Orientierungslauf in Deutschland


World Games in Cali: man spricht deutsch...

Bereits zum vierten Mal nach 2001, 2005 und 2009 war Orientierungslauf in diesem Jahr Bestandteil der World Games, der alle vier Jahre stattfindenden Weltspiele der nicht bei Olympia ausgetragenen Sportarten. Die diesjährigen World Games fanden in den vergangenen zwei Wochen in Cali (Kolumbien) statt. Auch wenn die World Games deutlich weniger Beachtung finden als die Olympischen Spiele, so konnten sich die OL-Wettbewerbe über die Sprint- und Mitteldistanz, sowie die Mixed-Staffel einem großen Publikum präsentieren, auch dank durchgehender Live-TV-Übertragung im Internet. Und auch ohne die Beteiligung deutscher Athleten wurde auf dem Podest der abschließenden Mixed-Staffel überraschend viel deutsch gesprochen...

Logo der World Games 2013 in Cali
Logo der World Games 2013 in Cali

Zwar hatten sich keine deutschen Läufer gemäß den Kriterien der IOF für die Weltspiele qualifizieren können, dennoch verfolgten zahlreiche deutsche OL-Fans die spannenden Wettbewerbe am Bildschirm. Die TV-Bilder, kombiniert mit dem Echtzeit-GPS-Tracking und den Live-Resultaten zeigten, dass der Orientierungslauf mittlerweile im TV-tauglichen Format spannend präsentiert werden kann.

Sprintdistanz: schnelle Beine sind gefragt

Die Sprintdistanz zum Auftakt präsentierte sich sehr laufbetont. Im "Parque Lineal El Ingenio" wechselten sich kurze Parkabschnitte mit Postenverbindungen in einem klar strukturierten urbanen Geländeteil ab. Bei den Damen sicherte sich die Schwedin Annika Billstam die Goldmedaille. Anne Margarethe Hausken Nordberg (Norwegen) und Maja Alm (Dänemark) freuten sich über Silber und Bronze. Bei den Herren verwies der Schweizer Matthias Kyburz den Titelverteidiger Andrey Khramov (Russland) auf den Silberrang, der Schwede Jerker Lysell sicherte sich knapp dahinter Bronze.

Die Ergebnisse der Sprintdistanz:

DAMEN:
1. Annika Billstam (SWE) 15:57,7 min.
2. Anne Margrethe Hausken Nordberg (NOR) 16:07,5 min.
3. Maja Alm (DEN) 16:34,7 min.
4. Nadiya Volynska (UKR) 16:36,7 min.
5. Alison Crocker (USA) 16:37,2 min.
6. Judith Wyder (SUI) 16:49,5 min.
HERREN:
1. Matthias Kyburz (SUI) 14:30,8 min.
2. Andrey Khramov (RUS) 14:42,9 min.
3. Jerker Lysell (SWE) 14:46,6 min.
4. Kiril Nikolov (BUL) 14:47,2 min.
5. Daniel Hubmann (SUI) 14:48,8 min.
6. Murray Strain (GBR) 14:50,5 min.

3 x Gold: der Schweizer Matthias Kyburz drückte den OL-Wettbewerben in Cali seinen Stempel auf
3 x Gold: der Schweizer Matthias Kyburz drückte den OL-Wettbewerben in Cali seinen Stempel auf  Foto: Fred Härtelt

Mitteldistanz: Matthias Kyburz zum Zweiten

Für die Mitteldistanz hatten die Organisatoren ein längliches Gelände in einem Flusstal ausgewählt. Der teils dichte Bewuchs des "Ecoparque Rio Pance" stellte insbesondere Herausforderungen an die Routenwahl, während schnell belaufbare Wege und Wiesenpassagen im beliebten Ausflugsgelände von Cali immer wieder hohes Tempo forderten. Ungewohnt für eine Mitteldistanz waren sicher der Kartenmaßstab 1:5000 und die ISSOM-Darstellung.

Während sich bei den Damen die einzige finnische Starterin Minna Kauppi über Gold freuen konnte, gefolgt von Tove Alexandersson (Schweden), drückte bei den Herren Matthias Kyburz mit einem überlegenen Sieg und seiner zweiten Goldmedaille den OL-Wettbewerben in Kolumbien weiter seinen Stempel auf. Daniel Hubmann machte den Doppelsieg der Schweizer Herren nach einer medaillenlosen Weltmeisterschaft perfekt. Auf den Bronzeplätzen überraschten Nadiya Volynska für die Ukraine und Vilius Aleliunas für Litauen.

Die Ergebnisse der Mitteldistanz:

DAMEN:
1. Minna Kauppi (FIN) 32:59,1 min.
2. Tove Alexandersson (SWE) 33:43,5 min.
3. Nadiya Volynska (UKR) 34:13,4 min.
4. Anne Margrethe Hausken Nordberg (NOR) 34:16,7 min.
5. Judith Wyder (SUI) 35:00,7 min.
6. Annika Billstam (SWE) 35:22,2 min.
HERREN:
1. Matthias Kyburz (SUI) 34:04,5 min.
2. Daniel Hubmann (SUI) 35:42,1 min.
3. Vilius Aleliunas (LTU) 35:42,5 min.
4. Rasmus Thrane Hansen (DEN) 35:45,0 min.
5. Lucas Basset (FRA) 35:50,9 min.
6. Edgars Bertuks (LAT) 35:54,9 min.

Gernot Kerschbaumer legte mit einer starken Startschlaufe den Grundstein für die Bronzemedaille Österreichs
Gernot Kerschbaumer legte mit einer starken Startschlaufe den Grundstein für die Bronzemedaille Österreichs  Foto: Fred Härtelt

Staffel: die Schweiz souverän, Österreich überrascht

Das Mixed-Staffel-Rennen wurde im gleichen Terrain wie die Mitteldistanz ausgetragen. Von Beginn an entwickelte sich ein spannender Wettkampf, die gut einsehbare Schlussschlaufe und das Live-Tracking wussten die Spannung gut zu transportieren.

An dritter Stelle laufend konnte Matthias Kyburz für die Schweiz die entscheidende Lücke reißen, so dass die Eidgenossen am Ende über die Goldmedaille jubeln konnten. Silber sicherte sich die Dänemark, Bronze erkämpfte sich sensationell die überglückliche Staffel aus Österreich.

Einige gut im Rennen liegende Staffeln, wie Norwegen, Tschechien und Großbritannien warfen sich durch Fehlstempel selbst aus dem Rennen, das nach drei Läufern auf Rang zwei liegende schwedische Team hatte krankheitsbedingt keine Schlussläuferin am Start.

Die Ergebnisse der Mixed-Staffel:

1. Schweiz (D.Hubmann, S.Luescher, M.Kyburz, J.Wyder) 1:16:35,5 Std.
2. Dänemark (T.Lassen, I.Bobach, R.Thrane Hansen, M.Alm) 1:20:55,8 Std.
3. Österreich (G.Kerschbaumer, A.Nilsson Simkovics, R.Merl, U.Kadan) 1:22:08,9 Std.
4. Frankreich (F.Tranchand, C.Dodin, L.Basset, A.Chataing) 1:24:36,3 Std.
5. Litauen (V.Aleliunas, K.Rybakovaite, J.V.Gvyldis, A.Kutkaite) 1:25:14,2 Std.
6. Lettland (K.Mihailovs, I.Dambe, E.Bertuks, A.Skrastina) 1:25:23,8 Std.


Die Zuschauer vor Ort verfolgten interessiert die Wettbewerbe des ersten OL-Großereignisses in Südamerika und bejubelten insbesondere die heimischen Starter aus Kolumbien, die gegen die Top-Orientierer der Welt zwar verständlicherweise auf verlorenem Posten standen, sich aber wacker schlugen und so die Herzen des Publikums eroberten. Aber auch die übrigen Weltklasse-OLer kamen in den Genuss frenetischen Jubels, sowie zahlreicher Autogramm- und Fotowünsche der Sportfans und hatten so die Möglichkeit ins World-Games-Flair einzutauchen.


Mehr:
Event-Seite der World Games auf der IOF-Homepage
Homepage der World Games 2013 Cali

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.08.2013

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