Orientierungslauf in Deutschland


Schweiz rettet Weltcup-Sieg bis ins Ziel

Dass es auf den letzten Metern dann noch mal so knapp werden würde, hatte wohl kaum einer der Zuschauer vermutet. Von Beginn an hatte die Schweizer Sprintstaffel im polnischen Trzebnica die Führung übernommen und diese bis zum dritten Läufer kontinuierlich ausgebaut. Im Ziel betrug der Vorsprung noch 4 Sekunden. Die deutsche Staffel lief im bereinigten Klassement auf den 14.Rang.

Siegerpodest zur Sprintstaffel
Siegerpodest zur Sprintstaffel  Foto: Debora Zuanetti

Punkt 14 Uhr startete eine Meute von 42 Startläufern unter tosendem Applaus vom Marktplatz der Stadt Trzebnica aus. Gleich zu Beginn setzten sich die möglichen Favoritenstaffeln an die Spitze. Die deutsche Nachwuchsläuferin Patricia Siegert (USV TU Dresden) reihte sich zunächst im hinteren Bereich des Feldes ein und studierte intensiv ihre Karte. Dass diese Herangehensweise keine schlechte gewesen sein konnte zeigte der Wechsel mit 1min 23s auf die Spitze. Ganz vorn an der Spitze übergab Judith Wyder (Schweiz) vor Natalia Vinogradova (Russland) und Lina Strand (Schweden).

Sören Riechers kämpft bis ins Ziel.
Sören Riechers kämpft bis ins Ziel.  Foto: Debora Zuanetti

Andreas Kyburz baute den Vorsprung als zweiter Läufer der Schweiz im Stadtgebiet von Trzebnica weiter aus. Nach 35 Sekunden kam in kürzeren Abschnitten ein größeres Feld mit Staffeln aus Schweden, Russland, Dänemark und Norwegen ins Ziel. Sören Riechers (Bielefelder TG) erreichte an der Spitze einer größeren Tram das Ziel. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die deutsche Mannschaft in der Berechnung aller Staffeln auf dem 23.Rang mit 2:15 min Rückstand zur Spitze.

Marvin Goericke (Berliner TSC) gelang es die Position zu halten. Der Anschluss zu den Staffeln davor konnte aber nicht gehalten werden. Schlussläuferin Patricia Nieke (USV TU Dresden) musste auf der letzten Schlaufe noch mehrere Staffeln ziehen lassen und beendete das Rennen in der Gesamtwertung aller Staffeln auf dem 29.Rang.

Ganz vorne an der Spitze hatte man sich im eher läuferisch geprägten Rennen, bei dem oft nur die Routenwahlentscheidung zwischen einer rechten und linken Variante bestand, mit einem Schweizer Sieg abgefunden. Ähnlich wie sein Bruder übergab Matthias Kyburz mit 35 Sekunden Vorsprung auf Schlussläuferin Rahel Friederich. Diese musste allerdings gegen eine glänzend aufgelegte Schwedin Helena Jansson sowie Weltmeisterin Maja Alm (Dänemark) bestehen. Auf der Sichtstrecke hatte die Schwedin die vor ihr laufende Schweizer Läuferin klar im Blick. Bis zum Ziel gelang es aber Friederich den Vorsprung zu halten. Somit konnte die Schweiz über den ersten Sieg in der Sprintstaffel im Jahr 2016 jubeln. Maja Alm konnte nicht mehr an beide Läuferinnen herankommen und beendete das Rennen auf dem dritten Rang.

Eine gängige Szene - die Läufer hörten ob der SI-Air+ Chip ausgelöst hat.
Eine gängige Szene - die Läufer hörten ob der SI-Air+ Chip ausgelöst hat.  Foto: Debora Zuanetti

Das deutsche Fazit nach dieser Weltcup-Runde fällt durchwachsen aus. Über allem steht das Ausrufezeichen von Marvin Goericke, der bei seinem ersten Start im Weltcup gleich bis in ein Sprintfinale gelaufen ist. Patricia Siegert hat als Nachwuchsläuferin keinesfalls enttäuscht, benötigt aber noch Zeit, um näher an die Spitze ranzukommen. Alle weiteren deutschen Starter haderten mit individuellen Problemen oder einem Trainingszustand, der aufgrund von Verletzungen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht optimal ist.

Ende Mai geht die nächste Weltcup-Runde über die Bühne. Dann werden bei den Europameisterschaften im tschechischen Jesenik in diesem Jahr auch die ersten internationalen Titel vergeben.

Ergebnisse


1. Schweiz (Wyder, Kyburz A.,Kyburz M.,Friederich)	62:24 min
2. Schweden (Alexandersson,Svensk,Leandersson,Jansson) 62:28 min
3. Dänemark (Friberg, Lassen, Bobach, Alm) 62:54 min
14. Deutschland (Siegert, Riechers, Goericke, Nieke) 69:05 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 02.05.2016

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