Orientierungslauf in Deutschland


„Es ist eine Europameisterschaft, ich muss schnell wandern!“

Mit diesen Worten motivierte sich Birte Friedrichs, wann immer es auf der Langdistanz an den mazedonischen Hängen steil bergauf ging. Tatsächlich war sie aber hauptsächlich schnell laufend und weniger wandernd unterwegs. Und offenbar erwischte sie nicht nur genau das richtige Tempo, sondern fand bei der Jugend-Europameisterschaft auch gute Routen, denn am Ende sprang für sie ein starker 4. Platz heraus.

Birte Friedrichs wird Vierte.
Birte Friedrichs wird Vierte.  Foto: Nationalteam

Doch der Reihe nach: Am vergangenen Freitag fand die zweite Entscheidung in den Bergwäldern nahe Strumica bei der Jugend-Europameisterschaft statt. Die deutsche Mannschaft konnte dabei mit dem sehr guten Platz in der W-16 von Birte Friedrichs, zwei weiteren Top Ten Plätzen und einer fast geschlossen guten Mannschaftsleistung glänzen. Die Langdistanz bot das erwartet anspruchsvolle und steile Gelände. Viel kleine Nasen und Steine erforderten Übersicht im Postenraum, während die steilen Hänge im recht offenen Wald das Querlaufen erschwerten.

Neben Birte kam auch Dorothea Müller mit diesen Bedingungen gut zurecht: Nur eine Routenwahl über einen steilen Berg verhinderte ein noch besseres Abschneiden und sie landete auf dem 9. Platz. Erik Döhler, der sich noch nicht komplett von seinen Magenproblemen am Vortag erholt hatte, startete sicher und holte am dritten Posten den vor ihm gestarteten Schweizer Andrin Gründler ein, der im Endklassement den zweiten Platz erlief. Jedoch musste er ihn - noch etwas geschwächt - bald wieder ziehen lassen und lief dennoch ebenfalls auf den 9. Platz.

Für ein persönliches Erfolgserlebnis sorgte auch Patricia Siegert nach ihrem völlig verkorksten Sprint am Vortag. Aus der zweiten Startgruppe startend, lief sie mit zu diesem Zeitpunkt des Rennens deutlicher Bestzeit in der W-18 ins Ziel und wurde vom Sprecher nicht nur für ihre Zeit, sondern auch dafür gefeiert, dass sie mit nur einem Schuh ins Ziel kam. Den anderen hatte sie im tiefen Sumpf unmittelbar vor dem Zielposten verloren. Am Ende wurde es für sie ein 24. Platz. Sogar noch etwas besser lief es für Leonore Winkler, die als 18. das gute Teamergebnis in der W-18 komplettierte. Und ganz oben auf dem Siegerpodest hatte die glückliche Goldmedaillengewinnerin nicht nur eine große Schweizer Flagge, sondern auch eine kleine deutsche in der Hand. Denn die Gewinnerin war Hanna Müller, die noch im vergangenen Jahr für Deutschland am Start war.

Hannah Müller holt Gold.
Hannah Müller holt Gold.  Foto: Nationalteam

Die beste deutsche Platzierung in der W-16 nach Birte gelang Ellen Klüser, die 25. wurde. Trotzdem war es für sie ein Lauf zum Vergessen. Gleich am ersten Posten verlor sie vier Minuten, als sie vor dem Posten falsch absprang. Und am 5. Posten knickte sie so schlimm um, dass sie den Rest der Strecke nur noch unter Schmerzen langsam laufend oder wandernd zurücklegen konnte. Für die Staffel stand sie daher leider nicht zur Verfügung und wurde durch Mareike Seeger ersetzt.

Podest mit Birte Friedrichs.
Podest mit Birte Friedrichs.  Foto: Nationalteam

Veit Slodowski und Ole Hennseler überliefen in der M-16 unabhängig voneinander beide den 11. Posten und konnten sich damit nicht klassieren. Für eine kleine Überraschung sorgte Tobias Spangenberg, der mit dem schwierigen, bergigen Gelände gut zurecht kam und bei seiner ersten JEM auf einen erfreulichen 26. Platz lief. Mark Otto und Korbinian Lehner haderten mit ihrem Lauf, beide machten größere Fehler, konnten sich aber trotzdem beide zeitgleich auf dem 37. Platz klassieren.

Bei der Staffel am darauffolgenden Tag dagegen gelang es dem Team leider nicht, an die guten Leistungen der Vortage anzuknüpfen und es erreichte mit einem 7. Platz in der Klasse M-16 die beste Platzierung, während die anderen Staffeln patzten. Das Gesamtfazit fällt dennoch positiv aus. Die deutsche Mannschaft war in allen drei Wettkämpfen in der Lage, um die Urkunden mitzulaufen und erreichte in der Summe sechs Top-10-Plazierungen.

Ergebnisse


Langdistanz, 27.6.:

W16:

1. Hanga Szuromi HUN 40:29
2. Jasmina Gassner AUT +00:29
3. Tereza Janošíková CZE + 01:03

4. Birte Friedrichs +02:35
25. Ellen Klüser +09:17
39. Paula Mühlstein +15:13
65. Mareike Seeger +26:31


M16:

1. Daniel Vandas CZE 45:43
2. Andrin Gründler SUI +02:28
3. Tuomas Heikkilä FIN + 5:26

9. Erik Döhler +08:43
26. Tobias Spangenberg +14:46
Fehlst Ole Hennseler
Fehlst Veit Slodowski


W18:

1. Hanna Müller SUI 50:21
2. Anna Haataja FIN +00:37
3. Anna Šticková CZE +00:49

9. Dorothea Müller +03:18
18. Leonore Winkler +07:04
24. Patricia Siegert +08:36


M18:

1. Olli Ojanaho FIN 46:32
2. Vladislav Malyshev RUS +04:00
3. Topi Raitanen FIN + 4:34

37. Korbinian Lehner +15:04
37. Mark Otto +15:04


Staffel, 28.6:

W16: DISQ (Mühlstein, Seeger, Friedrichs)
M16: 7. (Slodowski, Hennseler, Döhler)
W18: 15. (Winkler, Siegert, Müller)
M18: 19. (Otto, Lehner, Spangenberg)


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Autor: Jan Birnstock
Eingestellt am 29.06.2014

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