Orientierungslauf in Deutschland


Treppauf, treppab – DM im Sprint-OL in Wuppertal

Bei Google Maps erfreute sich das Luftbild der Universtät Wuppertal bei deutschen Orientierungsläuferinnen und Orientierungsläufern in der letzten Woche hoher Beliebtheit, denn das steile Gelände mit verschachtelter Bebauung versprach den gut vierhundert Startern bereits im Voraus anspruchsvolle und interessante Bahnen.

Archivbild Christian Teich zur WM-Quali über die Sprintdistanz.
Archivbild Christian Teich zur WM-Quali über die Sprintdistanz.  Foto: World of O

Zum Vorlauf wählte der Veranstalter, TSC Eintracht Dortmund, ein Gelände in direkter Nachbarschaft zum Unicampus, das im Wesentlichen durch ein langgestrecktes Tal gebildet wurde. Parkähnliche Anteile wechselten mit detailreichen bebauten Abschnitten. Einige Gebäude mit Außentreppen gaben einen ersten Vorgeschmack auf den Nachmittag. Bis auf Ausnahmen setzten sich die Favoriten durch, so dass spannende Entscheidungen zu erwarten waren.

Die Finalläufe brachten dann den erwarteten Lauf direkt auf dem Campus der Universität Wuppertal mit vielen Treppen, Wegen und Freiflächen auf verschiedenen Ebenen und Unterführungen. Hohe Konzentration war gefordert, bereits kleine Unsicherheiten bedeuteten herbe Zeitverluste. Entsprechend spannend ging es in den Eliteklassen zu. Die Damen-Elite konnte die favorisierte Esther Doetsch (DJK Adler Bottrop) mit einem Vorsprung von 17 Sekunden auf Susen Lösch (USV Jena) für sich entscheiden, gefolgt von Josephine Greiner vom TSV Grünwald. Josephine hatte das Glück auf ihrer Seite: Nur eine Sekunde länger benötigte Anna Reinhardt von der TU Dresden als Viertplatzierte für die Strecke. Mit einem deutlichen Vorsprung von einer guten Minute gewann Christian Teich (Planeta Radebeul) das Rennen in der Herren-Eliteklasse. Die weiteren Plätze waren dann allerdings eine Sache von Sekunden: Alexander Lubina (DJK Adler Bottrop) setzte sich als zweiter mit drei Sekunden gegenüber Sören Lösch (USV Jena) als dritter durch und auch die weiteren Ränge wurden mit äußerst knappen Abständen vergeben.

Archivbild Esther Doetsch beim Sprint.
Archivbild Esther Doetsch beim Sprint.  Foto: World of O

Das gute Wetter des Samstags setzte sich leider nicht am Sonntag fort. Strömender Regen machte die steilen Hänge oberhalb von Wetter glitschig, ausgedehnte Farnfelder und in einigen Partien reichlich Fällholz erschwerten das Laufen. Der eine oder andere Orientierungsläufer hatte den Sprint als zentralen Wettkampf angesehen, so dass das Starterfeld gegenüber dem Samstag etwas ausgedünnt war. Bei der Damen Elite drehte Susen Lösch den Spieß um und gewann vor Esther Doetsch. Bei den Herren zeigte Christoph Brandt seine Qualitäten auf der Langstrecke, Bjarne Friedrichs und ganz dicht dahinter Sören Lösch erliefen sich die Plätze zwei und drei.

Es ist erfreulich, dass mit dem Veranstalter TSC Eintracht Dortmund ein Verein aus dem Ruhrgebiet nach längerer Pause wieder eine Meisterschaft übernommen und ein ganzes Wettkampfwochenende organisiert hat. Hervorzuheben ist besonders der Aufwand, der mit Straßensperren am Samstag betrieben werden musste – jeder der schon einmal mit Behörden so etwas durchgestanden hat, kann dies nachvollziehen. Und noch etwas bleibt in angenehmer Erinnerung: Eine gut moderierte und trotzdem sehr zügige Siegerehrung.

Vorlauf DM Sprint in Wuppertal
Vorlauf DM Sprint in Wuppertal  Foto: Veranstalter DM-Sprint

Leider konnten aus organisatorischen Gründen die Finalläufe erst um 16:00 gestartet werden. Es war somit eine gute Idee, diese Pause für die Ehrung der Sieger der Deutschen Park Tour 2011 zu nutzen. Die Veranstaltung hat sich mittlerweile hervorragend etabliert. 2011 konnten bei nicht weniger als achtzehn Wettkämpfen Punkte gesammelt werden. Insgesamt nahmen knapp 1300 Läuferinnen und Läufer an dieser Sprint-OL-Serie teil.


Mehr:
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Autor: Hans Joachim Bader  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 04.06.2012

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