Orientierungslauf in Deutschland


Enttäuschung bei der Staffel – doch ein positives Resümee

Zum Abschluss der Jugend-EM hatte sich das deutsche Team in den Staffeln noch einmal viel vorgenommen. Doch mit einer Plazierung in den Top-6 wollte es einfach nicht klappen. Die D-16er Staffel als Achte und die H-18er als Neunte holten die besten deutschen Ergebnisse.

Dorothea Müller mit ihren Silbermedaillen
Dorothea Müller mit ihren Silbermedaillen  Foto: Jan Birnstock

Schon im Vorfeld der Staffel lief es nicht optimal: Leonore Winkler und Patricia Nieke hatten beide schon einige Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Daher entschied der Trainerstab die 15-jährige Birte Friedrichs in die D-18 hochstarten zu lassen. Dort lief sie gemeinsam mit Paula Starke und Hanna Müller. Die D-16 Staffel ging als ein reines Dresdner Team mit Patricia Siegert, Ellen Klüser und Dorothea Müller ins Rennen.

Von den Vorergebnissen waren die zwei Mädchenstaffeln stark aufgestellt, dennoch war für beide der Kampf um die Urkunden oder gar Medaillen schon nach den ersten Posten erledigt. Paula Starke verletzte sich auf dem Weg zum 2. Posten am Knie und konnte die Startstrecke nur unter Schmerzen zu Ende laufen. Für Birte und Hanna war dann trotz guter Läufe nicht mehr viel herauszulaufen, am Ende wurde es ein 15. Platz.

In der D-16 fand sich Patricia Siegert gleich zu Beginn am falschen Gabelposten wieder und beging im Bemühen die Lücke wieder zuzulaufen einen zeitintensiven Folgefehler. Ellen und Dorothea starteten dann eine Aufholjagd, die das deutsche Team noch vom 14. auf den 8. Platz nach vorn brachte. Bemerkenswert, dass es Dorothea Müller gelang die beste Zeit aller Staffelläuferinnen in der D-16 zu erzielen. Nach ihren beiden Einzelmedaillen und diesem Staffellauf darf man mit Fug und Recht sagen, dass sie bei dieser JEM die Läuferin mit der stärksten Gesamtleistung ihrer Altersklasse war!

Team Deutschland bei der JEM
Team Deutschland bei der JEM  Foto: Jan Birnstock

Unsere H-16 Staffel startete in der Besetzung Ole Hensseler, Veit Slodowski und Erik Döhler. Leider gelang keinem von ihnen ein perfekter Lauf. Trotzdem blieben sie lange im Rennen um die Urkunden dabei. Dann unterlief Schlußläufer Erik auf Platz 7 liegend ein folgenschwerer Fehler – eine ganze Tram zog dort an ihm vorbei und so wurde es schlussendlich ein 13. Platz. Sehr achtbar zogen sich die H-18er Jungs aus dem Rennen. Hier gingen Markus Grätsch, der H-16er Quirin Lehner und Moritz Döllgast ins Rennen. In einem teilweise chaotischen Rennen wurden sie vom Zielsprecher schon als 5. angekündigt, später dann auf Platz 10 zurückgestuft und schließlich als 9. gewertet.

Als Randnotiz darf erwähnt werden, dass sie durch einen Kampfrichterentscheid hinter das ungarische Team gesetzt wurden. Tatsächlich lief Moritz knapp vor seinem ungarischen Kontrahenten ins Ziel. Das war von den Zuschauern und vom Sprecher-Team auch so beobachtet worden – nur leider eben nicht vom Zielkampfrichter. Das deutsche Team hat die Entscheidung akzeptiert und auf einen Einspruch verzichtet. Ohnehin hatten die Portugiesen am Schlusstag mit einer Reihe Pannen zu kämpfen, was aber nichts an dem positiven Gesamteindruck, den die JEM 2013 hinterließ, änderte.

Und das Fazit aus deutscher Sicht? Natürlich war es eine erfolgreiche JEM mit einer überragenden Dorothea Müller, und mit weiteren Top-Ergebnissen durch Erik Döhler, Ellen Klüser, Birte Friedrichs, Moritz Döllgast und Hanna Müller. Kein einziger der deutschen Starter enttäuschte, jedem gelang mindestens ein guter Lauf, fast allen gleich mehrere. Und das auf sehr anspruchsvollen Bahnen. All das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ähnlich gute Ergebnisse bei JEMs auch in Vergangenheit schon häufiger hatten – vor allem in den 16er Altersklassen. Die Herausforderung, vor der die Trainer und Läufer jetzt stehen ist zweigeteilt: Zum einen muss sichergestellt werden, dass auch in den nächsten Jahren der Strom junger Nachwuchstalente nicht versiegt. Zum anderen müssen die existierenden Läufer intensiv weiter entwickelt werden, damit sie in Zukunft vielleicht auch bei den Junioren-WMs um die Top-10 mit laufen können.


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Autor: Jan Birnstock
Eingestellt am 29.10.2013

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