Orientierungslauf in Deutschland


Deutschland auf 17 in der Sprintstaffel

Dass die deutsche Mannschaft in die Top 20 zur Sprintstaffel im schwedischen Strömstad laufen soll, war das erklärte Ziel im Vorfeld des Rennens. Mit einem 17.Rang und der mit Abstand besten Platzierung im Rahmen einer WM in diesem Format konnte allerdings keiner rechnen. Bei besten äußeren Bedingungen feierten viele begeisterte Fans die dänischen Sieger, die ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigten.

Die deutsche Sprintstaffel in Strömstad.
Die deutsche Sprintstaffel in Strömstad.  Foto: Fred Härtelt

Punkt 16.50 Uhr begaben sich die Startläuferinnen der gemischten 4er Staffeln, ausgehend von der Arena in Strömstad, auf ihre Bahnen. Ähnlich wie im Finale der Sprintdistanz waren zwei Schlaufen zu absolvieren. Gleich auf dem Weg zum ersten Kontrollpunkt wurden alle Läufer vor die erste längere Routenwahlentscheidung gestellt. Danach folgten mehrere kurzer Passagen, wobei durch gesperrte Gebiete der technische Anspruch im urbanen Gebiet zusätzlich erhöht wurde. Auf der Verbindung vom 5. zum 6. Kontrollpunkt hatten die Sprinter dann die Wahl zwischen einer eher urbanen Route und zwei Varianten, die durch ein bewaldetes Gebiet und über Felsplatten führten. Nach dieser Verbindung ging es dann auf kurzen Verbindungen bis in die Arena. Im Anschluss mussten abermals verhältnismäßig viele Höhenmeter absolviert werden, wobei die Bahn nach dem Durchlauf deutlich kürzer war als die erste Strecke. Routenwahlentscheidungen waren aber weiterhin zu treffen.

Mit einem versöhnlichen Abschluss ist die WM für Marvin beendet.
Mit einem versöhnlichen Abschluss ist die WM für Marvin beendet.  Foto: Fred Härtelt

Arntraut Götsch (USV Jena) lief die Startstrecke für die deutsche Auswahlmannschaft. In einem fehlerfreien Rennen wählte die Wahlnorwegerin ihr eigenes Tempo und übergab mit 1:15 min Rückstand auf die Spitze an Sören Riechers (Bielefelder TG). Der Bielefelder Orientierungsläufer behauptete weiterhin die 17. Position, musste aber auf der zweiten Schlaufe den Kontakt zu den Vorderleuten abreißen lassen. Auch Marvin Goericke (Berliner TSC) lief ein sehr stabiles Rennen ohne nennenswerte Fehler. Die relativ vielen Höhenmeter, die auf beiden Schlaufen zu bewältigen waren, kamen dem amtierenden Deutschen Meister über die Sprintdistanz allerdings nicht entgegen. Als letzte deutsche Läuferin absolvierte Susen Lösch ein relativ einsames Rennen. Dass der Abstand zu den dänischen Siegern nach sehr gutem Beginn trotzdem noch auf über 6 Minuten angewachsen ist, lag an einer durchwachsenen zweiten Schlaufe. Nach dem ohrenbetäubenden Lärm beim Lauf durch die Arena war sich Susen nicht mehr sicher, ob sie ihren 10.Posten gestempelt hatte. Beim erneuten Anlaufen sowie bei einer weiteren Routenwahl gingen noch wertvolle Sekunden verloren. Aufgrund der Disqualifikation von Russland und Weißrussland konnte das deutsche Team trotzdem über einen starken 17. Platz jubeln. Zur WM 2014 belegte die deutsche Sprintstaffel mit einem etwas geringeren Rückstand auf die Spitze den 22. Rang. Damals war das Gelände aber flach.

Die dänische Mannschaft beim Freuen nach dem Sieg.
Die dänische Mannschaft beim Freuen nach dem Sieg.  Foto: Fred Härtelt

Der Kampf um die Medaillen war von Anfang an hochgradig spannend. Zahlreiche Zuschauer hatten sich in der Arena, auf den umliegenden Anhöhen und in den Gassen von Strömstad versammelt, um das Rennen hautnah zu erleben. Von Anfang an zeigten die Gastgeber, dass sie zu Hause die Goldmedaille holen wollten. Aber auch die dänischen Titelverteidiger sowie die Schweizer Sprintstaffel blieben von Anfang an in Schlagdistanz zur Spitze. Während Lina Strand (Schweden) nach der Startstrecke als erste Läuferin wechselte, war es Tue Lassen (Dänemark), der nach der zweiten Strecke in Führung lag. Aufgrund eines starken Rennens von Jonas Leandersson ging die Schwedin Helena Jansson als Führende auf die Schlussstrecke. Gegen die dänische Sprintweltmeisterin Maja Alm hatte Jansson aber nichts entgegen zu setzen. Auch Judith Wyder konnte für die Eidgenossen noch eine Position gut machen, so dass die Gastgeber im Ziel eine Bronzemedaille hinter Dänemark und der Schweiz bejubeln konnten.

Bei der inzwischen dritten Auflage der Sprintstaffel im Rahmen einer WM konnte man aus den Reihen vieler Athleten und Zuschauer vernehmen, wie viele Freude das Format allen Beteiligten macht. Auch die Fernsehbilder konnten dies gut vermitteln.

Nach einem Ruhetag folgt die nächste Entscheidung am Dienstag. Ab 11.45 Uhr geht es in Tanum um die Titel über die Mitteldistanz.

Ergebnisse


1. Dänemark (Klysner, Lassen, Bobach, Alm)		52:35 min
2. Schweiz (Friederich, Howald, Hubmann, Wyder) 52:51 min
3. Schweden (Strand, Bergmann, Leandersson, Jansson) 53:36 min
17. Deutschland (Götsch, Riechers, Goericke, Lösch) 59:01 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 21.08.2016

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