Orientierungslauf in Deutschland


Perfekt organisierter Alpen-Adria-Cup in Italien

Eine Woche vor der OL-Weltmeisterschaft zeigte sich Italien als Gastgeber gut gerüstet für das Großereignis. Beim internationalen Alpe Adria Orienteering Cup im Raum Cansiglio und Conegliano nördlich von Venedig präsentierten die Ausrichter den rund 900 Startern aus über 30 Nationen an drei Tagen vier perfekt organisierte Wettkämpfe und eine Rahmenorganisation auf Topniveau. Mit dabei war auch eine 20-köpfige Länderkampfdelegation aus Bayern, die im Rekordfeld der 14 Regionen mit Rang sechs etwas unter Wert geschlagen wurde.

Kartenausschnitt Mitteldistanz Herrenelite
Kartenausschnitt Mitteldistanz Herrenelite  Foto: Orienteering Tarzo

Von einem Starkregenschauer bei der freitäglichen Langdistanz und einem heftigen Gewitter in der Nacht von Samstag auf Sonntag abgesehen war der diesjährige Alpen-Adria-Cup im Veneto von bestem Sommerwetter und idealen Lauftemparaturen begleitet. Zahlreiche Nationalmannschaften - insbesondere auch aus Übersee - nutzten die Wettkämpfe, um sich noch den letzten Feinschliff für die Weltmeisterschaft in einer Woche zu holen. Bei allen drei Einzelläufen ging es zudem um Weltranglistenpunkte.

Den Auftakt der Wettbewerbe bildete die Langdistanz am Freitag. In einem orientierungstechnisch mehr als anspruchsvollen Karstgelände war ständiger Kartenkontakt Trumpf, längere Routenwahlen durch das teils schwer belaufbare Terrain stellten hohe Anforderungen an das Planungsvermögen der Teilnehmer. Am schwersten taten sich die Teilnehmer jedoch beim Anfangsabschnitt in einem ausgedehnten Grün-1-Areal, wo man schnell zweistellige Minuten liegen lassen konnte. Die besten Platzierungen im Bayernteam gelangen Malte Rehbein mit Rang drei in M 35, Quirin Lehner mit Platz fünf in M 18 und Valerio Casanova mit Rang sieben in M 45. In den Elitekategorien siegten Olli-Markus Taivainen (FIN) und Annika Billstam (SWE), beste Eliteläufer aus dem Bayernteam wurden Teodor Yordanov (Rang 21) und Nina Najbjerg (Rang 20). Die abendliche Pasta Party für alle Alpen-Adria-Teams wurde von den Teilnehmern sehr gelobt.

Die bayerische Mannschaft beim Alpen-Adria-Cup 2014
Die bayerische Mannschaft beim Alpen-Adria-Cup 2014  Foto: Franz Hartinger

Am Samstag standen zunächst die Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Erneut ging es ins Karstterrain rund um Cansiglio, diesmal jedoch in die besser belaufbaren Abschnitte. Die ersten Staffeln der bayerischen Mannschaft konnten sich in den Elitekategorien, die beide von den australischen Nationalstaffeln gewonnen wurden, gut verkaufen. Mit ausgeglichenen Zeiten landeten Quirin Lehner, Ralph Körner und Teodor Yordanov bei den Herren auf Rang acht, das Damenteam in der Besetzung Nina Najbjerg, Britta Meißner und Marie Böhm platzierte sich dank eines fantastischen Zieleinlaufs von Schlussläuferin Marie Böhm auf dem neunten Rang.

Am Abend hatten die Organisatoren noch einen Sprint-Weltranglistenlauf in der Altstadt der Prosecco-Metropole Conegliano vorbereitet, der nicht zur Alpen-Adria-Wertung zählte. In den Elitekategorien kam dabei das berührungslose Stempelsystem Air+ von SPORTident zum Einsatz, das seine Generalprobe vor der WM-Mixed-Staffel tadellos bestand. Bei den Herren siegte Tim Robertson (NZL), aus der bayerischen Mannschaft überzeugten vor allem Paul Lützkendorf und Teodor Yordanov auf den Plätzen 26 und 27. Bei den Damen war Hanny Allston (AUS) nicht zu schlagen, Marie Böhm wurde mit Rang 24 beste aus dem Bayernteam. Die beste deutsche Tagesplatzierung gelang Valerio Casanova als Sechster in M 45. Am Abend wurden alle Eliteläufer von den Organisatoren zu einem gelungenen Galadinner mit italienischem Flair eingeladen, bei dem allerlei Köstlichkeiten aus der Region gereicht wurden.

Mit einem energischen Schlussspurt zieht Marie Böhm für Bayern an der Staffel von Veneto vorbei
Mit einem energischen Schlussspurt zieht Marie Böhm für Bayern an der Staffel von Veneto vorbei  Foto: Tanja Wagner

Ein wahrlich krönender Abschluss wartete mit der Mitteldistanz am Sonntag auf die Teilnehmer. Dafür hatten die Organisatoren von Orienteering Tarzo den anspruchsvollsten Teil des Geländes aufgespart. Feingliedriges Relief, felsiger Untergrund und teils schlechte Belaufbarkeit waren große Herausforderungen, um nicht durch Fehler oder falsche Routen viel Zeit zu verlieren. Die besten bayerischen Platzierungen lieferten mit sicheren Läufen Quirin Lehner als Vierter in M 18 und Valerio Casanova als Fünfter in M 45 ab. In den Eliteklassen holten sich Lizzie Ingham (NZL) und Olli-Markus Taivainen (FIN) die Tagessiege. Bei den Damen war Marie Böhm auf Rang 30 beste Läuferin des Bayernteams, bei den Herren trennten Paul Lützkendorf und Ralph Körner auf den Rängen 23 und 24 nur wenige Sekunden voneinander.

In der Länderwertung war Bayern nach dem ersten Tag noch auf Rang drei gelegen, jedoch wurden die anderen Teams im Laufe des Wochenendes von weiteren Nationalläufern verstärkt, so dass trotz teils guter Leistungen und dem mit 255 Zählern bisher besten bayerischen Punktergebnis am Ende nur der sechste Platz zu Buche stand. Es siegte Rekordgewinner Steiermark (338) vor Trentino-Südtirol (306), Vorjahressieger Slowenien (286), Baranya (278) und Gastgeber Veneto (273). Insgesamt waren 14 Alpen-Adria-Regionen vertreten, so viele wie noch nie in der 23-jährigen Geschichte der Veranstaltung. Im kommenden Jahr wird der Cup im Rahmen des Thermenland Open in Bad Waltersdorf in der Steiermark ausgetragen, für 2016 hat die Alpe Adria Orienteering Group die Ausrichtung des Länderkampfes in die Region Friaul Julisch Venetien vergeben.


Mehr:
Veranstaltungs-Homepage mit allen Ergebnissen, Kartenausschnitten etc.
Homepage der Alpe Adria Orienteering Group
Gesamtwertung Alpen-Adria-Cup 2014 (PDF)

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 02.07.2014

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