Orientierungslauf in Deutschland


Tröße und Lösch holen Meistertitel

Zwei Thüringer Orientierungsläufer dominierten zur Deutschen Meisterschaft über die Langdistanz die Eliteklassen. Die Ilmenauerin Christiane Tröße gewann mit klarem Vorsprung die Damen-Elite. Sören Lösch holte am Samstag den Sieg in der Herrenhauptklasse. Beim Deutschland-Cup am Sonntag konnte der Post SV Dresden den Titel verteidigen.

Christiane Tröße im Interview
Christiane Tröße im Interview  Foto: Daniel Härtelt

Fast 10 Minuten hatte Christiane Tröße im Ziel auf die zweitplatzierte Gunda Fischer (OLV Weimar) herausgelaufen. Ohne große Fehler lief die Ilmenauer Orientierungsläuferin ihre Bahn im meistens sehr offenen Nadelwald ab. Trotz des klaren Ergebnisses und der guten technischen und läuferischen Leistung war selbst die WM-Finalistin von 2012 ein wenig unsicher in der Einschätzung des Resultates. Mehrere bekannte Namen fehlten am Wochenende in der Damen-Elite. Die Nationalläuferin sieht den Sieg aber als zusätzlichen Antrieb, weiter an den läuferischen Fähigkeiten zu arbeiten und die eigene 5000m Zeit zu verbessern. Auf den dritten Rang der Damenhauptklasse lief Janeta Turka (TUS Karlsruhe-Rüppurr).

In der Herren-Elite standen die Vorzeichen ganz anders. Christian Teich (SSV Planeta Radebeul) war im Süden Brandenburgs angetreten, den vierten Titel in Folge zu holen. Einen Strich durch Rechnung machte ihn aber Sören Lösch (USV Jena), der mehr als 2 Minuten auf den Seriensieger herauslief. Bis zum 20. Posten führte der Radebeuler die Konkurrenz an. Ab dann übernahm der Jenaer Orientierungsläufer die Führung und baute diese immer weiter aus. Zugute kam ihm dabei der Umstand, dass der Nationalläufer ab dem 22. von 28 Posten das Rennen in Schlagdistanz zum aufgelaufenen Seesener Bjarne Friedrichs bestritt. Im sehr hügeligen Gelände war dies nach eigener Aussage eine Motivationshilfe bis zum Ende voll am Limit zu laufen. Nach mehreren hauchdünn verpassten Finalqualifikationen zu Weltmeisterschaften hatte der Chemnitzer Student diesmal das entscheidende Quäntchen Glück und konnte seinen ersten Meistertitel der Eliteklasse feiern. Bjarne Friedrichs lief hinter Christian Teich auf Rang drei.

Sören Lösch gewann die Herren-Elite.
Sören Lösch gewann die Herren-Elite.  Foto: Daniel Härtelt

Gerade auf den langen Bahnen taten die vielen kleinen giftigen Anstiege zum Ende eines Rennens richtig weh. Auch die Interpretation des mitunter sehr diffizilen Höhenbildes im Waldgebiet rund um die Waldbühne in Gehren wurde bei fortlaufender Renndauer immer schwerer.

Am Sonntag starteten mehr als 50 Staffeln im selben Laufgelände zum Deutschland-Cup. Nach einem furiosen ersten Lauf von Christoph Brandt führte die Mannschaft vom SSV Planeta Radebeul. Mit knapp 3 Minuten Rückstand auf den Führenden kam die Staffel vom Post SV Dresden nach dem OSC Kassel und dem SV TU Ilmenau zum Wechsel. Nicht ganz unerwartet konnte der IHW Alex Berlin mit Ed Nash auch im Dunstkreis der Führungsgruppe auf den zweiten Läufer abschlagen. Fortan entwickelte sich ein enges Rennen zwischen der Mannschaft vom Post SV Dresden und dem IHW Alex. Matthias Kretzschmar (Post SV Dresden) ging als Führender auf die letzte Strecke. Er konnte die fünfte sehr gute Dresdner Staffelleistung an diesem Tag zeigen. Eine Minute dahinter erlief Nils Schmiedberg Platz zwei für die Berliner. Nach einem verhältnismäßig schlechten Start konnte sich der USV Jena mit Schlussläufer Sören Lösch noch bis auf den dritten Rang vorschieben. Zum Zielspurt kam es zwischen Robert Krüger (SSV Planeta Radebeul) und Bjarne Friedrichs (SV TU Ilmenau). Mit einer Sekunde Vorsprung ging der vierte Platz nach Radebeul, gefolgt von Ilmenau und Bad Harzburg.

Matthias Kretzschmar lief ganz entspannt auf den letzten Metern.
Matthias Kretzschmar lief ganz entspannt auf den letzten Metern.  Foto: Daniel Härtelt

Neben den sehr intensiven Wettkämpfen hatte der USV TU Dresden eine auch sonst bis ins letzte Detail durchdachte Veranstaltung auf die Beine gestellt. Mit viel Witz lockerte der Dresdner Nachwuchs die Siegerehrung auf. Passend dazu führten auch die weiteren Redner durch die Abendveranstaltung. Bei den Übernachtungsstätten und dem Umfeld kam ein wenig Ostalgie auf. Mit diesem Gesamtpaket und vor allem durch die überaus freundliche Art wie die Orientierungsläufer in der Region aufgenommen wurden, war es ein würdiger Abschluss der Wettkampfsaison 2012.

Ergebnisse


Deutsche Meisterschaften Langdistanz

Damen-Elite

1. Christiane Tröße	SV TU Ilmenau		1:17:52 
2. Gunda Fischer OLV Weimar 1:27:14
3. Janeta Turka TUS Karlsruhe-Rüppurr 1:30:35


Herren-Elite

1. Sören Lösch		USV Jena		1:29:45 
2. Christian Teich SSV Planeta Radebeul 1:32:18
3. Bjarne Friedrichs MTV Seesen 1:35:05


Deutschland-Cup

1. Post SV Dresden (F. Burghardt, J. Leibiger, D. Müller, A. Lückmann, M. Kretzschmar) 	2:31:49
2. IHW Alex Berlin (E. Nash, M. Ahlburg, D. Zschäckel,R. Zschäckel, N. Schmiedeberg) 2:32:57
3. USV Jena (C. Dienemann, F. Arnold, L.Winkler, St. Lösch, S. Lösch) 2:36:30
4. SSV Planeta Radebeul (C. Brandt, G. Zimmermann, I. Grahl, C. Teich, R. Krüger) 2:37:49
5. SV TU Ilmenau (S. Bergmann, Y. Laske, M. Laske, C. Tröße, B. Friedrichs) 2:37:50
6. MTK Bad Harzburg (J. Stamer, E. Bruns, R. Rathmann, H. Bruns. C. Hofmeister) 2:46:29


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 07.10.2012

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