Orientierungslauf in Deutschland


Bundestagung in Jena

Im Tagungszentrum am Herrenberge in Jena traf sich am Samstag die Bundestagung. Das Technische Komitee (TK) berichtete dort gegenüber den anwesenden Vertretern von 11 Landesverbänden über die Ereignisse im jeweiligen Bereich im vergangenen Jahr und zeigte einen Ausblick. Durch das Gremium der Bundestagung wurden ebenfalls mögliche Entwicklungen besprochen sowie Beschlüsse gefasst. In Zukunft wird es im TK einen Verantwortlichen für den Bereich Umwelt- und Naturschutz geben.

Bundestagung in Jena
Bundestagung in Jena  Foto: Fred Härtelt

Nachdem in den letzten Jahren die Bundestagung parallel zu nationalen Veranstaltungen durchgeführt wurde, hatte man sich in diesem Jahr darauf geeinigt, diese als eigenständigen Termin anzubieten. Die große Resonanz und der intensive Austausch zwischen Mitgliedern des Technischen Komitees und abgesandten der jeweiligen Landesverbände bestätigten diesen Ansatz.

Berichte TK


Der TK-Vorsitzende Hans Joachim Bader eröffnete nach der Begrüßung und den Formalitäten die Veranstaltung mit einem Abriss über den Status Quo des Orientierungssportes. Besonders hervorgehoben wurde das vom Deutschen Olympischen Sportbund finanzierte Umweltprojekt, wo in der durchgeführten Art der Analyse nachgewiesen werden konnte, dass durch den Orientierungslauf keine langfristigen Schäden in der Umwelt verursacht werden.

Jan Müller gab im Anschluss einen kurzen Abriss über das Ressort Wettkampfwesen. Positiv hob er für den kommenden Winter das umfangreiche Wettkampfprogramm im Ski-Orientierungslauf sowie den Meldestand beim Weltcup und den Senioren-Weltmeisterschaften in Klingenthal Anfang Januar 2016 hervor. Im Orientierungslauf wird es nach aktuellem Stand im kommenden Jahr in Deutschland keine Deutschen Bestenkämpfe im Nacht-OL sowie keinen Weltranglistenlauf geben. Gleichfalls verwies er auf die DM-Sprint 2016, welche nur aus einem Lauf bestehen wird. Nach dem Einzelsprint ist eine Sprintstaffel geplant. Die bisherige Ausnahmeregelung mit Startern ab der AK12 beim Ländervergleichskampf des Nachwuchses soll in Zukunft festgeschrieben werden.

Als Verantwortlicher für das Kartenwesen berichtete Steffen Lösch über die gute bis sehr gute Qualität von Laserdruckkarten bei Bundesveranstaltungen, wies aber auch darauf hin, dass dort zum aktuellen Zeitpunkt 4 Monate im Vorfeld ein Antrag zum Druckverfahren beim TK Kartenwesen gestellt werden muss. Dies ist als Hilfestellung für die Ausrichter zu sehen, um die Qualität weiterhin zu sichern. Angesprochen wurde auch die Überarbeitung der Darstellungsvorschriften für Orientierungssportkarten (ISOM 2000) von Seiten der IOF.

Im Bereich Aus- und Fortbildung stellte Andre Kwiatkowski das teilweise fehlende Wissen über die Unterschiede zwischen A-, B-, und C-Lizenz fest. Während die C-Lizenz auf Ebene der Bundesländer erworben werde muss, gehören die Weiterbildungen zur A- und B-Lizenz zum Angebot auf Bundesebene. Für das Jahr 2017 wurde wieder eine Ausbildung für den B-Trainer in Aussicht gestellt. Konzeptionen für die Ausbildung im Bereich C und B sind auf orientierungslauf.de unter Dokumente und dort der Registerkarte Aus- und Fortbildung abgelegt. Für eine Ausbildung im Bereich der A-Lizenz existiert diese Konzeption aktuell nicht.

Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurde durch Fred Härtelt vorgestellt. Hier wurde die Berichterstattung über orientierungslauf.de, Facebook und Twitter mit der Analyse von mehreren Tausenden Lesern aufgezeigt. In Zusammenhang mit der Berichterstattung in Zeitungen und öffentlich rechtlichen Fernsehsendern war in diesem Jahr ein weiterer starker Aufwärtstrend zu verzeichnen. Verwiesen wurde auch darauf, dass andere große Nationen inzwischen den Etat im Bereich Öffentlichkeitsarbeit reduzieren. Durch die Aktivitäten in Deutschland hat in diesem Jahr die Internationale Orientierungslauf Föderation (IOF) bei der Berichterstattung über Weltcups auf Bildmaterial von orientierungslauf.de zurückgegriffen. Dieses Material findet fortwährend zahlreiche Abnehmer. Erläutert wurde ebenfalls, dass sich die IOF für die Zukunft eine stärkere Präsenz des Orientierungssportes in Deutschland wünscht. Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit hat auch im kommenden Jahr einen umfangreichen Methodenmix geplant.

Heidrun Finke analysierte für den Spitzensport die abgelaufene Saison eher als durchwachsen. Hohe Ausgaben und ein intensiver Betreuungsaufwand durch die Trainer standen beispielsweise gute Ergebnisse beim Junioren-Europa Cup sowie durchwachsenen Resultate bei der WM und der Junioren-WM gegenüber. Zum aktuellen Zeitpunkt sieht die Trainerratsvorsitzende noch Potenzial im läuferischen Bereich sowie dem Willen einen größeren Fokus auf den Leistungssport in Verbindung mit der Ausbildung zu legen. Hierzu wurde auf die Möglichkeit von Stipendien hingewiesen.

Wahl Mitglied TK


Im Anschluss an die Berichte aus dem TK wurde durch den TK-Vorsitzenden die Trennung des Bereiches Umwelt- und Naturschutz vom Ressort Kartenwesen vorgeschlagen. Nach seinem Rücktritt vom Vorsitz des Fördervereins bewarb sich Nikolaus Risch für diesen Posten. Die Ausschreibung der Position und die Wahl wurde aus dem Kreise der Bundestagung sehr begrüßt. Die durch Nikolaus Risch definierten Ziele liegen im übergreifenden Ansatz des Postens, der auf bundesdeutscher Ebene für Aufklärung in Fragen des Orientierungssportes in Verbindung mit den Themen Umwelt- und Naturschutz sorgen und Leitfäden für die Ausrichter zur Verfügung stellen soll.

Abstimmung Bundestagung


Zur Abstimmung standen nach der Mittagspause mehrere Anträge: Abgelehnt wurde der Antrag der Befreiung ausländischer Starter von der Wettkampfabgabe. Der Antrag bei den Deutschen Bestenkämpfen in der Mannschaft schon ab dem Start den Aufteilungsbeginn zu erlauben wurde in die Untergruppe Wettkampfwesen weitergegeben. Für den JLVK wurde eine Erhöhung des Meldegeldes beschlossen.

Sonstige Themen


Nach der Vorstellung von Strategien zur Entwicklung des Orientierungssportes durch Steffen Lösch wurde im Gremium vereinbart hier zunächst intern weiterzuarbeiten, um in kommenden Treffen Handlungsansätze zu diskutieren und damit den Orientierungssport zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Kurz angesprochen wurde das Deutsche Turnfest in Berlin 2017 sowie der Umstand, dass die deutschen Orientierungsläufer bei der Bahn nicht mehr bei Eisenbahner Veranstaltungen gefördert werden. Der OManager als Meldesystem wird von der regionalen bis zur nationalen Ebene ab sofort zur Nutzung durch das TK empfohlen.

Zur Bundestagung waren Vertreter aller Orientierungssportarten anwesend. Das TK verwies mehrfach auf den gemeinsamen Weg aller Sportarten. In der aktuellen Situation wurde analysiert, dass die starke personelle Besetzung im Technischen Komitee im Vergleich zu vielen anderen Sportarten im DTB sehr gut ist. Zusammen mit der Bundestagung können daher Themen im Orientierungssport in Deutschland effizient angegangen werden.

Für das nächste Jahr ist die Bundestagung für das komplette erste Novemberwochenende geplant. Ins Auge gefasst wurde der Weinberg-OL in Saulheim als Rahmenveranstaltung.


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OManager

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 06.12.2015


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