Orientierungslauf in Deutschland


50 Jahre Deutsche Meisterschaften

Im Jahre 1963 wurden die ersten Deutschen Meisterschaften im Orientierungslauf in Arnsberg veranstaltet. Im Staatsgebiet der DDR fanden die ersten Meisterschaften im Einzel sogar früher statt. Einige der damaligen Elite-Größen feiern auch heute noch in den Senioren-Kategorien Seriensiege.

Die älteste bekannte OL-Karte.
Die älteste bekannte OL-Karte.  Foto: Wikipedia

Schon seit sehr vielen Jahren spielen Karten eine wesentliche Rolle bei der Orientierung in unbekanntem Gelände. Der erste als Orientierungslauf zu bezeichnende Wettkampf wurde wohl 1897 in Norwegen durchgeführt. Damals hatten die Läufer noch 30 Minuten Zeit die Karte im Vorfeld zu studieren. Auf 10,5 km Länge mussten 3 Kontrollposten abgelaufen werden.

Nach der Entwicklung des Orientierungslaufes in Skandinavien wurde dieser auch in Mitteleuropa immer populärer. Einer der zahlreichen Eckpunkte im Orientierungslauf in Deutschland war sicherlich die Austragung der ersten Deutschen Meisterschaften in der Bunderepublik Deutschland. Im Jahre 1963 holte Jürgen Renner in Arnsberg den Sieg. Damals waren im Einzel eine Strecke von 9 km mit 450 Höhenmetern und 9 Posten zu absolvieren. Im Vergleich dazu lief der Deutsche Meister Sören Lösch (USV Jena) 2012 über die Langdistanz knapp 17 km und hatte dabei 28 Posten zu lochen.

In der Deutschen Demokratischen Republik fanden 1959 die ersten Meisterschaften im Einzel statt. 1962 gewann Harald Grosse (Wissenschaft TU Dresden) in Schmiedefeld den Lauf über 12km, bei dem 16 Kontrollposten anzulaufen waren. Im Jahr 1963 stand dann in Bad Saarow Helmut Conrad (Wissenschaft TU Dresden) ganz oben auf dem Podest.

Seit diesen 50 Jahren hat sich viel im gesamten Orientierungssport getan: Das Kartenmaterial wurde beispielsweise im Laufe der Jahre immer exakter. Einen großen Anteil haben die inzwischen verfügbaren technischen Hilfsmittel. Aber auch die Wiedervereinigung hat gerade im Osten Deutschlands nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Karten in bestimmten Gebieten exakter wurden. Auch das sonstige Equipment wie Kontrollmittel, Kompass, Schuhe oder Laufbekleidung hat sich seither nicht unwesentlich verändert. In einer Mitteilung des „Tourist“, in welchem in der DDR seit 1962 die Berichte über den Orientierungslauf veröffentlicht wurden, erschien in der ersten Auflage eine Veröffentlichung über Regeländerungen. Dort wurde mitgeteilt, dass nun nicht mehr das bisherige Pflichtgepäck mitzunehmen ist. Stattdessen sind nur noch ein Verbandspäcken, eine Signalpfeife und ein Stempelkissen mitzuführen. Solche Ausrüstungsgegenstände gehören beim Wettkampfsport auf Bundesebene in Deutschland längst zur Vergangenheit. Die Elektronik sorgt inzwischen für umfassende Auswertungsmöglichkeiten. Verbandsmaterialien und eine Signalpfeife sind nur bei sehr speziellen Wettkämpfen, z.B. in den Alpen, notwendig.

Einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Sportart Orientierungslauf in Deutschland gibt es auf orientierungslauf.de aktuell nicht. Das Thema ist für einen versierten Historiker wohl zu umfangreich, um es für orientierungslauf.de aufzubereiten.

Nachträgliche Anmerkung: Nach offizieller Zählweise werden in diesem Jahr die 55. Einzelmeisterschaften durchgeführt.


Mehr:
Ausschnitte Entwicklung Orientierungslauf
DM Einzel Geschichte (TU Dresden)

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.09.2013

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