Orientierungslauf in Deutschland


OpenOrienteering Mapper – Kartenzeichnen made in Germany

Computer-Kartenzeichenprogramme haben in den letzten beiden Jahrzehnten die OL-Kartenerstellung revolutioniert. Allen voran hat sich Schweizer Programm OCAD flächendeckend bewährt und etabliert. Die steigenden Lizenzpreise für die neueren Versionen machen jedoch das Programm vor allem für kleine und neue OL-Vereine bisweilen nicht mehr erschwinglich. Nun entsteht eine kostenlose Alternative "made in Germany": der "OpenOrienteering Mapper".

Logo-Schriftzug OpenOrienteering Mapper
Logo-Schriftzug OpenOrienteering Mapper  Foto: Thomas Schöps, OpenOrienteering

Thomas Schöps aus Landshut hat im Herbst 2011 das Projekt "Open Orienteering" gestartet, in dessen Rahmen von ihm selbst programmierte Open Source Software zum kostenlosen Download bereitgestellt wird. Bislang sind bereits mehrere hilfreiche kleine Tools erschienen, wie z.B. der "Cup Calculator", mit dem u.a. die JJLVK-Gesamtwertung in nur wenigen Sekunden automatisch berechnet werden kann, "Contour Trace", das lästiges Durchpausen der Höhenlinien einer Grundkarte im Kartenzeichenprogramm überflüssig macht oder ein OL-Ergebnis-Tippsystem mit Auswertungsfunktion mittels OE-CSV-Dateien.

Das bislang größte Projekt, der "OpenOrienteering Mapper", soll eine funktionale und kostenlose Alternative zu kommerziellen OL-Kartenzeichenprogrammen werden. Die ersten Codezeilen des Programms wurden von Thomas Schöps Ende 2011 geschrieben. Mittlerweile sind schon drei Alphaversionen veröffentlicht, mehr als zehn Personen haben bereits an dem Projekt mitgearbeitet und es ist bislang in fünf Sprachen verfügbar. Hauptprogrammierer in C++ sind Thomas Schöps (OLV Landshut) und Kai Pastor (OLF Mainz / DARC), weitere interessierte Programmierer sind jederzeit herzlich im Team willkommen. Insbesondere ist das Team noch auf der Suche nach einem Mac-Entwickler, um das Angebot auch für MacOS verfügbar zu machen.

Screenshot OpenOrienteering Mapper
Screenshot OpenOrienteering Mapper  Foto: Thomas Schöps, OpenOrienteering

Mitte Juli stellte Thomas Schöps das Programm bei der im Rahmen der OL-Weltmeisterschaften in Lausanne stattfindenden ICOM (International Conference on Orienteering Mapping) den Konferenzteilnehmern aus aller Welt und der IOF-Kartenkommission vor. Die hierbei gezeigte Präsentation ist unter den Links verfügbar.

Der größte Vorteil des OpenOrienteering Mappers ist sicher seine kostenlose Nutzung, doch das Programm bietet daneben eine Reihe weiterer Vorteile, wie beispielsweise die Lauffähigkeit auf Linux, eine Live-Vorschau beim Zeichnen oder eine in Teilen vereinfachte Bedienung. Der OpenOrienteering Mapper steht unter der Open Source - Lizenz GPLv3 (GNU General Public License). Obwohl die zuletzt veröffentlichte Programmversion noch den Titel "Alpha" trägt, bietet sie bereits alle grundlegenden Funktionen zum Zeichnen von OL-Karten. Mit dem Programm werden eigene ISOM- und ISSOM-Symbolsätze mitgeliefert, jedoch ist auch das Öffnen/Importieren von OCAD-Symbolsätzen implementiert. Import vom und Export ins gängige OL-Kartenformat *.ocd (OCAD-Version 8) ist ebenfalls bereits Bestandteil des Programms.

Screenshot OpenOrienteering Mapper
Screenshot OpenOrienteering Mapper  Foto: Thomas Schöps, OpenOrienteering

Dennoch fehlen in der Version Alpha 3 noch einige wichtige Funktionen, welche die Arbeit erleichtern können, z.B. das Ausrichten der Schraffur von Flächenobjekten oder das Nachfahren bestehender Objektgrenzen. Dies und weitere Ergänzungen sind mittlerweile programmiert und werden in der kommenden Version Alpha 4 eingearbeitet sein. Ebenso wird derzeit an weiteren Übersetzungen gearbeitet.

Interessierte Kartenaufnehmer sollten also prüfen, ob alle für sie wichtigen Funktionen bereits enthalten sind, und eventuell vor dem Einsatz des Programms noch eine Weile abwarten. Die aktuelle Version richtet sich daher in erster Linie an Entwickler, Übersetzer und interessierte Tester. Feedback im OpenOrienteering-Blog ist jederzeit willkommen, um das entstehende OpenSource-Kartenzeichenprogramm von OLern für OLer zu einem Erfolgsprojekt werden zu lassen.


Mehr:
Projekt-Blog OpenOrienteering
Präsentation zum OpenOrienteering Mapper von der ICOM 2012

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 26.08.2012

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