Orientierungslauf in Deutschland


„Back to the roots“- der Orientierungslauf wird in China neu erfunden

Eigentlich war das Orientieren mal populär in China: Vor 2000 Jahren wurde dort der Kompaß erfunden, inzwischen Haupthilfsmittel für eine kleine Sportart in Europa. Aber anscheinend geriet im Laufe der Jahre in Vergessenheit, was man damit für einen schönen Sport machen kann. Und dabei bliebe es heute noch- wenn nicht die Park-World-Tour China entdeckt hätte.

Botschafter des Orientierungslaufs
Park World Tour- das ist mehr als nur das Organisieren von Top- Events für Weltklasseorientierer. Von Anfang an stand die Idee im Vordergrund, den Orientierungslauf in der Welt bekannt zu machen. Der ganz große Erfolg stellt sich jetzt wohl ein, weit weg von hier, nämlich in China.
Alles begann 1998, als sich die Organisatoren der Park World Tour zusammen mit Sportlern aus 18 Ländern aufmachten, die ersten Orientierungsläufe in diesem riesigen Land durchzuführen. Björn Risch und Karin Schmalfeld waren dabei, als vor rund 1500 Studenten der Eliteuniversität in Beijing und einem halben Duzend Kamerateams der erste Orientierungslauf stattfand. „Der Eifer der Chinesen an der neuen Sportart war überwältigend“, erinnert sich Björn heute noch, der genau wie die anderen Europäer den Chinesen die neue Sportart erklärte, die sie da gerade ausprobierten.

Eine Erfolgsgeschichte bahnt sich an
Schnell wurde das Ausbildungsministerium auf die Sportart aufmerksam, die mit dem einmaligen Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Herausforderung, von Spaß und Wettkampf, von jedem und fast überall ausgeführt werden kann. Eine spezielle Organisation wurde von Jörgen Mårtensson und Gåvert Wååg zusammen mit Donna Li gegründet, PWT China, die heute 20 Personen beschäftigt. Über 100 Orientierungslaufkarten wurden gezeichnet. Weitere PWT- Läufe wurden in den nächsten Jahren durchgeführt, wobei eine Rekord-Zuschauerzahl von 20.000 in Shanghai erreicht wurde! TV-Übertragungen brachten Orientierungslauf in die Wohnzimmer von hunderten Millionen Chinesen- mehr Leute scheinen bereits jetzt in China Orientierungslauf im Fernsehen gesehen zu haben als im Rest der Welt zusammen.
Eine weitere wichtige Station in der jungen OL- Geschichte Chinas war die erste Teilnahme eines Chinesen bei den Weltmeisterschaften in Finnland 2001 und die Gründung der „Student Orienteering Association of China“ (SOCN) im Januar 2002. Sie repräsentiert 240 Millionen
Studenten!

Große Pläne
Und die SOCN hat große Pläne: Nachdem dieses Jahr bereits die ersten Hochschulmeisterschaften ausgerichtet wurden, will man bereits im nächsten Jahr mehr aktive Orientierungsläufer als in der restlichen Welt zusammen haben. Für die Schul-Olympiade ist OL 2004 als 23. Sportart aufgenommen und erste „Schlussstation“ soll 2008 sein: OL soll olympisch werden.
Unterstützung erhalten die Chinesen von den Schweden. Unlängst wurde ein Vertrag zur Zusammenarbeit unterschrieben, der erste Früchte trägt: Ein Schulbuch über Orientierungslauf wurde in Rekordauflage gedruckt und spezielle Orientierungslaufkompasse für China werden von Silva hergestellt. Nachdem der dort vor 2000 Jahren erfunden wurde.

Bisher war die PWT noch nicht in Deutschland- kein Ausrichter hat sich bisher gefunden. So nah wie noch nie kommt die Tour allerdings im Oktober (24.): In Mulhouse, direkt auf der anderen Seite des Rheines, wird der 5. Lauf zur Tour 2002 durchgeführt. Vielleicht lassen sich ja auch die Deutschen anstecken!


Mehr:
PWT China
PWT- Homepage

Autor: Ingo Horst
Eingestellt am 09.08.2002

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