Orientierungslauf in Deutschland


24h Emotionen

Es gibt wohl Geschichten, die kann nur der Sport schreiben. Vor wenigen Monaten noch stand der 24h-OL in diesem Jahr vor dem Aus, nachdem die Genehmigung für die bisher kartierten Bereiche nicht erteilt wurde. So musste kurzfristig umdisponiert und neu geplant werden. Herausgekommen ist eine gewohnt herausfordernde Veranstaltung mit Gewinnern auf allen Seiten.

Emotionen nach dem erfolgreichen Lauf über 24 Stunden.
Emotionen nach dem erfolgreichen Lauf über 24 Stunden.  Foto: Mirko Schütze

In nur 3 Monaten hat das Organisationsteam vom USV Jena in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Bevölkerung von Martinroda sowie Dienstleistern aus dem Umkreis den diesjährigen 24h-OL aus dem Nichts organisiert. So galt der größte Dank von Gesamtleiter Mirko Hoppe auf der abschließenden Siegerehrung am Sonntagmorgen zunächst allen Beteiligten der Gemeinde im Ilm-Kreis, welche das Organisationsteam und die Orientierungsläufer mit offenen Armen empfangen haben und die bei der Durchführung der längsten Staffelveranstaltung im Orientierungslauf in Deutschland maßgeblich mit beteiligt waren.

Die Läufer mit ihren Teams hatten zu diesem Zeitpunkt schon maximal 24 Stunden Orientierungslauf auf kräfteraubenden und technisch fordernden Bahnen in den Beinen. So richtig warm geworden sind die ersten Tanzwütigen aus allen Altersbereichen aber schon am Freitagabend. Ab 19 Uhr brachte die Band AntiToXin die Luft im Festzelt mit einem Mix unterschiedlichster Musikstücke regelrecht zum Kochen.

Gebannte Gesichter zur Märchenstunde mit Hansi von Märchenborn.
Gebannte Gesichter zur Märchenstunde mit Hansi von Märchenborn.  Foto: Daniel Härtelt

Am Samstagfrüh schob sich Punkt 9 dann das Feld von 150 Startläufern in die Waldgebiete bei Martinroda. Schnell war allen gestarteten Läufern klar, dass die nächsten 12 oder 24 Stunden physisch sehr anspruchsvoll werden würden. Wie bei den Hochschulmeisterschaften wenige Tage zuvor im angrenzenden Wald forderte der oft vorhandene Bodenbewuchs in Zusammenspiel mit den Höhenmetern eine gute konditionelle Basis. Bahnleger Karsten Lehmann nutzte zusätzlich sämtliche Möglichkeiten die Postenstandorte so zu platzieren, dass die Postenschirme erst beim genauen Anlaufen im unmittelbaren Umkreis des Objektes sichtbar waren. Auf den Startbahnen trennte darüber hinaus ein Schmetterling das Feld. Nach etwas mehr als 30 Minuten absolvierten die ersten Staffeln Wechsel Nummer 1.

In der Folge galt es für jede Staffel anhand der eigenen taktischen Marschroute die Bahnen nacheinander abzulaufen. Unterschiedlich starke Regenschauer erschwerten für den ein oder anderen Läufer zwischenzeitlich die Bedingungen. Der mit 19.30 – 20 Uhr ungewohnt frühe Wechsel auf die Dämmerungsbahnen wirkte sich für einige Staffeln negativ aus, da kürzere zurückgelegte Tagbahnen damit nicht mehr absolviert werden konnten.

Siegerstaffel von Academic
Siegerstaffel von Academic  Foto: Daniel Härtelt

Punkt 21 Uhr war das Rennen für die 12h-Staffeln beendet. Für die 24er Teams begann nun erst die wirklich heikle Phase. Aufgrund der anspruchsvollen Postenstandorte in Verbindung mit den teilweise sehr heftigen Regenschauern war es in der Nacht sehr leicht möglich, viel Zeit liegenzulassen. Auch ein Lampendefekt warf die ein oder andere Staffel zurück. Im Laufe der Nacht entwickelte sich ein deutsch-bulgarisches Duell an der Spitze. Die Teams der Glücksritter und von Academic gingen fast im Gleichschritt auf die Finalbahnen, auch wenn diese nicht komplett beendet wurden. Mit nur wenigen Minuten Vorsprung holte in diesem Jahr das bulgarische Team von Academic mit Nataliya Dimitrova, Desislava Staleva, Stanimir Belomazjev, Grigor Karaivanov, Petar Doganov, Milko Sakarov den Gesamtsieg.

Unabhängig der Sieger und Platzierten und der Gewinner der Sonderkategorien hat auch bei dieser Auflage jeder gewonnen, der diesen Wettkampf auf seinem Level erfolgreich absolviert hat.


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 13.05.2013

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