Orientierungslauf in Deutschland


OL in Polen, immer empfohlen!

Der Titel ist wohl ein wenig geklaut – lautete doch der Slogan eines früheren Reisebüros so ähnlich. Aber er ist durchaus zutreffend, denn wieder einmal hatte eine schöne abgerundete OL-Veranstaltung durchaus gute Konkurrenz, unter anderem auch aus Russland, der Ukraine und Tschechien, vom 17. – 19. August nach Jelenia Gora angelockt. Unter den Teilnehmern waren auch 8 deutsche Orientierungsläufer.

Heiko Gossel beim Grand Prix Polonia.
Heiko Gossel beim Grand Prix Polonia.  Foto: Marvin Goericke

Die drei Etappen waren recht unterschiedlich angelegt: Nummer 1 führte als verlängerte Mitteldistanz durch stark hügeliges und verwachsenes Gelände mit teilweise gutem Wegenetz, das jedoch nicht immer für die Optimalroute verwertbar war. Nummer 2 führte als superschneller Stadtsprint durch die Mitte des historischen Stadtkerns Jelenia Goras am Nordrand des Riesengebirges. Nummer 3 wurde in einem Wettkampfgebiet ausgetragen, welches im Nordteil einen stark ausgeprägten Steilhang mit diversen Felsgruppen und Steinen aufwies. Auf dieser Etappe gingen die Läufer im Jagdstart auf ihre Bahnen.

Die deutschen Teilnehmer kamen in Etappe 1 und 2 durchweg mit vorderen Platzierungen über die Runden. Mit gleich 19 min Vorsprung düpierte Cornelia Eckardt (D 40, USV TU Dresden) ihre Konkurrentinnen. Heiko Gossel (H 45, ebenfalls USV TU Dresden) siegte mit knapp 4 Minuten und Bernd Wollenberg (H 60, Berliner SCS) rettete sich mit 5 Sekunden vor seinem Verfolger. Jürgen Schwanitz wurde mit etwas über 2 Minuten Rückstand in derselben Altersklasse Dritter.

Zweite Etappe in Jelenia Gora.
Zweite Etappe in Jelenia Gora.  Foto: Marvin Goericke

Beim Sprint baute Cornelia Eckardt ihren Vorsprung in aller Ruhe weiter aus, während Heiko Gossel als Tageszweiter etwas vom Vorsprung einbüßte und Bernd Wollenberg in der H 60 durch eine ungünstige Route knapp 2 Minuten verlor. Jürgen Schwanitz (OLA TSV Deggendorf) konnte an ihn bis auf 1 Minute zur Abschlussetappe aufschließen.

Bekanntermaßen sind ja Jagdstarts auch Nervenschlachten. Sehr gute Nerven bewiesen auf der abschließenden Etappe Cornelia Eckardt, Heiko Gossel und Bernd Wollenberg, die in ihren Kategorien siegen konnten. Mit einem sehr guten dritten Lauf fehlte in der H 16 Sebastian Fleiß (Berliner TSC) dann zur Bronzemedaille nur 1 Sekunde – Platz 4. Auf diesen lief auch noch Urs Trösch (Berliner TSC) in der H 45 auf.

Neben den gut organisierten 3 Etappen dieses nunmehr „30. Grand Prix Polonia“ gab es im historischen Umfeld „Niederschlesiens“ sehr viel zu entdecken. Besonders dann, wenn als historischer Fremdenführer mit Jürgen Schwanitz zugleich auch noch der Buchautor über eben diese geschichtsträchtige Region hautnah berichten und zu vielen Orten führen konnte.

Sühensteine in Polen.
Sühensteine in Polen.  Foto: Marvin Goericke

Diese waren selbst den Einheimischen nicht so geläufig. Dazu zählten eine Hinrichtungsstätte aus dem 17.Jahrhundert oder eine der drei nach dem 30-jährigen Krieg erbauten protestantischen Holzkirchen im ansonsten stark katholisch geprägtem Land. Für diesen „Service“ bedanken sich auf jeden Fall die mitgereisten Berliner bei Jürgen, der diese OL-Reise gewissermaßen zu einer Bildungsreise werden ließ.


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Autor: Bernd Wollenberg
Eingestellt am 24.08.2012

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