Orientierungslauf in Deutschland


Erster Posten Gipfelkreuz

„Beim Fußball ist es so, dass 22 Leute Sport treiben und 60000 schauen zu - bei unseren Turnfesten ist es umgekehrt.“ So beschrieb Rainer Brechtken, Präsident des DTB, das Deutsche Turnfest in der FAZ. Er hätte damit auch die Situation beim Orientierungssport meinen können, der auch vom Mitmachen lebt und nicht vom Zuschauen. Entsprechend geeignet war der Orientierungslauf auch für diese Auflage des Turnfestes.

Turnfest 2013
Turnfest 2013  Foto: Ingo Horst

Der Orientierungslauf stand beim Turnfest nicht am Rand des Geschehens, sondern war ein zentraler Teil des Mitmachkonzepts. Die Teilnehmerzahlen ließen sich mit denen von Trampolin, Rhönradturnen und Leichtathletik vergleichen. Nur das klassische Geräteturnen wies größere Meldezahlen auf.

Orientierungslauf ist die Sportart, bei der wie bei keinem anderen Wettkampf die Region hautnah erlebt werden kann, bemerkte die lokale Rhein-Neckar-Zeitung treffend.

In diesem Jahr wurden alle Wettkampfstätten nach einem vorher festgelegten Anforderungskonzept ausgesucht. So wurden Trimm-OL und Mannschafts-OL direkt in Mannheim durchgeführt, damit dieser in möglichst kurzen Wegen erreichbar und auch für Wanderer interessant war. Der Einzel-OL hatte als Hauptanforderung, ein „echter“ OL für Anfänger und Fortgeschrittene zu sein. Deshalb wurde dieser nach Heppenheim vergeben, wo im Kurmainzer Amtshof mit grandioser Unterstützung der Stadt echte Wettkampfatmosphäre gezaubert werden konnte.

Am Zieleinlauf
Am Zieleinlauf  Foto: Ingo Horst

Die Orientierungs-Rallye schließlich wurde am Hambacher Schloss durchgeführt, wo der Pfälzer Wald Abenteuer versprach und lieferte.

Angetan war das Organisationsteam um Ingo Horst vor allem von der offenen und begeisterungsfähigen Grundeinstellung der Turnfest-Teilnehmer, die man bei den „echten“ Orientierungsläufern manchmal vermisst. „Geil! Erster Posten Gipfelkreuz“ war zum Beispiel ein Kommentar zu den teilweise steilen Strecken in Neustadt an der Weinstraße, wo zum ersten Posten 125 Höhenmeter zu überwinden waren. „Mir wurde am Start eine Bahn mit nur 4 km gegeben, obwohl ich 10 km haben wollte - soll ich weiterlaufen oder darf ich noch mal zum Start, um mir die 10km zu holen?“ kam eine Anfrage per Handy von Posten drei.

Weitere Anekdoten belegen den Enthusiasmus mit den die Läufer beim Orientierungslauf dabei waren. So erschienen Läufer mehrfach am Start einfach, um noch eine weitere Strecke ausprobieren zu können. Auch Teilnehmer, die jubelnd ihren Orientierungslauf beendeten, waren keine Seltenheit.

„Wir sehen uns dann in 4 Jahren beim Turnfest in Berlin wieder“ war fast erwartungsgemäß eine oft gehörte Verabschiedung aus dem Wettkampfzentrum.

Und dann ist doch noch eine Besonderheit beim Turnfest, die noch irgendwie geknackt werden müsste: Wie bekommt man die Teilnehmer dazu, auch mal bei einem echten Orientierungslauf zu starten? „Leben in Bewegung“ - das Motto vom Deutschen Turnfest 2013 passt nämlich eigentlich zu jedem Orientierungslauf.


Mehr:
Homepage Turnfest
Ergebnisse auf OL-in-Baden.de

Autor: Ingo Horst
Eingestellt am 24.05.2013

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