Orientierungslauf in Deutschland


JAKT Nr. 2 – gemeinsam zum Erfolg

Vom 31. Oktober bis 2. November liefen, lernten und lachten rund 95 jugendliche deutsche Orientierungsläufer samt Trainern und Unterstützern bei der ersten Wiederholung des Jugendanschlusskadertreffen in Ilmenau. Die zweite Auflage kann nach regem Zulauf einstimmig als Etablierung dieser Fördermaßnahme unseres Nachwuchssportes gesehen werden. Ziel der Zusammenkunft war und bleibt, weiter eine breitere Basis für den Leistungs-OL aufzubauen und junge Talente zu ihrem persönlichen Einsatz für internationale Läufe zu bewegen.

Konzentration vorm Start zur Schleppstaffel in Yves' Heimatwald
Konzentration vorm Start zur Schleppstaffel in Yves' Heimatwald  Foto: Wieland Kundisch

Schon vor einem Jahr zeichnete es sich in Coburg ab: Bundesjugendtrainer Thomas Rewig fragte seinen Freund und ehemaligen Vereinskollegen Yves Laske, ob er mit dem SV TU Ilmenau und unterstützenden Trainern ein zweites solches Treffen organisieren würde. Der Lehrer und Familienvater konnte. Und tat es gut, wie der gebührende Abschlussapplaus erkennen ließ.

Nach Einbruch der Dunkelheit starteten am Reformationsabend die allermeisten Teilnehmer in einen Nachtsprint über den Ilmenauer Campus. Hier forderte besonders der mehrfache Wechsel in dichte Waldbestände und führte zu verhältnismäßig hohen Laufzeiten.
Derart erwärmt folgte im Feriencamp Ilmenau Roda, wie keine vergleichbar viele Leute fassende und gelegene Herberge im mittleren Umkreis existiert, eine wörtlich-bildliche Trainingsmotivation. Die Thüringerinnen Susen Lösch und Resi Rathmann, die ihr erstes Elitejahr 2014 sehr erfolgreich absolviert hatten, erzählten mit Fotos aus ihrer gemeinsamen Zeit im Nationalteam. Dabei standen das gute Gefühl, der Spaß am OL und Freunde ganz oben. Aber auch mit Fragen, wie man sich trotz Regen oder Frust zum gar noch alleine Laufen animiert, sprachen sie die Masse zwischen 12 und 18 Jahren zum eigenen Denken und zeitweilig lautem Gemurmel an. Auch gingen sie interaktiv auf für zufriedenstellende Leistungen wesentliche Wettkampfvor- und -nachbereitung ein.

Nina, Thoto und ein Teil "ihrer Lauf-ABC-Schützlinge"
Nina, Thoto und ein Teil "ihrer Lauf-ABC-Schützlinge"  Foto: Wieland Kundisch

Die Zeit drängte zum Schlaf, da es an beiden Wochenendtagen hieß, 7 Uhr Sammeln zum morglichen „Warm up“. Jeweils rund 20min wurde direkt anschließende Waldwege hinauf und wieder hinab gelaufen und weitere 10min im Objekt gedehnt.
Nach dem stärkenden Frühstück, das wie alle Mahlzeiten von örtlichen OLern sowie Betreuern zubereitet und aufgetischt wurde, sagte am Sonnabend der Bundesjugendtrainer der gespannten Meute, weshalb man sich für Leistungssport entscheidet, was einen guten OLer auszeichne, verwies auf das Anforderungsprofil des D/C- und C-Kaders, für die man sich gerade noch bewerben kann, und ging auf das aus der Schweiz bekannte „OLMU“ ein: O-Techniken (worauf der ausführliche Vortrag eines Nationalteamläufer folgten sollte), die geübt und automatisiert werden müssen; das Laufen bzw. allgemein die Physis; Mentales, also Nervenstärke und bewusste Gedankenarbeit; sowie das keinesfalls zu unterschätzende Umfeld.
Zum ganzheitlichen Bewegen folgte eine Schleppstaffel, die neben unaufgeforderter Geschwindigkeit vorallem Präzision in Postennähe verlangte, um den Partner möglichst nicht warten oder nach dem Kartenwechsel gar suchen zu lassen.
Der Elitetipp umfasste den sogenannten Flow, Auswertungshinweise und die Orientierungselemente Routenwahl, Ampel (Tempoanpassung), Kompass, Absprungpunkt plus passend bezeichnet Bahnhöfe und Postenraum anhand Postenverbindungsbeispielen und wie man speziell diese Techniken trainiert.
Zur praktischen Übung hatte Yves eine Feinkompasseinheit auf relativ engem Raum zwischen Bäumen und über welligen Waldboden organisiert, welche von den Aktiven Genauigkeit in der Umsetzung ihrer Kompassgänge erforderte und viel Gefallen fand.
Neben anderem sorgte vorallem Co-Jugendtrainerin Nina Döllgast mit ihrem „50-Aufgaben-Spiel“ am Sonnabendabend für ausdauernd kurzweilige Teambildung in 10 Gruppen und brachte viel Heiterkeit in den Ess- und Gemeinschaftssaal sowie schwirrende und schallende Leuchtkader in die nächtliche Stille.

Freitag-Referentinnen Resi und Susen beim Betreuerteamscorestart am Sonntag
Freitag-Referentinnen Resi und Susen beim Betreuerteamscorestart am Sonntag  Foto: Wieland Kundisch

Der Sonntag schloss mit „Thotos Teamscore“ noch einmal bei schönstem, mildem Sonnenwetter im nahen Wald des letzten 24h-OL. Hier lautete die Aufgabe: sinnvoll zusammenarbeiten (Aufteilung der Posten) und schneller als andere Postenpunkte sammeln. Sie wurde eifrigst und rasant erfüllt.
Nicht zuletzt diente das Wochenende auch dem ungezwungenen, fröhlichen Traineraustausch über Bundesländergrenzen hinaus, um einander in Mühen, Kaderkriterien und Trainerstrukturen zu blicken, und Trainermotivation zu tanken. Erfreulich neben langjährigen Trainern auch die Anzahl junger, motivierter Betreuer, die teils selbst noch das Kaderleben genießen.
Christoph Hofmeister berichtete, das 3. JAKT, wenn gewollt, steht soweit. Im niedersächsischen Uslar. Vom 30.10. bis 1.11.2015. Regionale OL-Veranstaltungen sollten sich im Interesse aller danach richten.
In positiver Sicht, und auch falls nicht jeder seine (Zwischen)Ziele erreicht, sollten dem diesmaligen Abschluss und Aufbruch ein Weitermachen und Wiedersehen folgen. Mit Thomas Rewigs bereits schon zitierten Worten: Im Winter werden die Läufer gemacht.

Besonderer Dank gilt den Mitgliedern des SV TU Ilmenau, dem Förderverein und allen Helfern.


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Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 04.11.2014

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