Orientierungslauf in Deutschland


Internationale Regeländerungen zum Jahreswechsel

Kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlichte die International Orienteering Federation (IOF) die abgeänderten Regeln für die Weltmeisterschaften 2014. Im kommenden Jahr wird es keine Qualifikation mehr über die Mittel- und Langdistanz geben. Im Rahmen der zahlreichen Änderungen bei der Berechnung der Weltrangliste stellte der bisherige Anbieter die Zusammenarbeit mit der IOF ein.

Ab 2014 wird es bei Weltmeisterschaften nur noch Finalläufe über die Mittel- und Langdistanz geben. Die bisherige Möglichkeit, bei der pro Nation bei den Damen und Herren maximal drei Läufer plus der amtierende Weltmeister in der Qualifikation laufen konnte, entfällt damit.

Die Startplätze werden ab 2014 nach dem Divisionsranking vergeben, welches auf der Basis der Ergebnisse der Mittel-, Langdistanz und in der Staffel bei den zwei vorangegangenen Weltmeisterschaften berechnet wird. Danach erfolgt eine Klassifizierung in drei Divisionen, wobei die erste Division die besten 8 Nationen beinhaltet. Die darauffolgenden 14 Nationen gehören zur Division 2. Alle andere Nationen zählen zur dritten Division. In Startplätzen bedeutet diese eine Einteilung auf drei, zwei oder einen Startplatz. Unabhängig davon erhalten die Veranstalter jeweils drei Startplätze bei den Damen und Herren über jede Distanz. Der Weltmeister einer Distanz und der Europameister bzw. regionale Meister in einem anderen Erdteil erhält einen zusätzlichen Startplatz sofern die Meisterschaft vor maximal 12 Monaten ausgetragen wurde.

Deutschland hat aufgrund der Leistungen der letzten beiden Jahre den Sprung in die Division 2 bei den Damen und Herren geschafft. Dies bedeutet, dass wir in diesem Jahr pro Finale und Kategorie jeweils zwei Läufer sehen können. Punkte für die Berechnung der Startplätze im kommenden Jahr erzielen jeweils maximal drei Läufer pro Distanz. Aufgrund der aktuellen Platzierung und der Tatsache, dass jeweils der Letzte einer Gruppe absteigt und der Beste der nächsten Gruppe aufsteigt, wäre es aber durchaus möglich, dass wir im kommenden Jahr nur noch jeweils einen Läufer bei den Weltmeisterschaften sehen können.

Gerade viele kleinere Nationen aber auch gestandene Nationalläufer versuchten bis zuletzt die nun greifenden Änderungen bei den Weltmeisterschaften zu verhindern oder Alternativen anzubieten. Betrachtet man die gesamte Berechnungsgrundlage rein mathematisch, dann stellt sich bei diesem Ansatz die Frage, ob die großen OL-Nationen die Weltmeisterschaften in Zukunft als Bühne für die eigenen Läufer auf Kosten der weniger guten Nationen nutzen möchten. Die Art der Abstimmung, mit welcher die Änderungen beschlossen wurden, war seinerzeit umstritten.

Im Rahmen der zahlreichen Änderungen durch die IOF hat der bisherige Anbieter für die Berechnung der Weltrangliste und des Weltcups zum Jahreswechsel überraschend die Zusammenarbeit eingestellt. Begründet wird dies unter anderem damit, dass bei der neuen Berechnung im Wesentlichen die Ergebnisse bei Weltmeisterschaften und Weltcups beachtet werden. Ein Vergleich wie bisher, bei dem sämtliche Elite-Events weltweit eine realistische Einordnung der Läufer bildeten, ist laut bisherigem Anbieter 6prog nicht mehr möglich.


Mehr:
Startplätze WM ab 2014
Stellungnahme Berechnung Weltrangliste

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 04.01.2014

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