Orientierungslauf in Deutschland


Finnland bejubelt ersten Titel

Als Mårten Boström die letzten Meter im Sotkamo Baseball Stadion absolvierte, glich die Arena einem Tollhaus. Ausgerechnet über die Sprintdistanz bejubelten die Gastgeber ihren ersten Titel. Kurz zuvor holte Simone Niggli im Damenrennen Weltmeistertitel Nummer 21. Alexander Lubina (DJK Adler Bottrop) lief als einziger deutscher Finalist auf den 42. Rang.

Mårten Boström ist Weltmeister.
Mårten Boström ist Weltmeister.  Foto: Fred Härtelt

Mit einem Titel über die Sprintdistanz für Finnland hätte im Vorfeld wohl kaum einer gerechnet. Selbst Mårten Boström konnte zur anschließenden Pressekonferenz nur breit grinsend einen sehr guten Lauf bestätigen. Einige Minuten zuvor lief der Finne im Stadion unter tosendem Beifall eine Ehrenrunde. In einem technisch stark fordernden Rennen war Boström nun in der Heimat endlich am Ziel angekommen, nachdem er in der Vergangenheit immer wieder herbe Niederlagen einstecken musste. Auf den weiteren Plätzen folgen Scott Fraser (Großbritannien) und Jonas Leandersson (Schweden).

Alexander Lubina konnte in die Entscheidung um die vorderen Plätze nicht eingreifen. Zwar lief er ein gutes Rennen ohne große Fehler. Schon beim Start war aber ein Geschwindigkeitsunterschied zu den weltbesten Sprintern zu sehen. Zwischenzeitlich hatte der Bottroper Orientierungsläufer den vor ihm gestarteten Franzosen aufgelaufen, verlor den Kontakt aber wieder bei den Mikroroutenwahlen im Gewirr der aufgestellten Zäune.


Alexander Lubina auf den letzten Metern.
Alexander Lubina auf den letzten Metern.  Foto: Fred Härtelt

Im Damenrennen zuvor bewies die nun 21-fache Weltmeisterin Simon Niggli, dass sie läuferisch in einer anderen Liga unterwegs ist, auch wenn es gegen Ende des Rennens noch einmal eng für die schweizer Ausnahmekönnerin wurde. Nach schnellem Start hatte die Eidgenossin zur Hälfte ihrer Bahn knapp eine halbe Minute Vorsprung auf Annika Billstam (Schweden). Kurz vor dem Ziel war dieser Vorsprung aber stark geschmolzen, so dass Niggli im Ziel nur noch 8 Sekunden von Billstam trennten. Etwas überraschend ging der dritte Platz an Venla Niemi (Finnland). Die zahlreichen finnischen Zuschauer brachten das Baseballstadion zur Flowers-Zeremonie der Damen das erste Mal zum vibrieren.

Im Finallauf mussten sich sowohl die Damen als auch die Herren mit zahlreichen Zäunen auseinandersetzen, die vielerorts im sonst eher einfachen Stadtgebiet von Sotkamo aufgestellt wurden waren. Dadurch mussten die Läufer oft das Tempo stark drosseln. Eine Vorausplanung der Mikroroutenwahlen war nur schwer möglich. Gleichfalls wurden alle Teilnehmer vor eine lange Routenwahlentscheidung gestellt. Diese konnte entweder relativ flach durch das Stadtgebiet oder über einen bewaldeten Berg getroffen werden. In Abhängigkeit der eigenen Stärken lösten die Finalisten diese Aufgabe sehr unterschiedlich.

Die Medaillengewinnerinnen über die Sprintdistanz.
Die Medaillengewinnerinnen über die Sprintdistanz.  Foto: Fred Härtelt

Im Vorfeld der Finalläufe über die Sprintdistanz wurden die Weltmeisterschaften in der Baseball Arena offiziell eröffnet. Zu sehen und zu hören gab es ein typisch finnisches Rahmenprogramm mit Tanzeinlagen und musikalischen Darbietungen. Ab nun heißt es auch offiziell für alle Läufer „Find your flow in Finland“.

Am Dienstag folgt ab 10.55 Uhr (MEZ) das Finale der Langdistanz.




Ergebnisse


Herren

1. Mårten Boström		Finnland		14:19.6 min
2. Scott Fraser Großbritannien 14:36.7 min
3. Jonas Leandersson Schweden 14:37.8 min
42. Alexander Lubina Deutschland 16:43.5 min


Damen

1. Simone Niggli		Schweiz			14:10.6 min
2. Annika Billstam Schweden 14:18.7 min
3. Venla Niemi Finnland 14:48.5 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 08.07.2013

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