Orientierungslauf in Deutschland


OL-Abenteuer im Felssturzgebiet: Alpen-Adria-Cup in Arnoldstein

Ein gelungenes internationales OL-Wochenende erlebten rund 600 Orientierer aus 15 Nationen beim diesjährigen Alpen-Adria-Cup in Arnoldstein (Kärnten) am Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien. Der ausrichtende HSV Villach präsentierte im Gelände des Junioren-Europacups (JEC) 2011 bei bestem Spätsommerwetter drei anspruchsvolle Wettkämpfe, in deren Rahmen auch die Österreichischen Staatsmeisterschaften (ÖSTM) über die Langdistanz und die Staffel ausgetragen wurden. Wie in den vergangenen Jahren nahm auch eine Länderkampfmannschaft aus Bayern mit rund 25 Aktiven an den Wettbewerben teil.

Logo Alpen-Adria-Cup 2012
Logo Alpen-Adria-Cup 2012  Foto: HSV Villach

Den Auftakt machte die Alpen-Adria-Mitteldistanz am Freitag. In den Hochwaldbereichen im hügeligen, mit Felsen durchsetzten Nordwestteil der Karte war präzises Orientieren gefragt, doch auch durch falsche Routenwahlen konnte man wertvolle Sekunden oder gar Minuten verlieren.

In den Elitekategorien zählte der Lauf auch zur IOF Weltrangliste. Bei den Herren setzte Gernot Kerschbaumer (HSV Pinkafeld) eine klare Bestzeit, bester Deutscher wurde Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul) auf dem sechsten Rang. Bei den Damen siegte Julia Bauer (SKV OLG Deutsch Kaltenbrunn), Britta Meißner (OL-Team Bayern) wurde als beste deutsche Läuferin Fünfte.

Kartenausschnitt der H 21 E über die Langdistanz
Kartenausschnitt der H 21 E über die Langdistanz  Foto: HSV Villach

Eine wahre Königsetappe erwartete die Teilnehmer bei der ÖSTM Langdistanz am Samstag, die ebenfalls zum IOF World Ranking und zum Alpen-Adria-Cup zählte. Im größten Felssturzgebiet der Ostalpen war die Belaufbarkeit deutlich eingeschränkt, die zahlreichen Geröllfelder und das feine Höhenrelief stellten höchste Anforderungen an das Orientierungsvermögen. Im Gelände sowohl nördlich als auch südlich der Autobahn rund um die Rastanlage "Dreiländereck" wartete zudem in fast allen Kategorien mindestens eine lange Postenverbindung mit kniffliger Routenwahl auf die Läufer.

In der Herrenelite waren die meisten Starter weit mehr als zwei Stunden unterwegs. Deutlich schneller war der erneut überlegene Tagessieger Gernot Kerschbaumer, der nach etwas mehr als eineinhalb Stunden im Ziel am Waldparkstadion von Arnoldstein einlief. Einen starken Lauf zeigte zudem Teodor Yordanov (OL-Team Bayern) als Tages-Zehnter. Bei den Damen ging der Sieg an Anja Arbter (Naturfreunde Wien), beste Deutsche wurde erneut Britta Meißner (OL-Team Bayern) als Siebte.

Die Länderkampfmannschaft aus Bayern
Die Länderkampfmannschaft aus Bayern  Foto: OL-Team Bayern

Erneut einen Kontrast zu den beiden Vortages-Wettkämpfen setzte die abschließende Staffel im weitgehend flachen Nordostteil des Geländes. Ständig wechselnder Bewuchs und feines Höhenrelief mit flachen Hügeln bildeten die Basis für anspruchsvolle Staffelbahnen, bei denen ständige Kompassarbeit und Feinorientierung gefragt waren.

In den Eliteklassen, die beide von den Teams des ASKÖ Henndorf gewonnen wurden, sorgten Einzel-Laufzeiten von meist 35 bis 40 Minuten für viel Gegnerkontakt und damit intensives Staffelfeeling. In der Herrenklasse lief die bayerische Staffel in der Besetzung Sebastian Lange, Ralph Körner und Teodor Yordanov auf den fünften Gesamtplatz und holte damit in der Alpen-Adria-Wertung Silber, während bei den Damen das bayerische Trio in der Besetzung Helena Bastian, Julia Penzkofer und Britta Meißner überraschend den sechsten Gesamtrang und damit in der Alpen-Adria-Wertung Platz vier belegte.

In der Gesamtwertung des Alpen-Adria-Cups siegte dank der starken Eliteläufer des HSV Pinkafeld erstmals die Auswahl aus dem Burgenland, gefolgt von dem überraschend starken Team aus Slowenien und dem Rekordsieger Steiermark. Die bayerische Auswahl belegte am Ende den vierten Gesamtplatz unter den elf teilnehmenden Regionen, noch vor dem fünftplatzierten Vorjahressieger Veneto.

Im kommenden Jahr wird die nunmehr 23. Auflage des internationalen Regionenvergleichs im ungarischen Pécs ausgetragen. Für das Jahr 2014 hat die Ländervertretersitzung der Alpe Adria Orienteering Group, die diesmal in der beeindruckenden Klosterruine von Arnoldstein tagte, die Veranstaltung an die Region Veneto vergeben, die die Alpen-Adria-Wettbewerbe in einem anpruchsvollen, für die wenige Wochen später in Italien stattfindenden OL-Weltmeisterschaften relevanten Gelände austragen wird.


Mehr:
Homepage Alpen-Adria-Cup 2012 in Arnoldstein
Homepage Alpe Adria Orienteering Group
Regionenwertung Alpen-Adria-Cup 2012

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 26.09.2012

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