Orientierungslauf in Deutschland


Deutsche Meisterschaften Lang-OL auf dem Mond?

Das Saarland liegt zwar am Rand von Deutschland an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg - auf dem Mond jedoch sicherlich nicht. Nahezu 600 Teilnehmer werden zum Jahreshöhepunkt den weiten Weg ins Saarland auf sich nehmen. Von den Veranstaltern wird ein langes OL-Wochenende mit einem Sprint zur Deutschen Park Tour am Donnerstagabend in Saarlouis, freiem Training am Freitag und DM Langdistanz und Deutschland-Cup samstags und sonntags rund um den Campus der Universität des Saarlandes in Saarbrücken angeboten.

Kraterlandschaft
Kraterlandschaft  Foto: Veranstalter

Bereits am Donnerstagabend wartet die erste Herausforderung auf die Teilnehmer: Saarlouis lädt ein zur 4. Auflage des Stadtgarten-Sprints. Zum Finale der DPT wird ein verlängerter Einzelsprint die knapp 200 Teilnehmer durch den Stadtgarten und die Altstadt führen. Die Herren der Hauptklasse haben die Gelegenheit, sich mit belgischen Nationalläufern, unter anderem Topsprinter Yannick Michiels, zu messen, die auf der Durchreise zum Weltcup-Finale kurz in Saarlouis Station machen werden.

Am Freitag kann man sich am „Schwarzenberg“, direkt anschließend an den Campus, einen ersten Eindruck von den charakteristischen Bombentrichtern verschaffen oder im zentral in der Landeshauptstadt gelegen „Bürgerpark“ ein Training zur Einstimmung auf die Wettkämpfe am Wochenende absolvieren.

Am Samstag wartet dann das Gelände des Saarbrücker Stadtwaldes, das sich von „Natur aus“ eher unspektakulär zeigt: ein klar strukturiertes Höhenprofil und ein überwiegend gut belaufbarer Wald. Deutlich interessanter gestalten die vielen „Zeitzeugen“ der bewegten Geschichte des Saarlandes das Gelände. Die Bombardierungen im Verlauf des Zweiten Weltkriegs hinterließen ihre Spuren, wie man an der „Kraterlandschaft“ auf einem Ausschnitt des digitalen Geländemodells erkennen kann, das zur Kartenerstellung als Grundlage diente.

So durfte der Kartenaufnehmer Ingo Horst mehr als tausendmal eines der Symbole Senke, Loch oder kleine Senke verwenden. Diese werden auch konsequent zur Prüfung der (Fein-) Orientierungsfähigkeiten genutzt, und bei 30 von insgesamt 77 Postenstandorten muss ein solches Objekt angesteuert werden, wobei der Posten oftmals im Mittelpunkt eines Bombentrichters zu finden sein wird. Bahnleger Hilmar Wendler hat die Strecken den Begebenheiten angepasst und wird einen entsprechenden Mix aus weiträumigen Routenwahlen und präziser Feinorientierung den Wettkämpfern zur Aufgabe machen.

Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes  Foto: Veranstalter

Bei der Damenelite gehören zum Favoritenkreis Esther Doetsch (DJK Adler 07 Bottrop), die amtierende deutsche Meisterin über die Langdistanz Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) und die erfahrene Monika Depta (OLG Siegerland), die bereits dieses Jahr bei der DM Mitteldistanz Ihre hervorragende Form unter Beweis gestellt hat. Auf die Damen wartet eine Strecke von 9,5 km Luftlinie mit 365 Höhenmetern und 21 Kontrollposten.

In der Herrenkonkurrenz wird ein Duell zwischen Titelverteidiger Sören Lösch (USV Jena) und Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul) erwartet. Auch Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) und Christoph Prunsche (TuS Lübbecke), der zum ersten Mal in der Eliteklasse einer DM Lange startet, werden über die Strecke von 17,2 km Luftlinie mit 620 Höhenmetern und 30 Kontrollposten um Medaillen kämpfen.

Ganz im Gegensatz zu den langen Kanten am Samstag steht der Deutschland-Cup am Sonntag. Die Staffeln werden auf dem Campus auf anspruchsvolle Sprintstrecken geschickt, die zu einem nicht unerheblichen Teil durch den Wald führen. Selbst bei den langen ersten und letzten Bahnen werden Siegerzeiten von unter 25 Minuten erwartet. Welcher Verein diese „wilde Hatz“ für sich entscheiden kann, ist unklar, da die namentliche Meldung bis Samstagabend erfolgen kann. Traditionell vorne zu erwarten sind sicher die Dresdener Vereine (Post SV, USV TU und SSV Planeta Radebeul), aber auch DJK Adler 07 Bottrop und TV 1898 Alsbach und sicherlich einige weitere Teams werden um die vorderen Plätze spurten.

Ausschnitt Wald
Ausschnitt Wald  Foto: Veranstalter

Die Veranstalter sind dankbar für die Unterstützung und die gute Kooperation mit der Universität des Saarlandes, der Stadt Saarbrücken, dem Saarforst und den Naturschutzbehörden sowie den zahlreichen Sponsoren und Unterstützern, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Nun freuen sich das Organisations-Team und die zahlreichen Helfer auf spannende und faire Wettkämpfe und wünschen allen Teilnehmern eine gute Anreise.

Die Startliste, das Programmheft und viele Informationen mehr finden sich auf der Homepage zur Veranstaltung:


Mehr:
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Autor: Matthias Groh
Eingestellt am 02.10.2013

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