Orientierungslauf in Deutschland


Fulminantes Staffelfinale in Tschechien

Die abschließende Staffelentscheidung bei den Europameisterschaften hatte die gesamte Bandbreite des Orientierungssportes zu bieten. Ein sehr abwechslungsreiches und forderndes Gelände sorgte für viele Führungswechsel. Im Ziel waren nach diesem Auf und Ab strahlende Gewinner, aber auch weinende Verlierer zu beobachten. Die deutschen Staffeln waren auf den ersten Strecken nicht weit von der Spitze entfernt.

Arntraut Götsch zeigt zum Abschluss ihre bisher beste Leistung der EM. (Archiv)
Arntraut Götsch zeigt zum Abschluss ihre bisher beste Leistung der EM. (Archiv)  Foto: Fred Härtelt

Merja Rantanen benötigte im Ziel mehrere Minuten bis sie realisierte, das sie auf den letzten Metern nicht nur Tove Alexandersson (Schweden) überspurtet hatte, sondern soeben auch mit der finnischen Staffel den Europameistertitel gewonnen hatte. Zuvor hatte auf der dritten und letzten Strecke zunächst die Schweizer Staffel mit Judith Wyder geführt. Ähnlich wie Tove Alexandersson unterlief der frischgebackenen schweizer Europameisterin aber ein größerer Fehler, so dass sie von mehreren Staffeln passiert wurde. Auf der letzten kurzen Schlaufe waren die Staffeln aus Finnland, Schweden, Russland und der Schweiz im Bereich von 30 Sekunden. Merja Rantanen nutzte die Gunst der Stunde und holte den Sieg vor Schweden und Russland.

Moritz Döllgast war Schlussläufer der deutschen Staffel. (Archiv)
Moritz Döllgast war Schlussläufer der deutschen Staffel. (Archiv)  Foto: Iveta Malá

Die deutschen Damen zeigten vor allem zu Beginn der Staffel eine bärenstarke Leistung. Arntraut Götsch (USV Jena) wechselte nach einer kompletten Wettkampfwoche mit weniger als 2 Minuten Rückstand auf die Spitze. Nachwuchsläuferin Dorothea Müller (Post SV Dresden) musste in der Addition aller startenden Staffeln einen Platz hergeben und wechselte nach einem richtig guten Rennen an Position 10 liegend auf Patricia Nieke (USV TU Dresden). Nach einer harten Woche hatte die Dresdner Orientierungsläuferin die undankbare Aufgabe zumeist gegen die stärksten Läufer einer Staffel zu bestehen. Das gelang läuferisch und technisch durch einen Fehler bedingt. In der bereinigten Ergebnisliste bedeutete dies Rang 11 für die deutschen Damen.

Auch im Herrenrennen wechselten die Positionen im Bereich der Spitze stetig. Ähnlich wie bei den Damen musste durch ein teilweise offenes, vielerorts aber recht grünes und nicht selten steiles Gelände orientiert werden. Aber auch durch Steingebiete musste gelaufen und einzeln stehende Felsen anorientiert werden. So unterlief Daniel Hubmann auf der zweiten Strecke ein größerer Fehler. Die erste schwedische Mannschaft musste nach dem zweiten Läufer gleich ganz disqualifiziert werden. Das oft führende tschechische Team wurde auf der letzten Runde noch von Norwegen und der zweiten Schweizer Mannschaft abgefangen. Der Sieg ging an die Schweiz vor Norwegen und den Gastgeber aus Tschechien.

Auch Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) zeigte als Startläufer wieder eine starke Leistung und übergab mit etwas mehr als 2 Minuten Rückstand auf Philipp Müller (Post SV Dresden). Dieser musste ohne die Möglichkeit in einer Tram zu laufen eine Position abgeben. Moritz Döllgast (TV Oberbexbach) lief in der bereinigten Ergebnisliste dann auf den 18. Rang.

Zusammengefasst waren die Europameisterschaften spannende und abwechslungsreiche Titelkämpfe, welche man auch gut in Deutschland im Internet verfolgen konnte. Bundestrainer Jan Birnstock zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Abschneiden der Damen. Im Herrenbereich wäre im Sprint ohne die erfolgte Disqualifikation von Sören Riechers mehr drin gewesen. So bleibt vor allem die Leistung von Bjarne Friedrichs in Erinnerung. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wurden Plätze im A-Finale erreicht.

Ergebnisse


Damen

1. Finnland (Anttonen, Teini, Rantanen)		102:57 min
2. Schweden (Strand, Johansson, Alexandersson) 103:01 min
3. Russland (Rudnaia, N. Vinogradova, Mironova) 103:12 min
11. Deutschland (Götsch, Müller, Nieke) 120:55 min


Herren

1. Schweiz (Howald, Rollier, Hubmann M.)	106:07 min
2. Norwegen (Kaas, Kinneberg, Dahli) 106:15 min
3. Tschechien (Petržela, Šedivý, Král) 106:20 min
18. Deutschland (Friedrichs, Müller, Döllgast) 123:45 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 28.05.2016

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