Orientierungslauf in Deutschland


WM-Vorbereitung in Italien

Vergangene Woche weilte das Nationalteam im norditalienischen Asiago. Schwerpunkte des Aufenthaltes waren die Qualifikationsläufe über die Mittel- und Langdistanz sowie die physische und technische Vorbereitung auf die in 4 Wochen dort stattfindenden Weltmeisterschaften.

Bojan Blumenstein, Susen Lösch und Christoph Prunsche nach der Mitteldistanz-Quali zur WM.
Bojan Blumenstein, Susen Lösch und Christoph Prunsche nach der Mitteldistanz-Quali zur WM.  Foto: Nationalteam

Zu Beginn fanden im Rahmen der „3 days of Trenches“ die Qualifikationsläufe in den Walddisziplinen statt. Bei stark besetzten Weltranglistenläufen ging es nicht nur darum, sich im nationalen Vergleich durchzusetzen, sondern auch um eine internationale Standortbestimmung im WM-relevanten Gelände. Darüber hinaus werden die erreichten Weltranglistenpunkte zur Bestimmung der Startreihenfolge bei der WM herangezogen.

Aus der Mitteldistanz-Qualifikation gingen Susen und Sören Lösch (beide USV Jena) siegreich hervor. Während Susen Lösch und Monika Depta (OLG Siegerland) mit ihrem Rückstand von 8 Minuten auf die Siegerin Minna Kauppi (FIN) durchwachsene Läufe zeigten, haderten alle Herren mit ein oder mehreren größeren Fehlern, die bessere Platzierungen im hinter dem Sieger Thierry Gueorgiou (FRA) sehr engen Starterfeld verhinderten.

Auch in der Langdistanz sicherte sich Susen Lösch als 13. mit einem starken Lauf und nur 12 Minuten Rückstand auf Ida Bobach (DEN) knapp den Sieg vor Monika Depta. Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) zeigte sich mit ihrer Leistung über die 11,6 Kilometer mit 470 Höhenmetern ebenfalls nicht unzufrieden. Bei den Herren kam Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) mit der physisch wie technisch fordernden, 17,6 Kilometer langen Strecke mit 770 Höhenmetern am besten zurecht und gewann klar vor Sören Lösch und Bojan Blumenstein (OSC Kassel). Auch der 25. Platz unter 114 Startern bei 18 Minuten Rückstand auf den überragenden Thierry Gueorgiou (FRA) stimmte den Harzer zufrieden.

Bjarne Friedrichs stand nach den Qualiläufen bereits als WM-Teilnehmer fest.
Bjarne Friedrichs stand nach den Qualiläufen bereits als WM-Teilnehmer fest.  Foto: Nationalteam

Im Anschluss an die Wettkämpfe folgte eine Trainingswoche, in der bei unterschiedlichen Trainingseinheiten die spezifischen Anforderungen der WM-Gelände herausgearbeitet und trainiert wurden. Neben Auswertungen der Qualifikationsläufe im Gelände standen unter anderem Staffelstarts, ein Korridor-OL sowie eine Schleppstaffel auf dem Programm.

Während die WM-Langdistanz in einem gröber strukturierten, steilen Voralpen-Gelände ausgetragen wird, welches zu großräumigen Routenwahlen einlädt und exaktes Orientieren im Hang fordert, werden die Mitteldistanz und die Staffel in einem technisch extrem anspruchsvollen Gelände ausgetragen: Das ohnehin zerklüftete und aufgrund zahlreicher moos- und krautbewachsener Steinfelder schwer belaufbare Karstgelände ist zusätzlich durch unzählige, teils erhaltene und teils zerfallene Schützengräben des 1. Weltkrieges zergliedert.

Das Nationalteam fühlt sich nach diesem zweiten Trainingslager vor Ort gut auf die Weltmeisterschaften vorbereitet. Ein besonderer Dank gilt den Betreuern Jan Birnstock und Michael Finkenstädt sowie der Top10-Initiative für die Co-Finanzierung der Maßnahme. Das WM-Team wird an dieser Stelle in Kürze veröffentlicht.


Mehr:
Homepage WM Italien

Autor: Bjarne Friedrichs / Christoph Prunsche
Eingestellt am 11.06.2014

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