Orientierungslauf in Deutschland


Sichtbarkeit Orientierungslauf – eine Zwischenbilanz im Jahr 2015

Leicht verunsichert und irritiert moderierte Tom Scheunemann zum Ende des Jahres 2014 den Beitrag über den Orientierungslauf im Mitteldeutschen Rundfunk an. Im April 2015 war die Verunsicherung der Moderatorin in der Sportsendung des MDR nicht mehr zu erkennen. Deutsche Nationalläufer gaben bei Wettkämpfen selbstsicher Interviews im SWR oder MDR. Selbst Magazine wie die Apotheken Umschau berichten inzwischen über die Trendsportart Orientierungslauf.

Matthias Kretzschmar bei der DM Sprint
Matthias Kretzschmar bei der DM Sprint  Foto: Eleonore Pohl

Mit einem Marktanteil von knapp 8% schauten im vergangenen Jahr geschätzte 180.000 Zuschauer den Beitrag zur Deutschen Meisterschaft über die Langdistanz. Aufgrund der fundierten Erläuterung des Ablaufes eines Orientierungslaufes durch die Geschwister Lösch sowie die Art und Weise des Schnittes sollte die Sportart bei vielen Outdoor-Begeisterten zumindest beachtet worden sein. Zum Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz in der Sächsischen Schweiz folgte mit der Familie Heinemann im April 2015 ein weiterer Beitrag über den Orientierungslauf im MDR – Sport im Osten.

Anfang Mai gab Nationalläufer Erik Döhler froh gelaunt in der SWR Landesschau aktuell in Baden Württemberg ein Interview im Rahmen des Blackforest3days Mehrtagelaufes. Eine Woche später wurde Matthias Kretzschmar bei den Deutschen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf vom MDR Sachsenspiegel bei seinem ersten Vizemeistertitel in der Herren-Elite begleitet. Das Damenteam der FLINKEN PINKEN zeigte in der darauffolgenden Woche im Thüringen Journal die Herausforderung eines 24h-Orientierungslaufes.

DIE FLINKEN PINKEN
DIE FLINKEN PINKEN  Foto: MDR

Bei der Anzahl der Beiträge könnte man nun vermuten, dass jetzt permanent Beiträge über Orientierungsläufe im öffentlich rechtlichen deutschen Fernsehen zu erwarten sind. Dem ist natürlich nicht so. Eine so extreme Randsportart, wie das in einigen Beiträgen betont wurde, ist der Orientierungslauf inzwischen aber offensichtlich nicht mehr.

Wäre dies so, dann würden wohl nicht gleichzeitig regelmäßig Beiträge in Magazinen und Zeitschriften über den Orientierungslauf erscheinen. In der aktuellen Apotheken Umschau wird beispielsweise die Outdoor Sportart Orientierungslauf vorgestellt.

Nicht zuletzt waren die Fernsehbeiträge aber jeweils immer wieder individuelle Geschichten, an denen es jetzt dranzubleiben gilt. Dies bedeutet aber auch auf lokaler und regionaler Ebene den Kontakt zu den Medien zu suchen oder zu intensivieren und sich weiter mit der Öffentlichkeitsarbeit zu beschäftigen. So erscheinen beispielsweise auch im Saarland regelmäßig Beiträge im öffentlich rechtlichen Fernsehen.

International gesehen gibt es mit diesem Hintergrund einen Dämpfer: Nach aktuellem Stand wird es im Rahmen des Weltcups in Norwegen und Schweden kein TV-Material geben. Aus deutscher Sicht besteht allerdings der Vorteil, dass der Bereich Öffentlichkeitsarbeit vor Ort vertreten sein wird und parallel zu dem zu erwartenden Live-Service umfangreiches Bildmaterial zu Verfügung stellen wird. Bei einer Beitragsreichweite von nicht selten mehr als 4000 erreichten Personen pro Woche zeigt sich bei sozialen Netzwerken wie bei Facebook eine gute Akzeptanz des Materials.

Im Rahmen der Weltmeisterschaften Anfang August werden wieder Fernsehbilder von der WM angeboten. Spätestens dann besteht aber wieder die direkte Konkurrenz zu allen anderen Sportarten, welche neben dem Fußball in Deutschland auch nur eingeschränkt Beachtung finden. Da die Saison im Fußball erst Mitte August 2015 beginnt, wird vermutlich bis dahin das Sportprogramm des öffentlich rechtlichen Fernsehens stark eingeschränkt sein. Aber auch hier wird nichts unversucht gelassen, um über andere Kanäle die Sportart in Deutschland einer breiteren Masse zu präsentieren. Nicht zuletzt bestand auch in den vergangenen Jahren die Möglichkeit das Ereignis über andere europäische Kanäle zu verfolgen.

Als kurzes Fazit kann man feststellen, dass der Orientierungslauf in Deutschland noch weit vom Massensport entfernt ist und aktuell kaum ein Individualist Angst haben muss auf einmal beim Orientierungslauf zusammen mit tausenden Teilnehmern starten zu müssen. Zumindest einige unserer besten Läufer haben nun aber einen Teil der Aufmerksamkeit erhalten, die diese auch in anderen Sportarten bekommen. Nebenbei wurde auch die Vielfalt des Orientierungslaufes präsentiert.


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 25.05.2015

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