Orientierungslauf in Deutschland


Orientierungslauf am Fuß des Ätna

In der Nähe von Vulkanen fühlen sich viele Menschen leicht unbehaglich, sind sie doch den Naturgewalten im Falle eines Ausbruchs so gut wie schutzlos ausgeliefert. Und kann man einen Orientierungslaufwettkampf in der Nähe eines Vulkanes durchführen? Man kann! Etwa 200 Läuferinnen und Läufer aus mehr als acht Nationen, darunter drei aus Deutschland, nahmen den Ruf des Teams um Gabriele Viale „Follow the Sun“ ernst und reisten im Oktober nach Sizilien, um in der Nähe des Ätnas an einem 5-Tage-Wettkampf teilzunehmen. Die Austragungsorte wie Petralia Soprana im Park von Madonie (1200 m hoch gelegen), Linguaglossa oder Castelmola oberhalb von Taormina dürften allerdings dem eher nach Norden orientierten OLer weniger bekannt sein.

Orientierungslauf in ungewohntem Gelände
Orientierungslauf in ungewohntem Gelände  Foto: Bernd Wollenberg

Schon beim Überflug nach Malta grüßte der über 3300 m hohe „Gründer Siziliens“ mit einer schneebedeckten Kuppe und leichter weißer Rauchfahne und war dann auch immer bei den einzelnen Läufen der alles überblickende König der Sizilianer.
Drei Sprintetappen fanden in alten Kleinstädten mit teilweise äußerst unübersichtlichen Gässchen, Treppen, Unterführungen, Miniparks und immer wieder Ausblicken auf die einzigartige Landschaft Ostsiziliens satt. Höhepunkte waren aber zwei Mittelstreckenetappen bis direkt in das steile Lavastromgebiet des letzten großen Ausbruchs des Ätna zwischen 1600 bis 1900 m Höhe über dem Mittelmeer. Alle Starter über die hochinteressanten O-technischen Aufgaben sehr angetan. Teils lief man sogar im Wald, offenem Pinienwald, der von früheren Lavagräben durchzogen war, die inzwischen natürlich längst mit harten Gras und teilweise Büschen bewachsen sind. Das Relief forderte dank geschickter Bahnlegung des Österreichers Wolfgang Pötsch immer wieder zu höchster Konzentration – eine kleine Unaufmerksamkeit und etliche Minuten waren vonnöten, um sich wieder einzulesen. Und wenn dann gar, wie dem Autor geschehen, beim „Erklimmen“ einer 20 m „Lavawand“ ein vom „Vorkletterer“ gelöster Lavabrocken dicht am Ohr vorbei fliegt, ist die erforderliche Konzentration für die Feinorientierung erst mal etwas eingeschränkt.

Da auch „normale“ Touristik auf dem Programm stand, konnten neben einer Prozession mit anschließendem Feuerwerk und dem Auftritt einer Blaskapelle auch die Geschichte von Sizilien erkundet werden – und natürlich gehörte auch ein ausgiebiges Baden im 24 Grad warmen Mittelmeer genauso dazu wie ein italienischer Musikabend im Hotel.

Ergebnisse aus deutscher Sicht:
Sebastian Fleiß (Berliner TSC): 2. H18
Jörg Ulver (TV Horn): 2. H 40
Bernd Wollenberg (Berliner SC Siemensstadt): 5.H 60


Autor: Bernd Wollenberg
Eingestellt am 29.10.2012

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