Orientierungslauf in Deutschland


JWOC: Drei Top30-Platzierungen im Mittel-Finale!

Das Finale der Mitteldistanz in Susch-Lavin am heutigen Donnerstag dominierten einmal mehr die Gastgeber aus der Schweiz, die sich über zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille freuen konnten. Mit Ellen Klüser (USV TU Dresden), Isabel Seeger (Baiersdorfer SV) und Birte Friedrichs (MTV Seesen) konnten sich jedoch auch drei Bundeskader hervorragend präsentieren und unter den besten 30 platzieren. Schnellster Junior war Ole Hennseler (MTV Seesen) auf Rang 38.

Ellen mit Jasmina Gassner (15.) im Ziel bei der Analyse
Ellen mit Jasmina Gassner (15.) im Ziel bei der Analyse  Foto: Roland Guedel

Die Bahnen führten erneut durch einen häufig mit Gras bewachsenen, detaillierten Alpenwald, der zu Fehlern aller Art einlud. Extrem feingliedrige Geländeteile erinnerten an skandinavisches Terrain und forderten maximale Konzentration. Auf steinigem Untergrund musste das Tempo an den richtigen Stellen reduziert werden, um nicht von der Richtung abzukommen und zeitraubende Fehler zu begehen. Hilfreich war es, sich die Postenverbindungen möglichst zu vereinfachen und deutliche Objekte zur Orientierung zu benutzen. Alle Bahnen endeten mit einer bergigen Schlussschlaufe, welche nochmals volle Konzentration abverlangte.

Besonders das Damenrennen war von größeren Zeitverlusten über das komplette Feld hinweg geprägt, wodurch sich zum Teil auch früh gestartete Läuferinnen lange in der vorderen Hälfte halten konnten. Das schweizer Ausnahmetalent Simona Aebersold konnte sich wie schon beim Sprint mit einem großen Vorsprung (1:50 min) den ersten Platz sichern, ab dem vierten Rang ging es dann aber sehr eng zu.

Isabel - zeitgleich mit Birte 30.
Isabel - zeitgleich mit Birte 30.  Foto: Rémy Steinegger

Im deutschen Team konnte Ellen Klüser die Fehlerzeiten am geringsten halten und mit einem guten Lauf einen sensationellen 23. Platz erlaufen. Ihr Erfolgsrezept? „Ich habe mir immer viel Zeit am Posten gelassen und konnte meinen dort überlegten Plan durch sauberen Kompasslauf und nicht zu schnelles Tempo umsetzen.“ Einzig ein paar kleine Fehler im Postenraum und eine nicht optimale Routenwahl aufgrund einer unterschätzten Steigung kosteten sie etwas Zeit. „Der Wald war genial und o-technisch sehr anspruchsvoll. Außerdem konnte man wegen der extremen Startüberhöhung richtig schön bergab knallen“, schwärmte Ellen weiter. Birte Friedrichs und Isabel Seeger liefen die exakt gleiche, starke Zeit und reihten sich auf Platz 30 ebenfalls in der vorderen Hälfte der Qualifizierten ein. Patricia Siegert (USV TU Dresden) startete mit viel Respekt vor dem Gelände etwas verhaltener, konnte aber mit wenigen Fehlern den 52. Platz erlaufen.

Insgesamt weniger Fehler verzieh das Juniorenfeld. Doch auch ein fehlerloser Lauf reichte aufgrund des hohen Tempos in der Spitze nicht unbedingt aus, weshalb die deutschen Junioren durchaus zufrieden sein können. Erik Döhler (TUS Karlsruhe-Rüppurr) startete zügig, lief aber mit etwas zu viel Risiko, wodurch er sich mehrere Fehler leistete, die ihn auf Platz 53 verwiesen. Einige seiner Zwischenzeiten lagen aber im Top10-Bereich, sodass wir in Zukunft noch viel erwarten können. Anton Kamolz (Post SV Dresden) und Korbinian Lehner (OLG Regensburg) konnten saubere Läufe mit kleineren Fehlern abliefern und erreichten mit nur einer Sekunde Unterschied die Plätze 50 und 51. Anton berichtete im Anschluss: „Ich war mental fit und habe mich am Start sehr gut gefühlt. Bei den ersten Blicken auf die Karte wurde mir aber sofort bewusst, dass dieses anspruchsvolle Gelände sämtliche o-technische Erfahrungen von mir übertrifft. Besonders am Anfang musste ich deshalb viel Zeit in die Routenplanung investieren und konnte kein hohes Tempo anpeilen." Über seine Top50-Platzierung sei er „wahnsinnig glücklich“, dieses Ergebnis hatte er sich selbst nicht erträumt. Sogar noch besser lief es für Ole Hennseler, aus seiner ordentlichen Leistung resultierte mit dem 38. Rang die beste deutsche Herrenplatzierung des Tages.

Das beste Ergebnis in den B-Finals erreichte Dorothea Müller (Post SV Dresden) mit Platz 9. Colin Kolbe (TUS Lübbecke) schonte sich für die Staffel, da er sich nicht komplett fit fühlte.

Hanna Müller, 2014 noch für Deutschland laufend und "Chraftis" Schützling, heute auf Platz 6
Hanna Müller, 2014 noch für Deutschland laufend und "Chraftis" Schützling, heute auf Platz 6  Foto: Rémy Steinegger

Die Stimmung im Team ist jetzt, nachdem alle Läufer mindestens eine gute Platzierung erreicht haben, weiterhin sehr gut, und alle freuen sich auf die morgige Staffel. Der Massenstart der Junioren ist für 10:30 Uhr angesetzt, die Juniorinnen werden 45 Minuten später auf die Strecken gehen. Deutschland wird dabei je zwei Staffeln stellen. Mit einer guten Teamleistung möchte die Mannschaft den bisherigen guten Eindruck bestätigen und ihren Platz unter den besten Zehn im Nationenranking behaupten.

Ergebnisse



M20 A (3,8 km, 260 hm, 17 Posten)


1. Curiger Thomas (SUI)	24:21
2. Hadon Joey (SUI) 25:10
3. Heimdal Audun (NOR) 25:32

38. Hennseler Ole (GER) 29:18
50. Kamolz Anton (GER) 31:53
51. Lehner Korbinian (GER) 31:54
53. Döhler Erik (GER) 32:39



W20 A (3,1 km, 190 hm, 17 Posten)


1. Aebersold Simona (SUI)	24:06
2. Hornik Aleksandra (POL) 25:56
3. Oberg Johanna (SWE) 26:17

23. Klüser Ellen (GER) 30:47
30. Friedrichs Birte (GER) 31:25
30. Seeger Isabel (GER) 31:25
52. Siegert Patricia (GER) 35:47


Mehr:
Homepage Veranstaltung

Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am 14.07.2016

© 2001-2017 TK OLImpressum