Orientierungslauf in Deutschland


Khrennikov zeigt es noch einmal allen

Mit seinen 40 Jahren hatte sich der Russe Eduard Khrennikov eigentlich schon so gut wie aufs Altenteil zurückgezogen. Doch zum Abschluss der Europameisterschaften im Ski-Orientierungslauf zeigte der 13-fache WM-Medaillengewinner am Freitag im russischen Tyumen über die Ultralangdistanz noch einmal seine alte Stärke und gewann. Bernd Kohlschmidt vom SV Robotron Dresden kam auf Platz 38.

Überraschung beim Weltcup-Finale: Altmeister Eduard Khrennikov aus Russland gewinnt die Ultralangdistanz.
Überraschung beim Weltcup-Finale: Altmeister Eduard Khrennikov aus Russland gewinnt die Ultralangdistanz.  Foto: Eike Bruns

Khrennikov gehörte zwischen 1998 und 2009 zur internationalen Spitze und hat danach immer noch mal Reden von sich gemacht. Doch, dass er das physisch härteste Rennen der gesamten Ski-Orientierungslauf-Saison 2013/2014 für sich entscheiden würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Und eine knappe Entscheidung war es noch dazu. Nach einer Laufzeit von 2:29:31 Stunden hatte er gerade einmal 27 Sekunden Vorsprung vor dem erfolgreichsten Weltcup-Läufer des Winters, seinem Landsmann Andrey Lamov.
Der sicherte sich als Zweiter allerdings den Gesamtsieg im Weltcup vor dem Norweger Hans Jørgen Kvåle, der mit seinem dritten Platz über die Ultralangdistanz den zweiten Rang in der Gesamtwertung festigte. Kvåle fehlten nach zweieinhalb Stunden Laufzeit gerade mal nur vier Sekunden auf Lamov.

Einziger deutscher Starter war Bernd Kohlschmidt. Der Dresdener, der 38. wurde und damit keine Weltcup-Punkte holte, gab einen Einblick in das physisch anspruchsvolle Rennen, indem er zehn Zentimeter Neuschnee und infolgedessen nicht mehr frisch aufgefahrene Spuren mit dem lapidaren Satz "schöne Skitour" kommentierte. Das Gelände, so Kohlschmidt, sei zum Abschluss der Wettkampfwoche damit nun auch ausgereizt. Dabei gibt es Anzeichen, dass in der westsibirschen Stadt die Weltmeisterschaften 2017 ausgetragen werden könnten.

Bei den Damen ging es den Laufzeiten entsprechend ähnlich knapp wie bei den Herren auf den ersten drei Plätzen zu. Dabei musste die Russin Tatyana Rvacheva erneut ihrer Teamkameradin Anastasia Kravchenko den Vortritt lassen, konnte aber die Finnin Mervi Pesu noch auf Rang drei verweisen. Mit ihrem zweiten Platz und aufgrund der Tatsache, dass die in diesem Winter sonst so starke Tove Alexandersson nur auf Rang sechs kam, konnte sich Tatyana Rvacheva den Gesamtsieg im Weltcup vor der Schwedin endgültig sichern. Dritte im Gesamtweltcup wurde die Ultralangdistanz-Siegerin Anastasia Kravchenko.
Am Freitagabend gehen die Europameisterschaften und das Weltcupfinale mit der Abschlussfeier zu Ende. Das ist gleichzeitig auch der Abschluss der Ski-Orientierungslauf-Saison auf internationaler Ebene. Der eigentlich für Samstag und Sonntag geplante nationale Abschluss mit den deutschen Meisterschaften im tschechischen Teil des Erzgebirges musste schon vor einigen Tagen aufgrund von Schneemangel abgesagt werden.
Eine Entscheidung, ob das Erzgebirge 2016 auch Schauplatz einer internationalen Ski-Orientierungslauf-Veranstaltung werden kann, steht indes noch aus. In Tyumen wurde noch nicht bekannt gegeben, wo 2016 Weltcup-Rennen ausgetragen werden. Deutschland gehört mit zu den Bewerbern.


Mehr:
Homepage der Europameisterschaften im Ski-Orientierungslauf
Ergebnisse der Europameisterschaften im Ski-Orientierungslauf

Autor: Eike Bruns  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 14.03.2014

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