Orientierungslauf in Deutschland


Sommer-TL in Slowenien und OOCup 2016

Neben dem Jugendbundeskader trainierte der sächsische Landeskader, jeweils mit Gästen, im Vorfeld des OOCup in slowenischem Karst- und Küstenstadtgelände. Zum 5-Tage-OL, der dieses Jahr auch in Österreich und Italien ausgetragen wurde, liefen einige deutsche (Nachwuchs-)OLer auf die vorderen Plätze.

Massenstarts in Piran, der Bundeskader tobt vorne weg
Massenstarts in Piran, der Bundeskader tobt vorne weg  Foto: Peter Gawlitza

Der Sachsenkader mit über 40 Teilnehmern hatte bereits drei hitzige Trainingstage hinter sich, als der rund 25-köpfige D/C- und Jugendanschluss-Kader sowie eine kleine tschechische Trainingsgruppe in Ajdovšcina im Westen des 2-Mio.-Einwohner-Landes eintraf. Fortan wurde sich in das Postensetzen und -einsammeln geteilt. Die Trainingsbahnen hatten bewährt und mit Rücksprachen die Orienteering-Online-Cup-Ausrichter konzipiert, die ihre ehemaligen Wettkampfkarten direkt für Trainingslager anbieten und bei der Unterbringung helfen. So wurde besonders um Lokve, dem Zentralort des OOCup 2015, im wechselnd sehr fein strukturierten und schwer belaufbaren bis offenen und „leichtem“ Wald gelaufen. Stets markant waren dabei die Dolinen – große Senken – sowie steinige Abschnitte. Als besondere Abwechslung diente ein Tag auf bebautem, steinigem Untergrund – in den verwinkelten Gassen der Altstädte Piran und Izola an der Adria. Vier Knock-out-Sprints bildeten ein spannendes und kräftezehrendes Ereignis mit lehrreichem Gruppencharakter. Neben klassischer Dehnung wurden dem dafür aufgeschlossenen Bundeskader auch Yogaübungen vermittelt bis hin zur Tiefenentspannung. Zur täglichen Praxis der Festigung bzw. Verfeinerung von O-Fähigkeiten, speziell im Karst, folgten allabendlich Auswertungen und Vorträge, die mithilfe von GPS-Daten und Beamern Routen-, Tempo- und die Analyse von Orientierungspunkten erlaubten.

Ellen am Endposten in Italien
Ellen am Endposten in Italien  Foto: Peter Gawlitza

Der OOCup ist längst kein internationaler Geheimtipp mehr, aber mit unter 2000 Läufern auch noch nicht überlaufen. Die drei Trainingsgruppen quartierten sich in Krajnska Gora im Nordwesten Sloweniens am Triglav-Nationalpark in den Julischen Alpen ein, von wo aus alle fünf Etappen gut erreichbar lagen. Etappe 1 fand bei Villach in Österreich statt. „Positive Höhen“ und schwarze Objekte (auch ohne Wege) prägten das steile und detailreiche Gelände. Der generelle Kartenmaßstab von 1:7.500 ließ auf feingliedriges Relief und eine hohe Detaildichte für alle Tage schließen. In den Etappen 2 und 3 auf italienischer Seite navigierten sich die Teilnehmer um den Lago di Fusine inmitten malerischer Bergkulissen durch eine Vielzahl von Stein- und Felsformationen mit abruptem Geländewechsel in einen größtenteils steinfreien Waldhang. Ab dem dritten Tag ließ sich auch die Sonne nicht mehr von Regenwolken vertreiben. Zur 4. Etappe fuhr die Seilbahn die Starter auf eine alpine Bergkette der Soriška planina mit rundum Weitsicht. Alle Bahnen vom höhergelegenen Start hatten eine lange erste Postenverbindung im teils offenen Terrain zu bewältigen, bevor der Downhill-OL sich im zweiten Streckenabschnitt so richtig bemerkbar machte. Der Kreis schließt sich: Zwar mit selbem WKZ, aber gänzlich anderem, eben noch einmal typischem Karstgelände fand der OOCup sein Ende und seine Sieger.

Siegerehrung der W12/M12 mit Gewinnerin Gesine
Siegerehrung der W12/M12 mit Gewinnerin Gesine  Foto: Wieland Kundisch

Gesine Rimpel und die jüngste Junioren-WM-Läuferin Ellen Klüser, beide USV TU Dresden und hier für Team Sachsen startend, gewannen die W12 und W18, während die C-Kader Ole Hennseler (MTV Seesen) und Veit Slowdowski (USV Jena) die ersten beiden Plätze in der M18 für das GermanYouthTeam unter einander ausmachten. Pech hatte u.a. Dorothea Müller vom Post SV Dresden, die zur 4. Etappe eine falsche Karte erwischte. Mindestens Platz 2 der W20 stand ihr selbst bei dem Ferien-OL in Aussicht. Nationalläuferin und Wahlnorwegerin Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) errang in der W21 ultimate (Karten ohne Wege) dafür den 2. Platz. In der M21U trumpfte Florian Flechsig (USV TU Dresden) in den beiden letzten Etappen mit Platz 2 und 3 auf, nachdem er erst zur 2. Etappe hatte antreten können. Neben weiteren einzelnen Spitzen-Platzierungen seien Bettina Deixler-Thier (OC München, gesamt 1. W35U), Karin Kraemer (Post SV Dresden, 2. W50) und Hilde Bader (OLF Mainz, 3. W65) erwähnt. Und Leif Bader, der für seinen schwedischen Verein OK Kare den 4. Rang in der Herren Elite belegte.

Thomas Rewig fällt ein positives Resümee sowohl über sein letztes TL als D/C-Kader-Trainer als auch über seine Trainerzeit insgesamt. Der Einsatz einiger Erwachsener ermöglichte wieder hochwertige Trainings und gerade auch die Betreuung jüngster Nachwuchsläufer.

Landeskader aus dem Westen trainieren demnächst in Tschechien und bayrische Kader parallel zur WM in Schweden. Und zu dieser Zeit trainiert der Hessenkader im Zittauer Gebirge in Sachsen.

Ivan Nagy und sein OOCup-Team – darunter auch einige Tschechen im Helferteam – sorgten mit professioneller und grenzüberschreitenden Organisation samt Bustransport etc. einerseits und flexiblen Regelungen (z.B. für Spätstarter) und Humor andererseits in gleich drei Ländern für OL-Genuss in fantastischem Gelände.
Einige (Deutsche) reisten weiter nach Kroatien zum Bubo-Cup.
Der OOCup wird 2017 nahe der Hauptstadt Ljubljana angekündigt.


Mehr:
Homepage OOCup mit Karten und Elitebahnen
Ergebnisse OOCup

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.08.2016

© 2001-2017 TK OLImpressum