Orientierungslauf in Deutschland


Susen Lösch läuft über die Sprintdistanz auf Rang 31

Es war in jeder Hinsicht ein würdiges WM-Finale im italienischen Venedig. Viele Routenwahlen, verwinkelte Gassen in Kombination mit offenen Passagen und den dort vorherrschenden hohen Temperaturen forderten von den besten Orientierungsläufern der Welt das gesamte Können. Susen Lösch (USV Jena) lief im Damenrennen auf einen starken 31. Platz. Die Weltmeistertitel gingen an Judith Wyder (Schweiz) und Sören Bobach (Dänemark).

Susen Lösch im Finallauf über die Sprintdistanz..
Susen Lösch im Finallauf über die Sprintdistanz..  Foto: Fred Härtelt

Freudestrahlend vernahm Susen Lösch im Ziel ihren 31. Platz bei der WM, nachdem die letzten Läuferinnen die Ziellinie passiert hatten. Beim ersten Weltmeisterschaftsstart gelang der Jenaer Orientierungsläuferin im ersten Jahr in der Elite ein starkes Rennen. Am Samstagnachmittag konnte die Studentin unter die besten 40 der Welt laufen. Möglich war die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit vielen Jahren durch einen nahezu fehlerfreien Wettkampf, bei dem die Routenwahlen offensichtlich auch stimmten. So zeigte sich auch Damentrainer Jan Birnstock im Ziel mit den Sprintergebnissen sehr zufrieden. Analysierend stellte er fest, dass Susen Lösch aus der vergangenen EM die richtigen Lehren gezogen hat. Damals war der Einzug in das Finale schon das Hauptziel, so dass im Finallauf dann nicht mehr das volle Potenzial abgerufen werden konnte. Bei der WM gelang es im Finale hingegen nahezu das aktuelle Optimum herauszuholen. Auch die Juniorin Sabine Rothaug (OSC Kassel) konnte im Vorlauf zeigen, dass aus deutscher Sicht über die Sprintdistanz im Damenbereich in den nächsten Jahren bei kontinuierlicher Förderung etwas möglich ist.

Judith Wyder gewinnt das Damenrennen.
Judith Wyder gewinnt das Damenrennen.  Foto: Fred Härtelt

Judith Wyder bestätigte bei diesen Weltmeisterschaften die Ergebnisse der letzten Europameisterschaften und holte sich auch hier den Titel. Auf den weiteren Plätzen folgen Tove Alexandersson (Schweden) und Maja Möller Alm (Dänemark).

Ähnlich wie beim Herrenrennen waren die Routenwahlen und das exakte Betrachten der Karte entscheidend. Nicht selten konnte man beobachten wie Läufer aufgrund eines Kanals, über den keine Brücke führte, kurzerhand wieder umdrehen mussten. Auch beim Einstieg in die typischen engen Gassen mussten die Orientierungsläufer das richtige Maß zwischen Geschwindigkeit und dem Vermögen exakt zu orientieren finden. Vor allem in der zweiten Hälfte des Rennens verabschiedeten sich mit diesem Hintergrund einige mögliche Favoriten aus dem Dunstkreis der Medaillen.

Sören Bobach (rechts) diskutiert im Ziel die Routenwahl.
Sören Bobach (rechts) diskutiert im Ziel die Routenwahl.  Foto: Fred Härtelt

Vollkommen cool blieb in dieser Hinsicht Sören Bobach, der in der zweiten Hälfte sogar nochmal richtig aufdrehte. Mit einem hervorragenden Finish gelang dem Dänen überraschend der Tagessieg. Hauchdünn dahinter liefen Daniel Hubmann (Schweiz) und Tue Lassen (Dänemark) auf die weiteren Medaillenplätze über die Sprintdistanz.

Das deutsche Team reiste direkt nach den Läufen weiter in Richtung Lavarone, wo am Sonntag die Eröffnungszeremonie stattfindet. Die weite Reise nach Venedig hat sich trotz der Entfernung in jeder Hinsicht gelohnt. Das Flair der Stadt mit den vielen kleinen Inseln und die fordernden Bahnen verschafften sowohl den Zuschauern als auch den Läufern zahlreiche besondere Momente am ersten Tag der WM.

Ergebnisse


Damen

1. Wyder, Judith	Schweiz		15:32.0 min
2. Alexandersson, Tove Schweden 15:43,9 min
3. Möller Alm, Maja Dänemark 15:45,7 min
31. Lösch, Susen Deutschland 18:07,7 min


Herren

1. Bobach, Sören	Dänemark	15:37,2 min
2. Hubmann, Daniel Schweiz 15:39.3 min
3. Lassen, Tue Dänemark 15:41,4 min


Mehr:
Homepage Veranstaltung

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.07.2014

© 2001-2017 TK OLImpressum