Orientierungslauf in Deutschland


Überzeugende Langdistanz von Sören Lösch

Auf dem 31. Platz beendete Sören Lösch (USV Jena) nach einem kräfteraubenden Rennen das Finale über die Langdistanz. Der amtierende Deutsche Meister bewies am Dienstagnachmittag in den finnischen Wäldern südöstlich von Vuokatti eindrucksvoll sein Können. Der König der Mitteldistanz Thierry Gueorgiou (Frankreich) gewann das Rennen über knapp 20 km. Im Damenrennen konnte sich Simone Niggli (Schweiz) eine weitere Goldmedaille für ihre Sammlung abholen.

Sören Lösch geschafft beim Zieleinlauf.
Sören Lösch geschafft beim Zieleinlauf.  Foto: Meike Hartmann

Es muss schon ein wenig in der deutschen OL-Historie gesucht werden, um in der nahen Vergangenheit über die Langdistanz eine Platzierung im Bereich der Top 30 oder besser nachzulesen. Zuletzt gelang dies den zurückgetretenen Nationalläufern Ingo Horst, Leif Bader und Christian Teich. Mit einem fulminanten Rennen sendete der Jenaer Orientierungsläufer Sören Lösch nun ein eindeutiges Lebenszeichen aus Deutschland. Im knapp 20 Kilometer langen Rennen galt es die perfekte Balance zwischen hohem Tempo, der optimalen Routenwahl auf den längeren Schlägen und der Feinorientierung im teilweise recht grünen Postenbereich zu finden. Diese Ausgeglichenheit vermochte der Nationalläufer an diesem Tag abzurufen. Hinzu kam der Umstand, dass Lösch aufgrund der guten Ausgangsposition im Finale die Möglichkeit hatte, auf einigen Abschnitten vom hinter ihm gestarteten Läufer Kiril Nikolov (Bulgarien) zu profitieren. Diese Kombination bescherten den im Ziel sichtlich erschöpften Physiker Rang 31 im Gesamtklassement.

Das Maß aller Dinge war an diesem Tag Thierry Gueorgiou. Nach dem Gewinn des Titels kündigte der Franzose auch seinen Rückzug über diese Distanz bei Weltmeisterschaften an.

Die Medaillengewinner über die Langdistanz.
Die Medaillengewinner über die Langdistanz.  Foto: Fred Härtelt

Einen zusätzlichen medialen Druck stand gehalten haben an diesem Tag Jani Lakanen (Finnland) und Edgars Bertuks (Lettland). Der Finne lief vor unzähligen finnischen Zuschauern im Zielareal und vor dem Fernseher auf den Silberrang. Bertuks erreichte den Bronzerang. Dies geschah mit dem Wissen, dass aufgrund seiner Medaillenchancen die Übertragungsrechte im lettischen Fernsehen erworben wurden.

Wie ein Schweizer Uhrwerk spulte zuvor Simone Niggli die 13,9 km lange Damenbahn im schnellen finnischen Gelände ab. Auf der ersten langen Verbindung zwischen Posten 6 und 7 konnte sie sich im direkten Vergleich erstmals von ihren engsten Konkurrenten Lena Eliasson, Tove Alexandersson (beide Schweden) und Minna Kauppi (Finnland) absetzen. Schon bei der nächsten Routenwahl gelang es Eliasson mit einer sehr weiten Variante wieder aufzuschließen. Nach dem Passieren des Sichtpostens und des Zielareals starteten die Damen ähnlich wie die Herren auf ihre zweite Runde. In den danach vermehrt anzulaufenden grünen Postenstandorten kam wohl kaum einer der Läufer komplett ohne Fehler durch. Niggli gelang es trotz eines Zeitverlustes am 19. Posten ihren Vorsprung weiter ausbauen. Im Ziel betrug dieser knapp 3 Minuten auf die schwedischen Nationalläuferinnen Tove Alexandersson und Lena Eliasson.

Simone Niggli läuft zu Titel Nummer 22.
Simone Niggli läuft zu Titel Nummer 22.  Foto: Fred Härtelt

Am Donnerstag folgt ab 8:00 Uhr (MEZ) die Qualifikation über die Mitteldistanz.

Ergebnisse


Herren

1. Thierry Gueorgiou	Frankreich	1:41:39
2. Jani Lakanen Finnland 1:42:57
3. Edgars Bertuks Lettland 1:43:29
31. Sören Lösch Deutschland 1:55:40


Damen

1. Simone Niggli		Schweiz		1:20:02 
2. Tove Alexandersson Schweden 1:23:01
3. Lena Eliasson Schweden 1:23:08


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 09.07.2013

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