Orientierungslauf in Deutschland


OL-Trainingscamp des SV Robotron Dresden 2016

Nun schon zum 3. Mal lud die Nachwuchsabteilung des SV Robotron Dresden interessierte junge OL-er zum viertägigen Camp nach Papstdorf ein. 48 Kinder und 10 Betreuer aus Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt haben sich gemeldet, von denen dann letztlich 46 Kinder und alle Betreuer auch gekommen sind.

Wie halte (und falte) ich Karte, Kompass und Chip sinnvoll?
Wie halte (und falte) ich Karte, Kompass und Chip sinnvoll?  Foto: Yvonne Fischer

Abweichend von einem normalen Trainingslager stand die Vielzahl verschiedener kleiner Trainingsformen, gepaart mit Freizeit- und Badeerlebnissen im Vordergrund. Schon die Einladung mit den Begriffen Sprechblasen-OL, „hin und weg“ sowie Boccia in der Nacht versprachen eine abwechslungsreiche Zeit.

Am Sonntag (31.7.) ging es dann auch gleich mit dem Sprechblasen-OL los. Für die Teilnehmer eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, und für die Betreuer eine gute Zeit, die Kinder in ihren sportlichen Ambitionen zu erleben. Kleine Raffinessen bei der Postenhängung sorgten für spannende Momente im sonst nicht so anspruchsvollen Gelände des Erholungslagers. Für die Kleinen waren die Standorte an den Spielgeräten eine spaßige Angelegenheit und für manch einen Betreuer gab es da auch eine unliebsame Überraschung. Ein kleines Buffet am Ende der Trainingseinheit sorgte für zufriedene Gesichter. Danke an Brigitte Burkhardt dafür!

Weiter ging es am Montagvormittag mit einer kleinen Wanderung in Richtung Kohlbornstein.
Nicht Zeiten oder Vergleiche spielen bei diesem Camp eine Rolle. Die verschiedenen Techniken kennenlernen und verstehen war wichtiger. Also haben wir uns mit dem Halten von Kompass und SI-Karte, sowie mit der richtigen Kartenhaltung beschäftigt. Manch ein Teilnehmer hat bemerkt, dass die richtige Anwendung dieser Grundlagen manche Unruhe vermeiden kann.

Schau und lerne!
Schau und lerne!  Foto: Yvonne Fischer

Hilfsmittel beim Orientierungslauf sind ja nicht nur Karte und Kompass, sondern vor allem das Kennen und Anwenden von verschiedenen Techniken. Vergleiche zu anderen Sportarten sind da gute Anhaltspunkte. Auch Dinge, die im normalen Alltag vorkommen, können die Notwendigkeit der Anwendung verschiedener Techniken verdeutlichen. Also was lag da näher, als eine solche Situation einmal schauspielerisch darzustellen. Sven Behling und Tobias Rath (beide USC Magdeburg) haben da eine kleine Gaststättenszene gespielt: Ein Gast hatte an seinem Tisch eine Zeitung vollständig aufgeschlagen. Der Blick auf den Tisch war ihm damit verwehrt. Als der Kellner nach einem Wunsch fragte, wendete sich der Gast mit seiner Zeitung vom Tisch ab und bestellte ein Glas Wasser. Anschließend dreht er sich wieder zu seinem Tisch. Schwupps, schon fiel ein Gegenstand um. Daraufhin hat er den Faden in seiner Zeitung verloren und brauchte eine ganze Weile bis er wieder seine Lesestelle in der Zeitung fand. Der Kellner bemerkte es und gab dem Gast den Tipp, seine Zeitung einfach kleiner zu falten. So konnte der Gast nicht nur seine Umgebung besser wahrnehmen, sondern er fand seine Lesestelle in der Zeitung auch sofort wieder. Der Daumentipp des Kellners war Gold wert!
Und das war dann auch der Inhalt der folgenden Trainingseinheit.

Eine weitere Technik beschäftigte sich mit dem Verhalten in Postennähe. Schließlich will man ja einen Posten schnell finden und gleichzeitig niemanden auf den Postenstandort aufmerksam machen. Also schnell hin und wieder weg!! Und das wurde geübt. Wer bei kommenden Wettkämpfen ein vor dem (nicht am!) Posten stehendes Kind beobachtet, bitte nicht wundern, da hat jemand was gelernt.
Zum Camp gehörte auch das Baden und wir hatten Glück mit dem Wetter. Eine Stunde reichte schon aus, um die erhitzten Sportlerkörper wieder abzukühlen. Es war schon erstaunlich, welche Kräfte da nochmal freigesetzt wurden! Aber es muss ja auch ein bisschen Spaß machen.

Preise gut, alles gut
Preise gut, alles gut  Foto: Yvonne Fischer

Um Sport zu treiben, bedarf es auch der Energiezufuhr, sprich regelmäßigem Essen. In der ERNA waren wir gut versorgt. Die Tischdienstordnung wurde gut organisiert und ohne Murren erledigt. Wer trotzdem nicht satt geworden ist, auf den wartete ein Kiosk gleich neben der Küche. Also an Taschengeld fehlte es nicht. Und es war ganz schnell zu erkennen, welche Dinge im Alltag eines Kindes wichtig sind und zu Hause zumindest reduziert zur Verfügung stehen. Da war das ERNA-Essen dann doch gesünder.

Die wenige geplante Freizeit, die wirklich zur Verfügung stand, wurde mit freiwilligen Lauf- und Bewegungsangeboten gestaltet. Am Ende haben alle Kinder beim Fußball, beim Dauerlauf oder beim Lauftechniktraining freiwillig mitgemacht. Toll!
Für eine Abwechslung im OL-Camp sorgte dann auch eine traditionelle Nachteinheit. Boccia hieß das Thema. In einer kleinen Theorieeinheit wurde der Zusammenhang zwischen dem traditionellen Spiel und dem Orientierungslauf bildlich dargestellt. Also ging es dann mit einer gewissen Vorfreude in die Dunkelheit. Angst war kein Thema, sagten zumindest die ganz kleinen Kinder. Ob dafür die Taschenlampen oder die Betreuer sorgten, blieb ein Geheimnis der Kinder. Spannend war es aber auch für alle anderen, weil ausgerechnet die Zielkugel (sprich der Zielposten) nicht mit einem Reflektor ausgestattet war. Spaß und Ehrgeiz waren auch dabei.

Den Abschluss bildete traditionell eine Team-Staffel. Am und im Schulgelände des Benno-Gymnasiums Dresden ging es darum, 24 Posten, die auf 3 verschiedenen Karten verteilt waren, möglichst schnell vom Team anzulaufen. Die Posten waren als Scoreform mit einer Pflichtpostenverbindung auf den Karten eingetragen. Das Prinzip haben alle verstanden, aber die Postenstandorte in der Schule und auf den Schulterassen mussten auch erst einmal gefunden werden. Gewonnen hat das älteste Team, welches seine Preise fast komplett an das jüngste Team weitergereicht hat. Eine schöne Geste!
Vor der Verabschiedung gab es dann noch eine Tombola, so dass es viele zufriedene Kinder und Betreuer gab. Nun sind wir gespannt was in 2 Jahren passieren wird.


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Fotos

Autor: W.-G. Juckelandt
Eingestellt am 14.08.2016

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