Orientierungslauf in Deutschland


Langdistanz & Staffel: ernüchterndes Finale der JWOC

Seit ein paar Tagen sind nun die Athleten der Junioren-Weltmeisterschaften wieder zu Hause in Deutschland. Nach den höchst erfreulichen Resultaten in der Mitteldistanz verliefen die weiteren Wettbewerbe beim deutschen Team nicht nach Wunsch.

Birte Friedrichs auf der Langdistanz
Birte Friedrichs auf der Langdistanz  Foto: Nationalteam

Während in der Langdistanz Birte Friedrichs mit ihrem 45. Rang als 17-Jährige durchaus noch zu überzeugen wusste und auch der Nicht-Kaderathlet Florian Pasda mit seinem 67. Rang zufrieden sein darf, konnte das restliche Team die Erwartungen nicht erfüllen. Wohl am eigenen Druck gescheitert ist dabei Moritz Döllgast, der bereits zum ersten Posten über 17 Minuten auf die Besten verlor. Niedergeschlagen meinte er am Ziel, alles falsch gemacht zu haben. In der Tat lässt die Analyse des GPS-Tracking nur den Schluss zu, dass der Vorjahresneunte einen totalen Blackout zu Beginn seines Laufes hatte.

Im anspruchsvollen, von vielen Sümpfen durchzogenen Gelände setzten sich am Schluss einmal mehr die Skandinavier und Schweizer durch. Mit dem Österreicher Gröll und dem Briten Smith schafften es aber auch zwei weitere Nationen in die Diplomränge.

Zum Schlusstag standen die Staffeln an. Die Fehlerorgie in der Frauenstaffel wird wohl für die Geschichtsbücher sein. Selbst ein zwischenzeitlicher Vorsprung von über sechs Minuten war am Schluss nichts mehr Wert. Schweden vor Schweiz und Norwegen lautete am Ende das Resultat. Ruhiger verlief das Rennen bei den Männern. Souverän setzten sich schließlich die Favoriten aus Finnland vor Norwegen und Schweden durch.

Das deutsche JWOC-Team 2015
Das deutsche JWOC-Team 2015  Foto: Nationalteam

Die deutsche Frauenstaffel in der Besetzung Starke, Friedrichs und Nieke lag schon nach der Startstrecke weit zurück. Vor allem der Geländewechsel nach der Zielpassage machte Startläuferin Paula Starke sehr zu schaffen. Auf der Schlussstrecke gelang Patricia Nieke die beste Leistung des Teams. Sie rechtfertigte damit ihre - für sie selber etwas überraschende - Nominierung souverän. Mit Rang 16 - meinte auch die Konkurrenz - wurde das Team weit unter Wert geschlagen.

Das erste Herrenteam startete mit Startläufer Moritz Döllgast erfreulich. Mit einem feinen Lauf konnte er als Siebter an Markus Grätsch übergeben. Das Auslassen eines Sichtpostens beendeten alle Hoffnungen auf ein gutes Staffelresultat. Deutschland 2 erreichte in der Besetzung Pasda, Otto, Döhler den enttäuschenden 25. Schlussrang. Auch hier konnte einzig Schlussläufer Erik Döhler mit einem Rückstand von weniger als zehn Minuten aufwarten.

In der Nationenwertung resultierte schlussendlich der 14. Schlussrang. Als Bundestrainer ist mein Anspruch hier höher, derjenige der Athleten sowieso.


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Autor: Thomas Meier
Eingestellt am 15.07.2015

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