Orientierungslauf in Deutschland


50 Jahre O-Ringen

Als 1965 die beiden Schweden Peo Bengtsson und Sivar Nordström die Idee einer Mehrtagesveranstaltung hatten, um mal eine ganze Woche lang zusammenhängend in der Urlaubszeit dem Hobby OL zu frönen und dabei an jedem Tag ein anderes OL-Gelände zu erkunden, folgten ihnen durch Dänemark, das in Westgotland gelegene Blekinge und das südschwedische Skane immerhin 156 Starter, unter ihnen der zwischenzeitlich verstorbene Bertil Nördenfeld, der schon damals eine Legende war, hatte er doch schon 1918 mit dem OL begonnen. Zum 50. Jubiläum von O-Ringen gab es konkret 93 862 Startfälle durch 22 571 Personen.

O-Ringen 2014
O-Ringen 2014  Foto: Bernd Wollenberg

Dass sich der Mehrtagelauf mal in solche Dimensionen entwickeln könnte, hatte damals wohl keiner auch nur annähernd geahnt. Für die Auflage im Jahr 2014 konnte folgenden Eckpunkte vermeldet werden:
Insgesamt starteten 980 Vereine, 42 Nationen waren registriert. Es kümmerten sich 2 500 Helfer und Kampfrichter um die aktiven Orientierer. Es wurden 150 000 OL-Karten gedruckt. Täglich wurden zwischen 250 bis 300 Posten gesetzt. Den täglich wechselnden Chefbahnleger unterstützten 10 bis 15 Postensetzer. Mit Garantie ist der inzwischen 80 jährige Peo Bengtsson am 3.Wertungstag in „seinem“ Wald nicht nur der älteste Bahnleger sondern auch ältester aktiver Kartierer geworden. Zur 50. Auflage hatten sich 2950 Wohnwagen bzw. Campingwagen auf dem Sondercamping „O-Ringencity“ eingefunden. 250 – 380 Kinder wurden in der täglich angebotenen „O-Ringenschule“ gezählt. Das „Radio O-Ringen“ sendete insgesamt 111 Stunden.

Nicht erfasst wurde u.a. wie viele Autogramme die beiden Elitesieger Tove Alexandersson (Stora Tuna OK) und Thierry Gueorgiou (Kalevan Rasti) geben mussten, wie viele Liter Wasser täglich und insgesamt allein zum Trinken verbraucht wurden oder wie viele Liter warmes Wasser für das Freiluftduschen verbraucht wurden.

Autogramme von Tove Alexandersson
Autogramme von Tove Alexandersson  Foto: Bernd Wollenberg

Erfolgreichste deutsche Teilnehmer im OL :
2.Platz (5-Tage) Open 9: Sebastian Bergmann (TU Ilmenau)
6.Platz (5-Tage) H 10: Anton Knoll (Bielefelder TG)
7.Platz (5-Tage) H 45-1: Nils Schmiedeberg (Turbine Neubrandenburg)
7.Platz (5-Tage) H 50 Motion: Harald Juras (OL Görlitz)
8.Platz (5-Tage) D 21 K: Josephine Greiner (TSV Grünwald)

Die Sieger des ersten O-Ringen waren Inga-Brit Bengtsson und Nils Bohmann. Schon 1966 in Smaland waren 672 am Start und ab dem dritten Jahr in Motala ging es mit 1910 Startern dermaßen rasant aufwärts, dass es heute, nach 50 Jahren insgesamt, 686 993 Starter in den unterschiedlichsten Kategorien und inzwischen auch in Orientierungssportdisziplinen wie MBO, Trail oder neuerdings auch Biathlon-Orienteering sind.

Etappen vor 50 Jahren: Hilleröd, Denmark; Norra Rörum, Skåne; Asmoarp, Sandåkra, Skåne; Prästtorpsjön zwischen Tjörnarp und Höör, Skåne; Kallinge, Blekinge.

Thierry Geourgiou gibt Autogramme
Thierry Geourgiou gibt Autogramme  Foto: Bernd Wollenberg

Erfolgreichster Teilnehmer mit acht hintereinander folgenden Siegen war eine Frau: Ulla Lundquist (1967 - 1974), Staffelweltmeisterin von 1970 in Friedrichsroda / Thüringen und zweimal WM-Einzelsilber 1966 und 1968. Mit fünf Siegen (1981 – 1986, unterbrochen 1984) folgt dann noch Anichen Kringstad, danach gab es bislang „nur noch“ zweimaliges Siegen.

Der erste Sieg eines Nichtskandinaviers war wieder durch eine Frau: 1976 durch die Ungarin Sarolta Monspart. Insgesamt in den 50 Jahren O-Ringen konnten erst sieben Erfolge in der Damen-Elite und vier in der Herren-Elite durch Nichtskandinavier errungen werden: neben Sarolta Monspart gleich viermal durch Simone Niggli-Luder (SUI, 2002, 2006, 2007, 2010) und Heather Monroe (GBR; 2003). Bei den Herren war 2004 der erste Valentin Novikov (RUS), Simonas Krepsta (LIT, 2006) und 2013 / 2014 der amtierende Weltmeister Thierry Gueorgiou (FRA). Rechnet man den Dänen Allen Mogensen 1992 mal nicht als Skandinavier, wären es fünf gewesen…

Den Sieg mit dem größten Vorsprung errang mit 20,58 min Vorsprung bei den Damen 1966 Kerstin Granstedt, bei den Herren mit 11,43 min 1975 Matti Mäkinen (FIN), den mit dem geringsten von nur 0,01 min 2003 Mats Haldin und bei den Damen mit 0,07 min im Jahr 2000 Hanne Staff.
Die bislang meisten Starter verzeichnete 1985 Falun mit 24 995 Startern, dicht gefolgt von 24 375 in Sälen (Dalarna) und nun 22 571 in Kristianstad (Skane).


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Autor: Bernd Wollenberg & Daniel Härtelt
Eingestellt am 02.08.2014

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