Orientierungslauf in Deutschland


Einmal mehr: JLVK mit sächsischem Sieg

Zum 38. Jugend- und Juniorenländervergleichskampf im niedersächsischen Liebenburg traten über 350 Kinder und Jugendliche für 14 Landesverbände an. Grund für die besonders hohe Teilnehmerzahl: Die D- und H12 waren – mit 2015 auf Probe – erstmals Wertungsklassen im wichtigsten deutschen Jugend-OL. Der Männerturnklub Bad Harzburg mit der 79-jährigen Hannelore Bruns als Gesamtleiterin bot den Läufern spannende und faire Wettkämpfe. Die Sachsen kämpften sich sowohl in der Jugend- als auch Juniorenwertung und zum 22. Mal seit 1991 insgesamt an die Spitze. Die Plätze 2 bis 4 belegten Bayern, die Gastgeber Niedersachsen sowie Berlin.

Die Sachsen gewinnen den JLVK 2014 vor den Bayern.
Die Sachsen gewinnen den JLVK 2014 vor den Bayern.  Foto: Peter Gawlitza

Mehr als die teilweise sehr dichten Waldbestände forderte die Nachwuchs-OLer der in den reichlichen Regentagen zusätzlich aufgeweichte Untergrund, der von schlammigen Wegen bis zu rutschigen Hängen reichte. Die für den JLVK von Stephan Schliebener gewohnt gut erstellte Karte Bärenkopf wurde zuletzt 1974/75 für Wettkämpfe genutzt. Thilo Bruns Bahnen sorgten altersklassengerecht durch feine Teilstrecken sowie lange Routenwahlen im interessanten Relief und mit relativ langen Laufzeiten für anspruchsvolle Wettkämpfe.
Bereits im Einzel setzte sich der sächsische Landesturnverband durch eine starke Teamleistung – Top4-Plätze in allen Klassen – mit 71 Punkten Vorsprung von seinem seit 2008 stärksten Rivalen und Verfolger Bayern ab. Dazu trugen insbesondere auch die Jüngsten bei.
Die abendliche Siegerehrung erfuhr traditionell ihre Zwischenunterhaltungen durch niedersächsische, westfälische, hessische, bayrische sowie badische Maskeraden und Sprechchöre.

Der LTV Sachsen gewinnt 7 der nun 9 Staffelkategorien.
Der LTV Sachsen gewinnt 7 der nun 9 Staffelkategorien.  Foto: Peter Gawlitza

Bei der Staffel am Sonntag erreichte das Mannschaftserlebnis seinen Höhepunkt: lautstarkes Anfeuern trotz heiserer Stimmen, eine Sichtstrecke, eine klar begleitende Ansage und überlegene bis knappe Staffelentscheidungen. Auch hier konnte Sachsen am meisten punkten und gewann wie letztes Jahr alle bis auf zwei Klassen – diesmal hieß das 7 von 9.
Die Siegerehrung fand würdevoll abschließend im geschützten Trockenen statt.

Für den JLVK 2015 lädt die Gundelfinger Turnerschaft bereits im Rahmen eines 3-Tage-OL zum 1. Mai in den Schwarzwald ein. Nicht zuletzt mit Schweizer und französischer Konkurrenz für unsere Jugend.
Und so schließt sich zu bald 40 Jahren JLVK (25 Jahre im vereinten Deutschland) ein Kreis. Der damalige Bundesjugendfachwart Herbert Schmidt, der 2 der 3 JLVK-Pokale seinen Namen verleiht, rief 1977 in Baden den JLVK ins Leben und gründete somit diese schöne Tradition. Statt zu klagen, was dem deutschen Leistungs- und Nachwuchs-OL fehle, sollte dankbar erinnert werden, wie diese Veranstaltung ohne Unterlass und mit viel Engagement ausgerichtet wird, unsere Jugend begeistert, in der (Vor)Freude von Erfolgen vorantreibt und im Schweiße der Anstrengung zusammenschweißt – auch über die Landesverbände hinweg.

Zur Teamleitersitzung lud Jugendnationaltrainer Thomas Rewig über die Landesjugendfachwärte vor Ort die besten Nachwuchssportler zwischen 13 und 18 Jahren zum 2. nationalen Anschlusskadertreff Anfang November ins thüringische Ilmenau.

alle 3 Pokale in (jungen) sächsischen Händen
alle 3 Pokale in (jungen) sächsischen Händen  Foto: Peter Gawlitza

DM Lang und D-Cup 2011, Senioren-WM 2012, DM Lang und Jugendeuropacup 2015 (wie 2003 bereits) – die Orientierungsläufer des MTK scheuen sich nicht vor Großprojekten. Eike Bruns hielt dennoch fest, mit dem JLVK dieses Jahr organisatorisches Neuland betreten zu haben. Durch die zahlreichen Meldungen wurde eine zweite Unterkunft gebraucht. Das Wettkampfzentrum, das Freibad unweit des Schlosses und unmittelbar neben Turnhalle und Schule samt den Verpflegungsstätten gelegen, wurde von den jungen Wettkämpfern als sehr angenehm bis ideal bezeichnet. Die Temperaturen ließen das Baden nach den Läufen zu.
Schilder, Tüten, gar Preise erinnerten an die WMOC 2012. Neben zwei Läufen, bei denen auch die Betreuer auf ihre vollen Kosten kamen, stemmten die Veranstalter am Sonnabend Nachmittag, dem JLVK-Einzellauf nachfolgend, noch einen niedersächsischen Landesranglistenlauf.
Am Sonntag setzte während des Staffelrennens zeitweise Regen ein, tat der Stimmung aber keinerlei Abbruch.


Mehr:
Ergebnisse und mehr
Karte mit Bahnen zum Einzeichnen
Einladung Anschlusskadertreff

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 22.09.2014

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