Orientierungslauf in Deutschland


TD- und WKL-Tagung 2016: Analysen und Vorbereitungen

Wie seit vielen Jahren zur guten Tradition geworden, trafen sich am vergangenen Wochenende in Dresden die Wettkampfleiter und die Technischen Delegierten der Bundesveranstaltungen, um einerseits ein Fazit der vergangenen Saison zu ziehen und andererseits für die bevorstehende Saison aktuelle Aspekte der OL-Arbeit zu beraten und auch aus festgestellten Problemen Rückschlüsse für die kommenden Aufgaben zu ziehen.

Die Teilnehmer der diesjährigen TD- und Wettkampfleitertagung in Dresden
Die Teilnehmer der diesjährigen TD- und Wettkampfleitertagung in Dresden  Foto: Steffen Lösch

Für die Saison 2015 gab es, so das Resümee, nur wenige gravierende Auffälligkeiten. Die durch die Ausrichter, die Technischen Delegierten und die anwesenden Mitglieder des Technischen Komitees durchgeführten Analysen sowie die Berichte der jeweils verantwortlichen Funktionäre fielen zusammengefasst positiv aus – erkannte Probleme wurden objektiv gemeinsam und sicherlich zum Nutzen aller in kurzen Ursachenforschungen behandelt, um Wiederholungen auszuschließen. So wurde dabei festgestellt, dass es durchweg immer wieder doch erstaunlich große Lücken in der Kenntnis der Regelkunde gibt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass beim Mannschafts-OL eben erst nach dem ersten Pflichtposten die Aufteilungen erfolgen dürfen.

Breiten Raum nahmen dann auch Bahnlegung, Kartendarstellung und der Umgang mit Sperrflächen oder verbotenen Passagen ein. Die eindeutigen Festlegungen unserer Wettkampfbestimmungen sowie der Kartensignaturen scheinen etlichen OL-Teilnehmern offensichtlich unbekannt zu sein oder – was natürlich verwerflicher wäre – sie ignorieren diese Symbole. Hierauf wird 2016 wohl besonders geachtet werden müssen, zumal sich der Orientierungssport in immer stärkeren Umfang mit Vorgaben des Natur- und Umweltschutzes konfrontiert sieht.

Abendfüllend wurde die Vorstellung des für Bundesveranstaltungen 2016 im Einzel-OL verbindlich zur Nutzung vorgeschriebenen neuen deutschen Internetmeldeportals O-Manager. Die Programmierer des Systems, Björn Heinemann und Janek Leibiger, führten den überaus interessierten Zuhörern in ihrem Vortrag vor, was der "O-Manager" alles kann. Dabei bemerkten weder Referenten noch Teilnehmer, dass aus dem geplanten Ende 20:30 Uhr so ganz beiläufig 22:45 Uhr wurde…

Interessant waren auf jeden Fall für alle auch die Entwicklungsgedanken von Bjarne Friedrichs zum neuen Wettkampfformat Mixed-Sprint-Staffel, das anlässlich der DM Sprint-OL 2016 als Testwettkampf starten wird. Breite Diskussionen gab es dazu unter anderem über die Altersstrukturen und Zusammensetzungen der Wettbewerbskategorien, der angedachten Siegerzeiten, der Wirksamkeit des Zweitstartrechts und natürlich auch über den zumindest 2016 wegfallenden Qualifikationslauf zur Deutschen Meisterschaft im Sprint-OL. Man darf gespannt sein, wie diese jüngste Disziplin des deutschen OL-Sports angenommen wird.

Weitere Schwerpunkte bildeten die Fortschreibung der Wettkampfbestimmungen und natürlich auch der ab 2016 verbindliche Ausrichtervertrag bei allen Bundesveranstaltungen. Analysiert wurde zudem, dass die Veränderungen der Teamzusammensetzung beim Deutschland-Cup und die Einführung des neu eingeführten Schüler-Deutschland-Cups durchweg als gelungen zu bezeichnen sind. Breiten Raum nahm zudem das stets aktuelle Thema des Kartendrucks ein, denn die rasante Entwicklung der Laserdrucktechnologie gestattet es, mit diesem Verfahren immer bessere Karten zu erstellen, so dass die Qualitätsunterschiede zwischen Offsetdruck und Laserdruck kaum noch als signifikant zu bezeichnen sind.

Der Dank der Teilnehmer galt Jan Müller und Rainer Müller für die wie immer hervorragende Rahmenorganisation der Tagung.


Autor: Bernd Wollenberg
Eingestellt am 18.01.2016


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