Orientierungslauf in Deutschland


Alexandersson dominiert Mitteldistanz

Es ist fast so als hätte man bei Tove Alexandersson einen Pfropfen rausgezogen. Nachdem die schwedische Ausnahmesportlerin bei Ski-Orientierungsläufen und im OL-Weltcup die Konkurrenz immer wieder regelrecht zerlegt hat, konnte sie bei dieser EM nun erstmals auch bei internationalen Meisterschaften im Orientierungslauf auftrumpfen und gewann heute die Mitteldistanz. Matthias Kyburz (Schweiz) freute sich in Tschechien über den ersten Titel in einer Walddisziplin. Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) holte für Deutschland 2 Punkte im Weltcup.

Tove Alexandersson holt in Tschechien den Einzeltitel Nummer 2. (Archivbild)
Tove Alexandersson holt in Tschechien den Einzeltitel Nummer 2. (Archivbild)  Foto: Fred Härtelt

Dass ausgerechnet Tove Alexandersson die läuferisch und technisch hochgradig anspruchsvolle Mitteldistanz in Cerná Voda bei den Damen dominiert hat, ist zumindest für Insider keine Überraschung. Schon beim Weltcup in Australien Anfang 2015 zeigte die Schwedin in ähnlich anspruchsvollem Gelände ihr Können und gewann ähnlich wie am heutigen Tag mit mehr als 2 Minuten Vorsprung die Mitteldistanz. Im Zielbereich wurden bei der EM genau 10 Sekunden an Fehlern analysiert. Da im Gegensatz dazu Judith Wyder (Schweiz) als Zweitplatzierte an einem Posten einen größeren Zeitverlust zu beklagen hatte, betrug der Vorsprung über die Mitteldistanz sagenhafte 2:13 min. Marika Teini (Finnland) komplettierte das Podest.

Patricia Nieke läuft erstmals in einem EM-Finale.
Patricia Nieke läuft erstmals in einem EM-Finale.  Foto: Anna Auermüllerová

Patricia Nieke (USV TU Dresden) zeigte eine Mitteldistanz im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten. Sowohl läuferisch als auch technisch hat die Dresdner Studentin noch einiges an Potenzial, konnte aber im Endlauf erstmals echte Finalluft schnuppern. Im Gesamtklassement kam Patricia Nieke auf den 51. Rang.

Bjarne Friedrichs besitzt nach zahlreichen internationalen Starts inzwischen die notwendige Routine bei großen internationalen Meisterschaften. Mit einem guten Lauf ohne größere Fehler konnte in der Ergebnisliste in der Endabrechnung der 39. Platz nachgelesen werden, was gleichzeitig 2 Punkte im Weltcup bedeutete. Selbstkritisch wurde die läuferische Form hinterfragt, welche nach der bisherigen Belastung zur EM für eine Platzierung weiter vorn nicht ausreichend war.

Bjarne Friedrichs mit souveräner Leistung zur EM.
Bjarne Friedrichs mit souveräner Leistung zur EM.  Foto: Anna Auermüllerová

Hochgradig zufrieden dürfte wohl der Schweizer Matthias Kyburz sein, der nach zahlreichen Titeln bei Sprintentscheidungen nun endlich die erste Goldmedaille in einer Walddisziplin entgegen nehmen konnte. Die technischen Anforderungen waren dabei alles andere als einfach. Bei einem Lauf, der oft entlang eines Hanges führte, musste durch die zahlreichen Steingebiete sauber gelaufen und orientiert werden. Zahlreiche Postenstandorte in Grünbereichen erhöhten die Anforderungen. Dabei gab es kaum Läufer, die komplett fehlerfrei über die Bahn kamen. Auch der Schwede Gustav Bergmann beklagte als späterer Zweitplatzierter einen Fehler am 14.Posten, als er einen Posten im Steingebiet einfach übersprungen hatte und diesen erst nach einer Minute Suchzeit fand. Die Bronzemedaille über die Mitteldistanz holte Lucas Basset (Frankreich).

Alle Zuschauer, die sich an echten Herausforderungen beim OL erfreuen wollen, sollten sich die Staffel am morgigen Tag vormerken. Dann wird vom heutigen Stadion aus in bisher nicht belaufenen Waldabschnitten rund um Cerná Voda orientiert. 10 Uhr begeben sich die Herren auf Ihre Bahnen, 12 Uhr die Damen.

Die deutsche Damenstaffel läuft in der Besetzung Arntraut Götsch (USV Jena), Dorothea Müller (Post SV Dresden) sowie Patricia Nieke. Die Aufstellung der Herren lautet Bjarne Friedrichs, Philipp Müller (Post SV Dresden) und Moritz Döllgast (TV Oberbexbach).

Ergebnisse


Damen

1. T. Alexandersson	Schweden	32:37 min
2. J. Wyder Schweiz 34:50 min
3. M. Teini Finnland 35:02 min
51. P. Nieke Deutschland 49:16 min


Herren

1. M. Kyburz		Schweiz		31:56 min
2. G. Bergman Schweden 32:30 min
3. L. Basset Frankreich 32:47 min
39. B. Friedrichs Deutschland 38:04 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 27.05.2016

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