prozess am Beispiel der Sportart Orientierungslauf die Chancen für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Natursports zu verbessern. Orientierungslauf - im Einklang mit der Natur.

Nächste Schritte: Der vollständige Antragstext des inzwischen genehmigten Projekts ist unter DOKUMENTE abgelegt. Ein erstes Treffen, an dem über das weitere Vorgehen informiert wird und diskutiert werden kann, findet im Rahmen der Deutschen Einzelmeisterschaften Langdistanz statt. Eine Einladung hierzu wird unter orientierungslauf.de auf dem Schwarzen Brett veröffentlicht.


Mehr:
Antrag zur Förderung des OL's in Großstädten / Ballungsräumen

Autor: Achim Bader, TK-Vorsitzender & Nikolaus Risch, TK-Beauftragter für Umwelt- und Naturschutz
Eingestellt am 27.09.2016

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