Orientierungslauf in Deutschland


5 Tage-OL vor Silvester in Belgien

417 Orientierungsläufer aus ganz Europa starteten vom 26. bis 30. Dezember im Norden Belgiens zum Mehrtagelauf. Unter den Teilnehmern waren auch 31 deutsche Orientierungsläufer. In der Gesamtwertung der Herren-Elite ging der Sieg an Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul). In der Damen-Elite lief Josephine Greiner (OSC Kassel) auf Rang drei der Gesamtwertung.

Christoph Brandt gewinnt in Belgien (Archivbild)
Christoph Brandt gewinnt in Belgien (Archivbild)  Foto: Fred Härtelt

Schon in der Ausschreibung wurden die Wettkämpfe mit sehr schnell aber auch technisch anspruchsvoll beschrieben. Die Kombination aus sehr feinen Geländestrukturen, Sandbereichen und der sonst oft sehr guten Belaufbarkeit ließen schon im Vorfeld Orientierungsläufe auf einem hohen Level vermuten. Ein Schnitt von 5 Minuten pro km für die Elite war in der Ausschreibung nachzulesen. Etappenorte waren Kattevenia, Ossendrecht, Pijnven-Noord sowie Ravels Noord und Zuid.

Eingebunden war mit Etappe drei zudem ein Weltranglisten-OL der Elite (WRE), der bei den Damen für Josephine Greiner (OSC Kassel) als einzige deutsche Teilnehmerin einen vierten Platz unter den 18 Starterinnen einbrachte. Gleich 47 Herren stellten sich beim WRE der Konkurrenz der Herren-Elite, unter ihnen sieben deutsche Starter. Einen sehr guten zweiten Platz erlief sich Christoph Brandt, dicht gefolgt von Bojan Blumenstein (OSC Kassel). Sechster wurde Marvin Goericke (Berliner TSC). Mit seinem 12. Platz war der für den OLV Weimar startende Paul Lützkendorf auch noch im ersten Viertel zu finden.

Kartenausschnitt Pijnven noord
Kartenausschnitt Pijnven noord  Foto: Homepage Veranstalter

In der Gesamtwertung nach fünf Tagen fand sich Josephine auf einem sehr guten dritten Platz unter den nun 23 gewerteten Elitedamen wieder. Nina Döllgast (TV Oberbexbach) erreichte mit nur zwei Wertungsläufen Platz 11. Der ganz große Wurf gelang, für ihn selbst überraschend, dem Radebeuler Christoph Brandt, dem nur 4 Punkte zum Optimalergebnis von 4000 machbaren Punkten fehlten. Dritter unter den nun 55 Eliteherren wurde Bojan Blumenstein, fünfter Marvin Goericke. „Altmeister“ Alexander Lubina (DJK Adler Bottrop) erlief sich mit einer konstanten Leistung Platz 11, auf Rang 20 folgte Paul Lützkendorf.

Eingesetzt wurde hier das Punktesystem, nach dem der Sieger 1000 Punkte und die anderen dann abhängig von ihrem Zeitrückstand zum Sieger entsprechend geringere Punktezahlen erhielten. Die besten vier Ergebnisse der fünf Tage wurden gewertet. Dadurch ist es möglich, auch mit nur einem Start in die Gesamtwertung zu kommen.

Interessant am Rande, dass die zweite Etappe nach Ossendrecht in die Niederlande führte. Aber das ist ja schon fast üblich bei Belgischen Mehrtage-OL, immer wieder wird den Teilnehmern auch zugleich mindestens eine Etappe bei den Nachbarn angeboten. „Sammler“ von „OL-Ländern“ schlagen somit zugleich „zwei Fliegen mit einer Klappe“.

Erschöpft nach dem Wettkampf
Erschöpft nach dem Wettkampf  Foto: Jaqueline Goericke

Diese Wettkämpfe zwischen Weihnachten und Neujahr, auch als „Zwischen den Jahren“ bezeichnet, erfreuen sich seit vielen Jahren wachsender Beliebtheit. Und da bei der Ende Dezember herrschenden Wetterlage durchgehend angenehme Bedingungen im Gegensatz zu vielen „Regenschlachten“ vergangener Jahre die Orientierungsläufer fast in Frühlingsstimmung versetzte, waren rundum alle zufrieden und genossen vielfach die angenehmen Bedingungen um wieder ausgezeichnet organisierte Wettbewerbe nebst guten Karten- und Bahnangeboten. Lediglich die Kartengestaltung bei Etappe vier gefiel einigen nicht so richtig.


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Autor: Marvin Goericke/Bernd Wollenberg/Daniel Härtelt
Eingestellt am 13.01.2016


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