Orientierungslauf in Deutschland


Tröße und Friedrichs im Finale

Zwei deutsche Läufer ziehen auf der technisch und physisch anspruchsvollen Mitteldistanz im Schweizer Jura in das Finale ein. Selbst ein dritter Finalplatz war an diesem Tag in Reichweite. Mit dem bisher Erreichten übertreffen die deutschen Nationalläufer bei den Weltmeisterschaften sämtliche Erwartungen.

Christiane Tröße macht den Schritt in das Finale der Mitteldistanz.
Christiane Tröße macht den Schritt in das Finale der Mitteldistanz.  Foto: Fred Härtelt

Als Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) auf der langen Sichtstrecke vom vorletzten Posten über den Endposten dem Ziel immer näher kam, war für Außenstehende das sichere Ausscheiden der Wahlnorwegerin schon besiegelt. Das Tempo konnte für eine Platzierung unter den besten 15 nicht reichen. Doch die deutschen Fans und Betreuer wurden eines Besseren belehrt. Mehr als 3 min Luft blieben beim Zielschluss zum 15. Rang, der immer noch die Qualifikation bedeutet hätte. Ihr Geheimnis im steinigen, mit viel Totholz übersäten, oft schwer zu orientierenden Gelände war ein sicherer Lauf ohne nennenswerte Fehler. Überglücklich freute sich die Ilmenauerin nach der Bekanntgabe der Qualifizierten über ihren ersten Finalstart bei einer WM seit 2007.

Den Einzug unter die besten 45 der Welt musste auch Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) im Ziel erst begreifen. Nach starkem Start sah der Student der Geowissenschaften zwischenzeitlich schon alle Träume auf den Finalplatz zerplatzen. Ein unsicherer Absprungpunkt reichte, um im diffusen Gelände die Orientierung zu verlieren. Mit diesem einen Fehler kam aber noch einmal der Kick, welcher zum starken Endspurt notwendig war. Zusammen mit Läufern aus dem eigenen und anderen Vorläufen kämpfte sich der Seesener Orientierungsläufer in Richtung Ziel und erlief den 13. Rang in seinem Vorlauf.

Bjarne Friedrichs tänzelt um den Posten.
Bjarne Friedrichs tänzelt um den Posten.  Foto: Fred Härtelt

Ein ähnliches Rennen zeigte Esther Doetsch (DJK Adler Bottrop). In ihrem schnellen Vorlauf war aber der Zeitverlust im Mittelteil der eine Fehler zu viel. Relativ klar am Finale vorbei liefen Sieglinde Kundisch (USV TU Dresden), Sören Lösch (USV Jena) und Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul). Alle vier können am morgigen Tag den deutschen Finalisten die Daumen drücken und sich schon eimal moralisch auf die Staffel am Samstag vorbereiten.

Mit voller Spannung wird in der Damenkonkurrenz der Kampf zwischen der Favoritin Simone Niggli (Schweiz), dem schwedischen Nachwuchsstar Tove Alexandersson und den weiteren Medaillenkandidaten erwartet. Im Finale der Herren bleibt abzuwarten, ob der lang verletzte König der Mitteldistanz Thierry Georurgiou (Frankreich) eine ähnlich überlegene Leistung wie im Vorlauf abliefern kann.

Für Sieglinde Kundisch lief die Mitteldistanz nicht optimal.
Für Sieglinde Kundisch lief die Mitteldistanz nicht optimal.  Foto: Fred Härtelt



Ergebnisse


Damen

Vorlauf A

1. Tatyana Riabkina		Finnland	33:51 min
13. Christiane Tröße Deutschland 40:43 min


Vorlauf B

1. Tove Alexandersson 	Schweden	30:38 min
15. Ida Marie N. Bjorgul Norwegen 41:36 min
22. Sieglinde Kundisch Deutschland 46:58 min


Vorlauf C

1. Simone Niggli	Schweiz		31:58 min
15. Ona Raffols Peramon Spanien 39:25 min
17. Esther Doetsch Deutschland 40:54 min


Herren

Vorlauf A

1. Thierry Geourgiou	Frankreich	29:16 min
15. Ivaylo Kameron Bulgarien 35:06 min
30. Sören Lösch Deutschland 42:46 min


Vorlauf B

1. Gernot Kerschbaumer	Österreich	30:34 min
15. Ross Morrison Australien 33:51 min
24. Christoph Brandt Deutschland 39:37 min


Vorlauf C

1. Carl Waaler Kaas	Norwegen	29:21 min
13. Bjarne Friedrichs Deutschland 34:17 min


Mehr:
Homepage Weltmeisterschaften 2012

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 16.07.2012

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