Orientierungslauf in Deutschland


Faustdicke Überraschung am Col de la Givrine

Mit einem Weltmeister aus Lettland hätten bei der Entscheidung über die Mitteldistanz wohl die wenigsten gerechnet. Der Sieg von Minna Kauppi (Finnland) in der Damenkonkurrenz war da schon eher vorhersehbar. Auch die deutschen Finalisten platzierten sich entsprechend ihrer Möglichkeiten. Es war ein kampfbetontes, technisches Rennen auf über 1000 Metern Höhe.

Bjarne Friedrichs auf dem Weg zum letzten Posten.
Bjarne Friedrichs auf dem Weg zum letzten Posten.  Foto: Fred Härtelt

Die beste deutsche Platzierung erlief am Dienstag Bjarne Friedrichs (MTV Seesen). Mit dem 40. Rang zeigte sich der Auswahlläufer zufrieden, auch wenn durch einen Routenwahlfehler und Ungenauigkeiten im Postenraum bis zu 2 Minuten verloren gingen. „Mehr ging einfach nicht“ analysierte Bjarne Friedrichs nach dem Lauf über 6,5 km. Auch Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) berichtete von einem ordentlichen Lauf, in dem am Ende sämtliche Kraftreserven aufgebraucht waren. Die Ilmenauerin lief knapp 60km westlich von Lausanne auf den 45. Rang. Herrentrainer Andreas Lückmann zeigte sich mit den bisherigen Resultaten der WM zufrieden und fügte der gemeinsamen Auswertung hinzu, dass als Ziel die Qualifikation für die Finalläufe ausgegeben wurde. „Dann ist es schwer noch eine Schippe drauf zu packen“, so Lückmann. Bei einer entsprechenden Ausrichtung mit den notwendigen Voraussetzungen sieht der Bundestrainer aber noch Entwicklungsspielraum nach oben.

Edgars Bertuks läuft hochkonzentriert zum Weltmeistertitel.
Edgars Bertuks läuft hochkonzentriert zum Weltmeistertitel.  Foto: Fred Härtelt

Wie es sich anfühlt ganz oben auf dem Podest zu stehen, konnte Edgars Bertuks (Lettland) heute nach der Blumenzeremonie berichten. Nach starken Vorläufen lief die aktuelle Nummer 60 der Weltrangliste zur Goldmedaille, knapp gefolgt von Valentin Novikov (Russland). Fabian Hertner (Schweiz) verwies den französischen Weltmeister von 2011 auf den vierten Rang. Trotz des hohen technischen Anspruchs der Mitteldistanz gelang es dem Franzosen Thierry Geourgiou nach langer Verletzungspause nicht, in die Medaillen zu laufen - begründet wohl auch mit der hohen körperlichen Fitness, die im schwer belaufbaren, steinigen Gelände notwendig war.

Im Damenrennen jubelte nach 2008 und 2010 wieder die Finnin Minna Kauppi über den Sieg auf der Mitteldistanz. Die hoch gehandelte Favoritin Simone Niggli (Schweiz) nahm sich durch einen Fehler, bei dem sie den falschen Posten ansteuerte, selber aus dem Rennen und zeigte dies frustriert im Ziel. Nachwuchsläuferin Tove Alexandersson (Schweden) gelang dasselbe Kunststück wie der Dänin Ida Bobach 2011. Als frischgebackene Weltmeisterin der Junioren holte sie bei den Damen über dieselbe Distanz die Silbermedaille. Platz drei erlief Tatyana Riabkina (Russland).

Minna Kauppi hatte die Posten fest im Blick.
Minna Kauppi hatte die Posten fest im Blick.  Foto: Fred Härtelt

Am Donnerstag folgt bei den Weltmeisterschaften das Finale der Langdistanz ohne deutsche Beteiligung. Am Samstag wird eine deutsche Damen- und Herrenstaffel bei den Weltmeisterschaften starten.

Ergebnisse



Damen

1. Minna Kauppi		Finnland	37:37 min
2. Tove Alexandersson Schweden 38:09 min
3. Tatyana Riabkina Russland 39:03 min
45. Christiane Tröße Deutschland 55:10 min




Herren

1. Edgars Bertuks		Lettland	36:45 min
2. Valentin Novikov Russland 36:50 min
3. Fabian Hertner Schweiz 37:10 min
40. Bjarne Friedrichs Deutschland 45:53 min


Mehr:
Homepage Weltmeisterschaften 2012

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 17.07.2012

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