Orientierungslauf in Deutschland


Langdistanz-Titel nach Russland und Frankreich

Die Russin Svetlana Mironova hatten bei der WM-Entscheidung über die Langdistanz im Damenrennen wohl nur die wenigsten Experten als Siegerin getippt. Dagegen war der alte und neue Weltmeister Thierry Geourgiou schon eher ein heiß gehandelter Titelkandidat, auch wenn die Langdistanz alles andere als die Lieblingsstrecke des Franzosen ist. Die beste deutsche Platzierung erreichte im italienischen Lavarone der Jenaer Sören Lösch mit Rang 30.

Sören Lösch läuft auf Rang 30.
Sören Lösch läuft auf Rang 30.  Foto: Fred Härtelt

Im Damenrennen setzte über die 11 km lange Strecke Svetlana Mironova schon zu Beginn der Entscheidung eine klare Bestzeit nach der nächsten. Dass an diesem Tag keiner an der Russin vorbeikommen würde, war zu so einem frühen Zeitpunkt aber noch nicht zu ahnen. Nach beiden langen Routenwahlen zeichnete sich dann aber ab, dass die Titelkandidaten Judith Wyder (Schweiz) und Tove Alexandersson (Schweden) zwar untereinander um die Medaillen kämpften, aber nicht an die Zeit der Russin herankamen. Selbst bei der sehr unterschiedlichen Routenwahl von Posten 11 zu 12 behauptete Miranova im direkten Vergleich weiter ihre Führung. Erst auf den letzten Postenverbindungen konnte Alexandersson, die schon seit Sonntag an Magenproblemen leidet, den Rückstand von mehr als einer Minute noch einmal verringern. Dies reichte allerdings nur für die Silbermedaille vor Judith Wyder.

Weltmeisterin über die Langdistanz wird Svetlana Miranova.
Weltmeisterin über die Langdistanz wird Svetlana Miranova.  Foto: Fred Härtelt

Die Gefühlslage der deutschen Damen war an diesem Tag sehr unterschiedlich. Für die ersten Schockzustände wurde dabei im Vorfeld schon von externer Seite gesorgt. Im Gegensatz zu vergangenen Weltmeisterschaften erfolgte der Start der Damen in diesem Jahr nicht in der früher üblichen Reihenfolge der Startgruppen entsprechend der Weltrangliste. Die Startgruppen wurden stattdessen in einer anderen Reihenfolge angeordnet, so dass plötzlich in der Weltrangliste gut platzierte Läuferinnen gleich zu Beginn in den Wald durften und schlechter in der Weltrangliste platzierte Läuferinnen die Damenentscheidung beendeten. Monika Depta (OLG Siegerland) konnte nach dem Verdauen dieses ersten Schocks auch läuferisch an diesem Tag nicht ihre bestmögliche Leistung abrufen. Enttäuscht stellte sie im Ziel fest, dass sie zwar kaum über Fehler zu berichten weiß, aber in einer optimalen Laufform mehr drin gewesen wäre. Susen Lösch (USV Jena) konnte nach einer physisch stark fordernden Langdistanz nur wenige Fehler analysieren. Trotz des jugendlichen Alters und des bisher absolvierten Programmes reichte die Kraft aber bis ins Ziel.

Thierry Geourgiou verteidigt seinen Titel über die Langdistanz.
Thierry Geourgiou verteidigt seinen Titel über die Langdistanz.  Foto: Fred Härtelt

Ähnlich wie Susen Lösch zogen auch die deutschen Herren ein positives Fazit ihrer Läufe. Das Laufgelände war geprägt durch Teile mit verhältnismäßig offenem Mischwald, durch grüne Abschnitte und zahlreiche Steine. In Verbindung mit den teilweise richtig giftigen Anstiegen bei 820 Höhenmetern war auch auf der Herrenbahn eine sehr gute Physis notwendig. Läufer wie Edgars Bertuks – der lettische Weltmeister über die Mitteldistanz von 2012 - kamen vor dem Ende der 16,4 km langen Bahn taumelnd ins Ziel und mussten an diesem Tag vor der Bahn kapitulieren. Die deutschen Starter spulten ihr Pensum schon fast routiniert ab. Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) sah sich während des Rennens immer wieder teilweise sehr ergiebigen Regenschauern ausgesetzt, durch welche das Passieren der steilen Hänge mitunter zu einer echten Rutschpartie wurde. Ähnlich wie bei Sören Lösch (USV Jena) galt es im Nachgang aber nur wenige Fehler zu analysieren. Im Klassement gelang Sören mit dem 30. Rang die beste deutsche Platzierung dieses Tages. Bjarne lief auf den 47. Rang.

Den Weltmeistertitel holte sich im Herrenrennen der Franzose Thierry Geourgiou, der mit der weltmeisterschaftswürdigen Bahn nicht zufrieden war. Silber ging an den Schweizer Daniel Hubmann. Olav Lundanes (Norwegen) lief auf Rang 3.

In einem komplett anderen Gelände folgt am Freitag die nächste Entscheidung. Ab 12 Uhr werden die Läufer dann auf eine technisch hochgradig anspruchsvolle Mitteldistanz starten. Für Deutschland wird dasselbe Team wie über die Langdistanz am Start stehen.

Ergebnisse


Damen

1. Mironova, Svetlana Russland 79:44 min
2. Alexandersson, Tove Schweden 80:15 min
3. Wyder, Judith Schweiz 80:34 min
40. Lösch, Susen Deutschland 96:42 min
41. Depta, Monika Deutschland 97:38 min


Herren

1. Gueorgiou, Thierry Frankreich 94:45 min
2. Hubmann, Daniel Schweiz 96:12 min
3. Lundanes, Olav Norwegen 97:09 min
30. Lösch, Sören Deutschland 109:06 min
47. Friedrichs, Bjarne Deutschland 118:58 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 09.07.2014

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