Orientierungslauf in Deutschland


Weltcup im polnischen Dschungel

Beim heutigen Weltcup-Rennen über die Mitteldistanz in Sobótka, unweit von Wroclaw, standen die Läufer ganz oben, die sowohl technisch, läuferisch als auch kämpferisch das Optimum herausholten. Herrensieger Olav Lundanes (Norwegen) beendete das anspruchsvolle Weltcup-Rennen genauso gezeichnet wie die knappe Damensiegerin Helena Jansson (Schweden). Im deutschen Team gab es zwei Ausfälle.

Philipp Müller am Sichtposten.
Philipp Müller am Sichtposten.  Foto: Debora Zuanetti

Auf dem Weg zur Doping-Kontrolle war das Gesicht von Weltcup-Sieger Olav Lundanes wieder sauber. Mehrere Blutflecke an den Beinen verrieten aber, dass die vorangegangene Mitteldistanz oft durch unangenehm zu belaufendes Gelände gegangen sein muss. In den knapp 36 Minuten bis zur Ziellinie arbeitete sich der Norweger durch einen sehr abwechslungsreichen Wald. Bei vielen Postenstandorten in zugewachsenen Bereichen war ein exaktes Orientieren erforderlich. Ein teilweise sehr komplexes Höhenbild mit Tälchen und Senken sowie variierende Belaufbarkeiten erhöhten die Anforderungen auf der Mitteldistanz. Hinzu kamen eine Passage entlang eines Hanges sowie unterschiedlich gut belaufbare Waldabschnitte und Steinfelder.

Schwer gezeichnet und im Fokus.
Schwer gezeichnet und im Fokus.  Foto: Debora Zuanetti

Die deutschen Herren mussten den hohen Anforderungen Tribut zollen. Das beste deutsche Herrenresultat erzielte Philipp Müller (Post SV Dresden) mit Rang 95. Zwei große Fehler, einer davon im Bereich von 5 Minuten, sorgten für ein Resultat im hinteren Bereich der Ergebnisliste. Marvin Goericke (Berliner TSC) lernte bei seinem ersten Start bei einem Weltcup wie hoch die Trauben hängen.

Ohne Wertung saßen Moritz Döllgast und Matthias Kretzschmar (beide Post SV Dresden) nach dem Rennen am Wettkampfzentrum vor dem Schloss Górka. Moritz Döllgast musste den Lauf am 15. Posten abhaken, nachdem einer seiner Schuhe komplett aufgerissen war. Matthias Kretzschmar fiel am 19.Posten auf einen Stein und beendete mit Schmerzen den Lauf vorzeitig.

Auch die deutschen Damen waren mit ihren Resultaten nicht wirklich zufrieden, schnitten aber zumindest anhand der Platzierung besser als die Herren ab. Patricia Siegert (USV TU Dresden) lief als erste Läuferin beim Weltcup ins Ziel. Im Gesamtklassement bedeutete ein durchwachsenes Debüt im Weltcup Rang 76 über die Mitteldistanz. Patricia Nieke (USV TU Dresden) fand nie wirklich in die Karte und ihr Rennen. Mit dem 67. Gesamtrang erlief sie aber das beste deutsche Resultat des Tages.

Patricia Nieke beim Weltcup-Debüt.
Patricia Nieke beim Weltcup-Debüt.  Foto: Debora Zuanetti

Ganz vorne im Klassement lieferten sich Helena Jansson und Tove Alexandersson (beide Schweden) von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von zwei Sekunden ging der Tagessieg an Helena Jansson. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren hatten sich gerade bei den nicht zur Weltspitze gehörenden Läufern an diesem Tag größere Trams gebildet.

Im Stadtteil Sródmiescie von Wroclaw werden morgen die Sprintwettkämpfe ausgetragen. Die Qualifikation der Damen beginnt ab 9 Uhr. 10 Uhr gehen die Herren auf ihre Bahnen. Ab 17 Uhr beginnen die Finalläufe. Beide deutsche Damen werden beim Sprint wieder am Start stehen. Im Herrenteam wird Philipp Müller durch Sören Riechers (Bielefelder TG) ersetzt. Ob ein Start von Matthias Kretzschmar möglich ist, bleibt abzuwarten.

Anmerkung der Reaktion: Die Zeiten an der Spitze wurden im Nachgang korrigiert. Auch im weiteren Feld gab es nachträglich Anpassungen.

Ergebnisse


Damen

1. H. Jansson		Schweden	38:31 min
2. T. Alexandersson Schweden 38:33 min
3. S. Mironova Russland 39:59 min
67. P. Nieke Deutschland 52:44 min
76. P. Siegert Deutschland 56:30 min


Herren

1. O. Lundanes Norwegen 35:19 min
2. C. Godager Kaas Schweden 36:28 min
3. A. Ridefelt Schweden 36:33 min
95. P. Müller Deutschland 49:12 min
116. M. Goericke Deutschland 64:24 min
Disq. M. Kretzschmar Deutschland
Disq. M. Döllgast Deutschland


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 30.04.2016

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