Orientierungslauf in Deutschland


Dresdener Deutsche Meister und erfolgreiche Sprintstaffel-Premiere

Anne Heinemann und Bernd Kohlschmidt (beide SV Robotron Dresden) haben sich erwartungsgemäß die Titel bei den Deutschen Meisterschaften im Ski-Orientierungslauf über die Langstrecke gesichert. Bei den Titelkämpfen am Wochenende in Schmiedefeld im Thüringer Wald wurden die beiden ihrer Favoritenrolle gerecht. Einen gelungenen Einstand feierte zudem die Mixed-Sprintstaffel, die im (Fuß-) Orientierungslauf noch auf ihre Bundespremiere wartet.

Massenstart zur Premiere: Die Damen eröffnen die Mixed-Sprintstaffel
Massenstart zur Premiere: Die Damen eröffnen die Mixed-Sprintstaffel  Foto: Eike Bruns

Es war ein fast perfektes Ski-Orientierungslauf-Wochenende, das der SV TU Ilmenau da ablieferte. Nachtsprint, Deutsche Meisterschaften und erstmals die Sprintstaffel - den Teilnehmern wurde reichlich geboten. Da fielen ein paar Kleinigkeiten und das etwas unfreundliche Wetter am Sonntag nicht weiter ins Gewicht.

Angesichts des hohen organisatorischen Aufwands, der hinter Ski-Orientierungslauf-Veranstaltungen steckt, muss man den Ausrichtern eine gute Leistung attestieren. Auch die Loipennetze auf zwei unterschiedlichen Karten, davon eine komplett neu aufgenommen, hielten dem orientierungstechnischen Anspruch auf nationaler Ebene stand. Mehr ist in Deutschland, eingedenk der Faktoren Schneesicherheit, Naturschutz und Loipeninfrastruktur, kaum möglich. Belohnt wurden die Mühen der Ilmenauer mit endlich einmal wieder ansehnlichen Teilnehmerzahlen bei einer Deutschen Meisterschaft.

Mit Siegen im Nachtsprint und in der Sprintstaffel sowie der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften ist der Ilmenauer Florian Bergmann der erfolgreichste Teilnehmer des Ski-Orientierungslauf-Wochenendes
Mit Siegen im Nachtsprint und in der Sprintstaffel sowie der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften ist der Ilmenauer Florian Bergmann der erfolgreichste Teilnehmer des Ski-Orientierungslauf-Wochenendes  Foto: Eike Bruns

Diese wurde rund um den Eisenberg ausgetragen. Relativ absehbar schien dabei der Ausgang des Rennens bei den Damen zu sein. Doch so deutlich war es am Ende gar nicht. Zwar gewann Anne Heinemann mit 58:59 Minuten die Goldmedaille, Vizmeisterin Anke von Gaza (OLV Uslar) hatte im Ziel aber nur gut zwei Minuten Rückstand auf die Titelträgerin. Und auch Hanka Straube (SV Lengefeld), die sich Bronze sicherte, reihte sich nur gut anderthalb Minuten dahinter ein.

Deutlicher ging es da bei den Herren zu. Bernd Kohlschmidt ließ nach 77:17 Minuten mit sieben Minuten Vorsprung nie etwas auf dem Weg zum zweiten Titel innerhalb einer Woche anbrennen. Vor Wochenfrist war er Deutscher Meister über die Mitteldistanz geworden. Daran konnte auch Lokalmatador Florian Bergmann (SV TU Ilmenau) nichts ändern, der sich die Silbermedaille mit seinerseits wieder sieben Minuten Vorsprung vor Eike Bruns (MTK Bad Harzburg) sicherte.

Anke von Gaza vom OLV Uslar und Thilo Bruns vom MTK Bad Harzburg sichern sich den Gesamtsieg der Bundesranligste und den jeweiligen Wanderpokal.
Anke von Gaza vom OLV Uslar und Thilo Bruns vom MTK Bad Harzburg sichern sich den Gesamtsieg der Bundesranligste und den jeweiligen Wanderpokal.  Foto: Eike Bruns

Die Meisterschaften waren gleichzeitig das Finale der Bundesrangliste, die mittlerweile zum vierten Mal in Folge trotz teilweise mäßiger Winter ausgetragen werden konnte. Der Gesamtsieg bei den Damen ging an Anke von Gaza und bei den Herren an Thilo Bruns (MTK Bad Harzburg).

Eine gelungene Premiere feierte am Folgetag die Sprintstaffel. Seit 2011 wird sie bei Weltmeisterschaften ausgetragen, auch im (Fuß-) Orientierungslauf ist sie bei internationalen Meisterschaften bereits Standard. In Deutschland führt dieses Wettkampfformat indes noch ein Schattendasein. Einzig bei den Hochschulmeisterschaften wird seit knapp anderthalb Jahrzehnten ein ähnlicher Modus ausgetragen.
Die Mixed-Sprintstaffel besteht allerdings aus einer Dame und einem Herren, die sich mehrfach abwechseln. So hatten die Ilmenauer auch die Staffel am Sonntag ausgelegt. Da keine weiteren Voraussetzungen zu erfüllen waren, war die Premiere mit 20 gemeldeten Teams auch gut besetzt. Dazu kamen noch 14 Rahmenstaffeln.

Nicht etwa wegen Ortskenntnissen, sondern vor allem wegen ihrer Laufstärke setzten sich am Ende die Favoriten vom SV TU Ilmenau durch. Ute Schönfeld und Florian Bergmann sicherten sich den Siegerpokal vor Pia Buchholz und Eike Bruns (MTK Bad Harzburg). Rang drei ging nach einem spannenden Finale an Karin und Andrei Krämer vom Post SV Dresden.

Florian Bergmann avancierte indes zum erfolgreichsten Läufer an diesem Wochenende. Der Ilmenauer hatte sich schon zum Aufgalopp am Freitagabend den Sieg im Nachtsprint vor Eike und Matti Bruns gesichert. Schnellste Damen waren Hanka Straube, Pia Buchholz und Ute Schönfeld.


Mehr:
Homepage des Thüringer Ski-Orientierungslauf-Wochenendes mit Ergebnissen und Bildern
MDR-Fernsehbeitrag über die Sprintstaffel (ab 17:18 Minuten)

Autor: Eike Bruns  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 02.03.2015

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