Orientierungslauf in Deutschland


Um Ostern zum Fels-Orientierungslauf im Osten

Zu Ostern erwacht nicht nur die Natur in Mitteleuropa. Auch viele Orientierungsläufer starten im Frühling in ihre Wettkampfsaison. So auch mit Vereins- und Verbandstrainingslagern für den Nachwuchs in den Osterferien. Gleich 5 Trainingslager fanden in 2 Wochen in Sachsens (Sand)Stein statt. Einige Teilnehmer verbanden dies u.a. mit dem traditionsreichen 3-Tage-OL Prague Easter.

Ausgeschlafen?! – am Start der 2. Etappe der Prager Ostern
Ausgeschlafen?! – am Start der 2. Etappe der Prager Ostern  Foto: Zuzana Jirištová

Fast 1000 Wettkämpfer nutzten die Ostertage zum 3-tägigen Fels-OL in sowohl technisch als auch körperlich fordernden, schönen böhmischen Felswäldern. Skandinavier, Polen, Letten, Schweizer, Österreicher, selbst Israelis waren angereist und waren in den Elite- und Juniorenklasssen mehr als gewöhnlich den heimischen Tschechen starke Konkurrenz. Auch unter den etwa 170 Deutschen dominierten einige ihre Kategorien und belegten Podestplätze. Als Sieger der Gesamtwertung liefen gleich 3 vom Post SV Dresden ein: Florian Weinert (H10), Karin Kraemer (D50) vor Sabine Juckelandt vom USV TU Dresden sowie mit eindrucksvollem Vorsprung Holger Mager (H40A) vor Gerrit Rode vom Ski-Club Helsa. Einen weiteren Gesamtsieg verbuchte Manfred Hickethier (Slavia Liberec orienteering/SSV Planeta Radebeul) in der H60. Weitere zweite Plätze erkämpften nach dem Jagdstart Louisa Kollenbach (D10) für den Ski-Club Helsa, Helmut Conrad (H65) und Jakob Löhning (H10L) beide USV TU Dresden, Matti Bruns (H14) MTK Bad Harzburg, Daniela Zschäckel (D40A) und Katrin Kubald (D45A) beide für den LV Berlin startend, Gisela Tonn (D60) SSV Planeta Radebeul und Erika Lemnitzer (D70) Kaulsdorfer OLV Berlin sowie Uwe Brettschneider vor Raik Zschäckel in der H45A (beide LV Berlin). Uwe hatte zuvor ein Trainingslager geleitet. Den dritten Gesamtrang sicherten sich neben Raik Nils Schmiedeberg (H35A) von der LG Ost und Tim Weinert (H10L) vom Post SV Dresden. Hanka Straube vom SV Lengefeld belegte den 4. Platz in der Damenelite.

Sachsen, Brandenburger, eine Berlinerin, ein Bayer/Franke und ein Saarländer vereint auf dem Carolastein
Sachsen, Brandenburger, eine Berlinerin, ein Bayer/Franke und ein Saarländer vereint auf dem Carolastein  Foto: Wieland Kundisch

Da die Schulferien in Berlin bereits in der Woche vor Ostern begannen, trainierten über 20 Berliner (nach Ostertrainingslagern in der bergigen Umgebung des sächsischen Wehrsdorf) dieses Jahr in der Sächsischen Schweiz. Im Anschluss, direkt über Ostern, zog es ganze 37 Mitglieder des OLV Potsdam in das selbe Gelände. Die bayrischen Vereine TV Coburg-Neuses und TSV Jetzendorf dagegen verschlug es mit annähernd 30 jungen und älteren Orientierungsläufern ins mittlere Erzgebirge.

Noch näher am Gelände der kurz bevorstehenden DBK Ultralang organisierte Rainer Müller vom USV TU Dresden – nach Jahren erstmals wieder getrennt vom TL der Landeskader – ein Kinder- und Jugendtrainingslager für 30 Nachwuchs-OLer. Bemerkenswert hier der Einsatz der Durchweg-Betreuer, von denen eine 60-Jährige die Jüngste war. Das größte Ostertrainingslager fand gleichzeitig unter Leitung des sächsischen Landesjugendfachwartes im Zittauer Gebirge statt. Vorrangig nahmen sächsische Landeskader und samt Trainerstab 65 OLer teil – davon 11 Gäste aus 4 weiteren Landesverbänden, die meisten davon wiederum aus Brandenburg bzw. vom letztes Jahr neu gegründeten Verein OK Mark Brandenburg. Durch die Doppelbelastung einiger (Bundes)Kader durch zwei straffe Trainingslager hintereinander und einige zusätzliche Erkrankungen und Verletzungen älterer Kader, traten die 10- bis 16-Jährigen mehr in den stimmungsgebenden Vordergrund.

Die auf Gruppenverhalten und (geländetypische) O-Technik spezialisierten Einheiten rings um Jonsdorf in den steilen Wäldern mit wundersamen felsigen Gebilden und Schluchten wurden um eine wettkampfsimulierte Einheit auf böhmischer Seite, eine Wanderung durch die Jonsdorfer Felsenstadt und allabendliche Auswertungen ergänzt. Bekannt ist das Gelände von den SAXBO. Deren deutsche Etappe findet dieses Jahr Mitte Juni (süd)östlich Oybins statt und ist gleichsam der tschechischen im Isergebirge am Vortag sehr zu empfehlen.

Zusammenfassend wird erfreulicherweise herausforderndes und abendteuerliches Gelände für die bzw. von der nächsten OL-Generation im Osten Deutschlands rege genutzt.

Brigitte Burkhardt, langjährige Trainerin des Post SV Dresden, im sächsischen Kinder-TL
Brigitte Burkhardt, langjährige Trainerin des Post SV Dresden, im sächsischen Kinder-TL  Foto: Holm Krüger

Fast alle Teilnehmer des Sachsenkader-Oster-TL reisten über die Sächsische Mittelstreckenmeisterschaft am Rande der Sächsischen Schweiz ab. Mit den so – und durch OLer außerhalb Sachsens – rund 300 Teilnehmern bei einem regionalen Wettkampf zeigte sich der OL-Abteilungsleiter des ausrichtenden Post SV Dresden Dietmar Fuchs sehr zufrieden. Für nächstes Jahr ruft der „gelbe Dresdner Verein“ in guter Tradition zu seinem 3-Tage-OL, wo er auch 2002 stattfand. Zuvor wartet aber besonders für die deutsche OL-Jugend ein 3-Tage-OL mit dem JLVK in einem nicht unähnlichen, teils steilen, steinigen Gelände auf.

Ereilten vor und zu Ostern Sturm und auch noch einmal Schnee hiesige Gefilde, so stürmte nach Ostern der Frühling regelrecht die weißen Winterreste weg und bescherte sonnige Tage – voller OL-Erlebnisse.


Mehr:
Endergebnisse Prague Easter
SAXBO 2015
Karten im Umkreis der Sächsischen Schweiz

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 13.04.2015

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