Orientierungslauf in Deutschland


Damenkadertreffen im Zeichen der Kognition, Emotion und Motivation

Sieben Damen, die dieses Jahr die Weltmeisterschaften in Schottland ins Visier nehmen, erlebten ein lehrreiches und anspornendes Wochenende rund um die Deutschen Bestenkämpfe im Nacht-OL und den Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz. Drei von ihnen erreichten zudem die Laufnorm für eine WM-Teilnahme.

Der Kader beim Vortrag.
Der Kader beim Vortrag.  Foto: Fred Härtelt

Damentrainer Jan Birnstock stellte über das Wochenende für Susen Lösch (USV Jena), Christiane Tröße (SV TU Ilmenau), Sabine Rothaug (OSC Kassel), Arntraut Götsch (USV Jena), Monika Depta (OLG Siegerland), Esther Doetsch (DJK Adler Bottrop) und Anne Kunzendorf (Gundelfinger Turnerschaft) vor allem das mentale Training und die Teamentwicklung in den Vordergrund. In diesem Sinne lernten sie sich am Freitag Abend abseits von Zielwiesen und Trainingsauswertungen beim Abendessen im Kaminzimmer und beim gekonnten Abräumen auf der Kegelbahn besser kennen.

Mit Spannung wurde der erste Gast am nächsten Tag erwartet. Er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Sportpsychologie, betreute 2008 die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen und betreibt leidenschaftlich gerne Trail-Running: Prof. Oliver Stoll von der Universität Halle-Wittenberg.

Prof. Oliver Stoll von der Universität Halle-Wittenberg.
Prof. Oliver Stoll von der Universität Halle-Wittenberg.  Foto: Fred Härtelt

Mit ihm diskutierten die Frauen sowie die beiden Trainer Jan Birnstock und Andreas Lückmann mentale Aspekte, die den sportlichen Erfolg erheblich mitbestimmen können. Von Zielen und Visionen über den Umgang mit Nervosität und Gegnerkontakt bis zur Aufmerksamkeitsregulation erklärte Prof. Oliver Stoll psychologische Zusammenhänge und praktische Strategien. Wertvolle OL-spezifische Faktoren vertiefte die Gruppe im Anschluss mit Gerd Schote, der über viele Jahre den Trainerrat sportwissenschaftlich beraten hat. Er berichtete von seinen Erfahrungen wie Kognition, Emotion und Motivation im Orientierungslauf zusammenspielen. Mit ihm tauschten die Sportlerinnen aber auch eigene Erlebnisse aus, erfuhren mehr über angewandtes mentales Training und diskutierten über verschiedene Strategien in herausfordernden Situationen.

In der Mittagspause stellten sich die Damen zusätzlich einem 5.000 Meter-Testlauf. Das angestrebte Ziel lag mit der WM-Normzeit von 19:45 Minuten vor. Erfreulicherweise gelang es drei der Sportlerinnen schon zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison die Norm zu unterbieten: Arntraut, Susen und Anne. Zum Abschluss dieses gelungenen Kadertreffens starteten die Sportlerinnen bei der DBK Nacht und dem BRL in Coswig und konnten hier ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.


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Homepage Weltmeisterschaft Schottland 2015

Autor: Anne Kunzendorf
Eingestellt am 18.03.2015

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