Orientierungslauf in Deutschland


Technische Neuerungen zur WM

Bei allen Entscheidungen der Weltmeisterschaften 2015 kam das berührungslose Kontrollsystem SPORTident Air+ zum Einsatz. Nicht nur bei den Sprintentscheidungen war dies der Garant für noch schnellere Laufzeiten. Auch in anderen Bereichen möchte die Internationale Orientierungslauf Föderation (IOF) vermehrt mit den aktuellen Technologien arbeiten, um somit die Sportart weiter zu verbreiten.

Das Berühren der Kontrollstation reicht bei Air+ aus.
Das Berühren der Kontrollstation reicht bei Air+ aus.  Foto: Fred Härtelt

Die Annullierung eines Weltcup-Rennens Anfang Juni nach technischen Problemen infolge der Programmierung des Kontrollsystems war eines der Themen bei der Tagung der IT-Kommission im Rahmen der Weltmeisterschaften in Schottland. Dies ist ein wesentlicher Grund warum die Qualität der IT bei IOF-Veranstaltungen noch mehr in den Vordergrund gerückt werden soll. Die bereits oft vorgebrachten Anforderungen an die Kontrolle aller Themen der IT werden zukünftig durch eine engere Zusammenarbeit des SEA (Senior Event Advisor) mit der IT-Kommission (ITC) bzw. einem speziellen IT-System Advisor umgesetzt. Für Weltmeisterschaften erfolgt die Betreuung möglichst direkt durch das ITC - auf Ebene des Weltcups ist dies mit der Kapazität nicht machbar - dafür werden Checklisten erarbeitet, die dann durch die jeweiligen Verantwortlichen abgearbeitet werden. Dieser Prozess wird über den gesamten Vorbereitungszeitraum laufen.

Die IT-Kommission, mit Björn Heinemann als deutschen Vertreter, hatte bei den Weltmeisterschaften 2015 zu einer öffentlichen Diskussion über Themen der IT im Orientierungslauf aufgerufen. Aufgrund des abgelegenen Veranstaltungsortes war die Beteiligung nicht so gut wie in den Jahren davor. Neben dem Problem der Datenübertragung mit schlechtem bzw. nicht vorhandenem Mobilfunknetz, welches teilweise sehr akut in Schottland war, wurden auch Anwendungen für Mobiltelefone auf festen Trainingsstrecken diskutiert. Hier bieten sich interessante Möglichkeiten mit Hilfe von GPS und frei verfügbaren Karten, beispielsweise von OpenStreetMap und OpenOrienteeringMap, den Orientierungslauf als Freizeitsport zu entwickeln.

Weiterhin wurde über die Möglichkeiten zur Gruppenarbeit bzw. Officeunterstützung im neuen IOF Office in Schweden gesprochen.

Infolge des eingesetzten Kontrollsystems Air+ vom deutschen Hersteller SPORTident konnten die Zuschauer vor allem in den Sprintdistanzen kaum noch Standzeiten an den Posten beobachten. Durch das neue System ist kein direktes Lochen mehr an der Station notwendig. Es reicht den Posten im Annäherungsbereich zu passieren. Im direkten Vergleich mit den deutschen Bahnnormen über die Sprintdistanz unterbot beispielsweise die dänische Weltmeisterin auf der WM-Bahn den geforderten Kilometerschnitt der deutschen Damen. Der schwedische Weltmeister holte seine Goldmedaille annähernd mit dem Kilometerschnitt der deutschen Herrennorm für eine Teilnahme bei der WM. Während der Wettkämpfe bei der WM waren nur wenige Läufer zu beobachten, die noch im bisherigen Modus den Nachweis erbrachten. Eine deutsche Nationalläuferin lochte im herkömmlichen Sinne, da Sie bei einem Wettkampf den Signalton nicht hören konnte. Im Jahr zuvor kam das berührungslose System bei der Orientierungslauf-WM noch ausschließlich zur Sprintstaffel in Trento zum Einsatz. In den Bereichen Ski-Orientierungslauf und Mountainbike-Orientieren wird das berührungslose Kontrollsystem schon länger eingesetzt.


Autor: Daniel Härtelt & Björn Heinemann
Eingestellt am 18.08.2015

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