Orientierungslauf in Deutschland


Polizei sichert OL-Posten…

…allerdings nicht so, wie sich der geneigte OL-Leser das nun denkt – ganz im Gegenteil! Sie „nahm den Posten in Gewahrsam“, quasi „verhaftete“ sie diesen! Da komme mal wer auf diese Idee, wenn der ahnungslose OLer auf Postenjagd einen Posten nicht da antrifft, wo er ihn erwartet.

Der Nachtsprint führte auch durch enge Gassen.
Der Nachtsprint führte auch durch enge Gassen.  Foto: Fred Härtelt

Was war geschehen?
In der direkten Phase der Vorbereitung auf den Nachtsprint nimmt sich der Wiesbadener Hagen Westphal seine SI-Transportweste und eilt in die beginnende Dunkelheit, um alle Posten zu „bestücken“. Zur gleichen Zeit setzen sich die Postenbewacher der Skizunft zu ihren Posten in Bewegung – also alles wie immer. Somit starten die ersten Nachtschwärmer, um ihr (unser) Hobby zu frönen und die Posten anzulaufen, laut Plan um 20.00 Uhr.

Um 20.30 Uhr jedoch beginnt mit der Information, P 54 fehlt, der jeden Veranstalter Nerven raubende Stress! Als „blödsinnige“ Ausrede betrachtet wird die von im Postenraum spielenden Kindern getätigte Information, dass die Polizei diesen Posten mitgenommen hätte. Und mal ehrlich: Wer von uns würde das denn tatsächlich glauben? Egal, welchen Alters diese Kinder und Jugendlichen auch sind!

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt  Foto: Benno von Kutschenbach

Hagen und Veranstalter Benno von Kutschenbach erfahren von den dort spielenden Kindern und ihren Müttern, dass eine ältere Dame aus dem Fenster beobachtet hatte, wie ein verdächtig bekleideter Mann (SI-Transportweste voller Taschen!) sich unauffällig auffällig im Kellereingangsbereich zu schaffen machte und irgendeinen Gegenstand dort anbrachte und vermutlich schärfte, denn ein noch mehr verdächtiges Blinken leuchtete in kurzen Intervallen genau an dieser Stelle! Und da man ja in dieser Zeit überall viel Schlimmes hört und liest, bekommt sie es mit der Angst zu tun und alarmiert die Polizei, dass hier vermutlich eine Bombe angebracht worden sei.

Also Bombenalarm im Polizeirevier Biebrich! Vermutlich voller Todesverachtung wurde dieser seltsame Gegenstand angegangen – und zwar als keine Bombe definiert, aber, zum Teufel auch, als was denn dann?

20.45 Uhr: Anruf bei der Polizei – Aufatmen allerseits und: Der Posten kann dort abgeholt werden. Gegenüber den Müttern wird sich entschuldigt, weil ja die spielenden Kinder zu Unrecht verdächtigt worden waren und Benno fährt zum Polizeirevier.

Laufgelände Nachtsprint
Laufgelände Nachtsprint  Foto: Benno von Kutschenbach

OK, der Lauf war dort angemeldet. Die Polizei übergab den Posten – die Diskussion dabei ging dann über „hätte doch, und warum haben die nicht und wie kann man nur bis zu und was wäre, wenn es wirklich eine Bombe gewesen wäre und so weiter und so fort“…

Vielleicht ein Trost für die Veranstalter, dass der Posten wieder da war. Für uns alle vielleicht dass alles als Hinweis oder Frage, ob wir nicht zu unseren Anträgen auch ein Foto einer Posteneinrichtung einreichen sollten zusammen mit dem Bild eines Bahnlegers in „Dienstbekleidung“? Muss unsere Öffentlichkeitsarbeit eventuell bis hin zu Aushängen in Gebäuden gehen? Mein eigenes Fazit: Nun erst recht werde ich in urbanem Gebiet von Anfang an gleich an jeden Posten einen „Bewacher“ stellen –
der dann ja in ähnlichem Fall „Aufklärung“ leisten kann. Benno und seine Mannen aber erst recht Dank für ihre Arbeit und ihren schönen Nachtsprint am Rheinufer mit der herrlichen Kulisse und der Wunsch, dass sie uns noch öfters dort mit OL beglücken.

P.S. Vielleicht laden sie die dortige Polizei zu einem OL-Training ein?


Mehr:
Homepage Veranstalter DPT Sprint
Weiterer Bericht bei Parktour.de
Ergebnisse Wiesbadener Nacht-Sprint

Autor: Bernd Wollenberg
Eingestellt am 19.09.2012

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