Orientierungslauf in Deutschland


Die ultimative Herausforderung – 10MILA Damen

Bei der diesjährigen 10MILA im schwedischen Falun gingen insgesamt 1000 Teams an den Start. Dieses Spektakel fand noch niemals so weit nördlich statt und das erste Mal gab es eine eigene Klasse für die Damen bei der richtigen 10MILA. Der Sieg zur 10MILA ging an ein schwedisches Team.

Siegerstaffel der 10MILA 2016
Siegerstaffel der 10MILA 2016  Foto: Johnny Fransson

Traditionell startet die 10MILA am Samstagvormittag mit der Jugendstaffel und am Nachmittag wird die Damenstaffel durchgeführt. So war es auch dieses Jahr und einige deutsche Nationalläuferinnen konnten ihre Fähigkeiten in skandinavischem Gelände drei Monate vor der WM in Strömstad/Schweden gegen harte Konkurrenz testen.

Sabine Rothaug (OSC Kassel) und Arntraut Götsch (USV Jena) liefen die 7,9 km lange Startstrecke für ihre norwegischen Vereine Halden SK 5 bzw. Bul-Tromsø IL 1 und konnten ihre zweiten Läuferinnen auf Platz 59 bzw. 60 mit nur 4:40 Minuten Rückstand auf die Führenden auf den Weg schicken.

Susen Lösch (USV Jena) durfte als Schlussläuferin für Ärla IF 1 (Schweden) starten. Sie ging auf dem 39. liegend auf die 9,7 km lange Strecke und kam nach 61:47 Minuten wieder ins Ziel. Damit erreichte der Ärla IF den 27.Platz und seine jemals beste Platzierung in der Damenstaffel. Außerdem hatte Susen die neuntbeste Zeit auf dieser Strecke, nur 48 Sekunden hinter Svetlana Mironova, der Langdistanz Weltmeisterin von 2012.

Während der Staffel sah es gut für einen Start-Ziel-Sieg von Halden SK 1 aus. Jedoch patzte deren letzte Läuferin und so konnte sich OK Pan Århus 1 mit den Weltmeisterinnen Ida Bobach und Maja Alm auf den letzten beiden Strecken den Sieg holen.

Damenteam mit Susen Lösch im Interview (2.v.r.)
Damenteam mit Susen Lösch im Interview (2.v.r.)  Foto: Johnny Fransson

Nur ein paar Stunden später startete die Herrenstaffel, die richtige 10MILA – zehn Strecken, davon sechs im Dunkeln der Nacht, zusammen über 100 km.

Auch ein deutscher Nationalläufer war im Massenstart der 340 Teams. Bojan Blumenstein (OSC Kassel) lief für Nydalen SK 1 (Norwegen) die Startstrecke und konnte als 54. und nur 4:14 Minuten hinter der Spitze auf seinen zweiten Läufer übergeben.

Schon lange ist es üblich, dass einige Damen die Herrenteams auffüllen und die etwas kürzeren Strecken laufen. In den letzten Jahren gab es aber auch immer wieder reine Damenteams, die sich, nur ein paar Stunden nach dem sie die Damenstaffel gelaufen waren, der Herausforderung einer 10MILA stellten.

Deswegen gibt es seit diesem Jahr eine eigene Klasse für Damenteams in der 10MILA. Zur Premiere gingen sieben Damenstaffeln an den Start. Unter ihnen auch der Ärla IF mit Susen Lösch auf der dritten Strecke. Alle diese sieben Teams sind gut durch die Nacht und ohne Abbrüche oder Fehlstempel bis ins Ziel gekommen. Das schnellste Team war NTNUI von der Universität Trondheim (Norwegen) mit 15:30 Stunden genau auf Platz 200.

Das Rennen um den Sieg entpuppte sich auf der letzten Strecke zu einem unglaublich spannenden Kampf zwischen dem Vorjahressieger IFK Göteborg (Schweden), dem Vorvorjahressieger Kalevan Rasti (Finnland) und dem Sieger von 2005 Södertälje-Nykvarn (Schweden). Deren Schlussläufer Eskil Kinneberg (Junioren-Weltmeister 2013), Thierry Gueorgiou (13-facher Weltmeister) und Jonas Leandersson (Sprint-Weltmeister 2015) sind alle Weltspitze-Athleten. Keiner schaffte es während der 16 km langen Strecke die anderen abzuhängen. Es kam wie letztes Jahr zum direkten Duell im Zielsprint nach über 10 Stunden Laufzeit. Dort hatte Kinneberg noch vor einem Jahr Gueorgiou einfach stehen gelassen. Dieses Mal setzte sich ein überglücklicher Leandersson durch und konnte somit nach elf Jahren den Sieg endlich wieder nach Södertälje-Nykvarn holen.


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Autor: Susen Lösch & Daniel Härtelt
Eingestellt am 17.05.2016

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