Orientierungslauf in Deutschland


Bundeskader startet in die neue Saison: Kick-off in Jena

Zum Kick-off in Jena trafen sich vom 22. – 24. Januar 37 Athleten und die Bundestrainer, um die kommende Saison vorzubereiten und Motivation für die kommenden Trainingswochen zu tanken. Ute Lösch, die Vertreterin der Heimtrainer im Trainerrat, hatte bereits im Herbst ihre Unterstützung signalisiert und sich um die Organisation gekümmert. Sie konnte ein Quartier anbieten, von dem aus alle praktischen Einheiten zu Fuß erreicht werden konnten. Gerade im Winter und angesichts von Wettervorhersagen mit Blitzeis ist dies ein unbestreitbarer Pluspunkt.

Kadertreff in Jena
Kadertreff in Jena  Foto: Ute Lösch

Wer wollte, ging nach der Anreise eine kleine Runde laufen, ansonsten diente der Freitagabend dem Kennenlernen vor allem der neuen Gesichter, die naturgemäß hauptsächlich im D/C-Kader zu finden waren. Am nächsten Morgen wurden zunächst organisatorische und allgemeine Dinge für die kommende Saison angesprochen. Das reichte von Themen wie Bekleidung und IOF-Anti-Doping-Lizenz bis zum Thema Finanzen.

Die Trainerratsvorsitzende Heidrun Finke erläuterte in diesem Zusammenhang, dass auf Bundesebene keine DTB-eigenen Finanzmittel für die Aufgaben des Spitzensportes zur Verfügung stehen, sondern lediglich Mittel aus der Wettkampfabgabe und zentrale Mittel (BMI). Diese Mittel reichen aber bei weitem nicht aus. Da nicht absehbar ist, dass die Lücken durch erhöhtes Spendenaufkommen oder große Sponsoren ausgeglichen werden können, muss versucht werden, hier neue Wege zu gehen. Neben der direkten Werbung für das Nationalteam, für das weiterhin über den Förderverein OL gespendet werden kann, will der Trainerrat die Athleten und ihre Heimatvereine bei der Suche regionaler Lösungen unterstützen. Denn eines ist allen klar geworden. Verbleibende Finanzlöcher müssen am Ende durch die Athleten selbst getragen werden.

Training im Schnee
Training im Schnee  Foto: Nina Döllgast

Dann stand ein echter Härtetest auf dem Programm: der Crosstest, der von den Kaderathleten aus Jena ausgesucht worden war. Die Runde beinhaltete vier Streckenabschnitte, an denen per SI Zwischenzeiten genommen wurden, damit die Athleten Hinweise bekommen, wo ihre Stärken und ihre Schwächen liegen. Jede Runde endete mit einem knackigen Anstieg quer durch den Wald. Durch die noch vorhandenen Schneereste wurde die Belaufbarkeit nicht besser, aber alle kämpften sich tapfer über die - je nach Kaderzugehörigkeit - vier bis acht Runden.

Der Nachmittag wurde genutzt, um in den einzelnen Kadern die kommende Saison zu besprechen. Ferner hielt Thomas Meier, Bundestrainer des C-Kaders, noch einen kurzen Vortrag über Anti-Doping und mentales Training.

Karte Viel-Posten-OL
Karte Viel-Posten-OL  Foto: Ausrichter

Am Abend lernten alle Teilnehmer eine neue Sportart kennen: Quitscheentengolf. Ziel der Mannschaften ist es, mit möglichst wenigen Schlägen eine kleine Badeente zum Ziel zu befördern; vergleichbar vielleicht mit dem Boßeln (womit zumindest norddeutsche Leser etwas anfangen können). Da natürlich schon die Dunkelheit hereingebrochen war, mussten die Enten mit kleinen Knicklichtern versehen werden. Dennoch war das Auffinden der Tierchen nach einem Schlag mindestens genauso eine Herausforderung wie der gekonnt ausgeführte Schlag selbst. Der Wettbewerb ging dann nahtlos in eine kleine Schneeballschlacht über.

Am Sonntag folgte eine weitere Theorieeinheit, bei der Jan Birnstock, Bundestrainer Damen, über das Thema Motivation referierte. Der Vortrag bot viele Anregungen zum Nachdenken über Motivationsquellen für den OL als Spitzensport.

Den Abschluss des Wochenendes bildete dann ein Viel-Posten-OL mit zahlreichen Bahnkreuzungen und Schmetterlingen. Die Aufgabe bestand darin, trotz der verwirrenden Bahnanlage immer konzentriert zum richtigen Posten zu navigieren. Schließlich sind hierbei auch schon Weltklasseläufern Missgeschicke passiert. Durch einen Massenstart mit den Sportlern des USV Jena wurde der Stressfaktor aufgrund der großen Anzahl von Gegnerkontakten zusätzlich erhöht.

Ein herzlicher Dank geht an Ute Lösch und den gesamten USV Jena, die die Organisation vor Ort übernommen hatten und damit die Trainer soweit entlasteten, dass diese sich wirklich um ihre Kaderathleten kümmern konnten.


Mehr:
Nationalteam Orientierungslauf

Autor: Heidrun Finke
Eingestellt am 31.01.2016


 © 2001-2016 TK OLImpressum