Orientierungslauf in Deutschland


Verändertes WM-Programm in Inverness beschlossen

Parallel zu den Weltmeisterschaften im Orientierungslauf tagten auch in diesem Jahr unterschiedliche Gremien der Internationalen Orientierungslauf Föderation (IOF). In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde eine Änderung des WM-Programmes beschlossen. Zur Debatte stand auch eine Anpassung der Divisionsberechnung zur Startplatzvergabe bei kommenden Weltmeisterschaften. Deutschland war mit mehreren Personen zur Hauptversammlung vertreten.

Brian Porteous zur Versammlung der IOF
Brian Porteous zur Versammlung der IOF  Foto: Fred Härtelt

Die außerordentliche Hauptversammlung eröffnete IOF Präsident Brian Porteous am 6. August in einem gut besuchten Hotel in Inverness. Nach kurzer Eröffnung begrüßte der schottische Präsident mit Ägypten das 79. Mitgliedsland der IOF. Als nächsten Tagesordnungspunkt stand eine umfangreiche Darstellung der aktuellen Situation des Orientierungslaufes und der IOF auf dem Programm. So warb der Präsident aufgrund der problematischen Suche von Ausrichtern, der öffentlichen Wahrnehmung der Sportart und der finanziellen Situation der IOF für eine geteilte WM, die in ungeraden Jahren ab 2019 eine reine WM im Wald und in geraden Jahren ab 2020 eine Sprint-WM vorsieht. Bei der anschließenden Diskussion waren verschiedenste Standpunkte zu hören: Vor allem Länder mit wenig Waldgebieten begrüßten den Vorschlag. Gegner dieses Vorschlages wiesen auf eine Trennung der Orientierungsläufer und Sprinter hin. Der Ansatz der IOF war vor allem, dass durch die Sprint-WM Einnahmen generiert werden können, die dann in einer Wald-WM verwendet werden können. In der anschließenden Abstimmung stimmten von den anwesenden und stimmenberechtigten Nationen 24 dafür und 9 dagegen, wobei es drei Enthaltungen gab. Die entsandten deutschen Vertreter, bestehend aus dem Verantwortlichen der IT-Kommission in der IOF Björn Heinemann, dem Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit im TK Fred Härtelt und Damentrainer Jan Birnstock, stimmten für diesen Vorschlag.

Zur Versammlung wurden ebenfalls die Ausrichter bzw. Nationen kommender internationaler Meisterschaften vorgestellt: Junioren-WM 2018 Ungarn, Senioren-WM 2018 Dänemark, MTBO-WM 2018 Österreich, TrailO-WM 2019 Portugal, Senioren-WM 2019 Lettland

Angesprochen wurden auch die Kosten des Anti-Doping Programmes, welches beim als sauberen Sport bekannten Orientierungslauf in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden soll. Zur Finanzierung soll ein Athleten-Lizenzierungs-Programm beitragen, welches ab dem 1.1.2016 gelten soll. Themen wie die WOC-Clinic und der Schul-Orientierungslauf ergänzten die Veranstaltung. Der neue Geschäftsführer der IOF Tom Hollowell stellte am Ende der Veranstaltung seine Ziele für die Zukunft vor.

Schon in der Nacht zuvor diskutierte die IOF über eine Veränderung der Divisionsberechnung zur Startplatzvergabe bei den Weltmeisterschaften. Die Anzahl der Starter, welche in die Berechnung der Divisionsrangliste zählen, wurde geändert. Ziel war es, das gesamte System ausgeglichener zu gestalten. Deutschland befindet sich aktuell bei den Damen und Herren in der zweiten Gruppe. Das garantiert aktuell jeweils zwei Startplätze bei den Entscheidungen über die Mittel- und Langdistanz.


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Berechnung und Divisionsrangliste

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 13.08.2015

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